Etwas mehr als elf Minuten nehmen sich SURALIN Zeit, um einen zynischen Kommentar auf das Alltagsgeschehen abzugeben. Dabei befahren die Chemnitzer krautige Post-Punk-Wege, biegen aber auch mal in Richtung wärmender Pop-Sounds ab.
Über allem liegt dabei eine melancholische Stimmung, die z.B. in „The Sentiment’s A Lie“ in warmem Gewand daher kommt, während „I Love A Boy“ aufgekratzt und unbequem über den Schrammel-Highway düst und als EP-Finale weniger zur Auflösung der Stimmung beiträgt, als vielmehr Fragen nach dem Wie und Warum aufzuwerfen.
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Denn wo zuvor eine stoisch anmutende Heimfahrt auf endlosen Straßen angedeutet wird („Driving Home“), wirkt es mit Blick auf das Finale eher so, als ob das aufgekratzt-hibbelige „Every Day Slices Me“ eher proklamierende Vorausschau denn Feststellung für den Moment ist.
So blechern energisch der Song voranflitzt, so tief wirkt der Fall in besagtes „The Sentiment’s A Lie“, womit die Band das Bild einer Sinnkrise, die von gegensätzlichen Emotionen geprägt ist, treffend in Musik verpackt.
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FAZIT: SURALINs „Every Day Slices Me“ wirkt auf den ersten Blick eingängig und schmeichelhaft, aber unter der sanft-poppigen Oberfläche schlummert aufgekratzter Ernst, der sowohl in treibenden Rhythmen als auch in leisen Zwischentönen mehr und mehr zum Ausdruck kommt.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.09.2026
It’s Eleven Records
11:07
11.09.2026