Das belgische Quintett SUICIDE HIGH rumpelt auf ihrem Debüt-Longplayer „Chaos Has Its Charm“ zunächst nahezu gesanglos los und setzt damit gleich die musikalische Duftmarke für das, was folgt. Heavy Rock, Alternative- und Punkrock treffen auf Stoner-Einflüsse und eine gehörige Portion Fuzz-Schmutz. „Feel The Flame“ klingt dabei beinahe wie eine imaginäre Session von BLACK SABBATH und THE CLASH. Der Gesang dient hierbei weniger der Melodie als vielmehr einer zusätzlichen knarzig-rotzigen Schicht im Klanggewitter.
<br><center> <iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/qnJtebjeFrw?si=DV_eNiBd-35FULkZ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Überhaupt spricht Sänger und Gitarrist Renaud Mayeur lieber, als dass er singt. In „Thousand Years“ wird seine Stimme effektvoll verfremdet, bevor sie im Refrain punkig-nölig aus den Boxen dröhnt. Das bassgetriebene „Chaos Has Its Charm“ erinnert stellenweise an den frühen DAVIF BOWIE, während „Let The People Ride On“ Grunge auf psychedelisch flirrenden Gitarrensound treffen lässt.
<br><center> <iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=212095921/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3131888560/transparent=true/" seamless><a href="https://suecidehigh.bandcamp.com/album/chaos-has-its-charm">Chaos has its charm von Suecide High</a></iframe></center></br>
So verbinden SUICIDE HIGH unterschiedlichste Rock-Elemente zu einem ruppigen Klangbild, das von einem dröhnenden, verzerrten Grundton zusammengehalten und regelrecht zementiert wird. Da fällt eine beinahe „poppige“ Gitarrenmelodie samt folkiger Lagerfeuerstimmung wie in „Devastating Man“ umso mehr auf.
Doch das LoFi „Somewhere Else“ macht anschließend wieder unmissverständlich klar, wofür SUICIDE HIGH stehen: schräg-schöne Töne, treibende Gitarren, rumpelnde Beats, eine Stimme mit Punk-Attitüde und jede Menge Experimentierfreude.
<br><center> <iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/ZyGXFY6ZXQE?si=8alusXiNSZA9C_L0" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
FAZIT: „Chaos Has Its Charm“ pfeift auf glattpolierte Rockmusik nach Schema F. SUICIDE HIGH setzen stattdessen auf Ecken, Kanten, ordentlich Wucht und einen Sound, der auch mal aus der Spur gerät. Doch genau darin liegt die Stärke des Albums: in der ungebremsten Spielfreude, dem Mut zum musikalischen Rock-Mix und einer angenehm dreckigen Unbekümmertheit. Chaotisch? Bisweilen. Charmant? Definitiv.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.10.2026
Fabrice Giancinto
Renaud Mayeur
Stephane Panozzo, Renaud Mayeur
Renaud Mayeur
Charly Cornez, Renaud Mayeur
M&O Music
41:57
09.10.2026