Ehrlichkeit als Akt des Überlebenskampfes in einer Welt voller hochgezüchteter KI. THE RESURRECTION CLUB wollen mit ihrem Debütalbum „Survival“ zum kollektiven Denkprozess anstoßen, oder wenigstens ein Antistatement zur schleichenden Beschneidung der Menschen- bzw. Grundrechte abgeben.
Dabei wirkt die Musik dieses Duos zuvorderst wie ein Ruf zu den Waffen. Nicht etwa in Form von Stumpfsinn und Gewalt, sondern viel mehr auf eine geistig-spirituelle Art, vielleicht auch im Sinne eines Ghandi, der gewaltlosen Widerstand als schärfste Waffe gegen Ungerechtigkeit definierte.
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Daran anknüpfend, klingt die Musik auf „Survival“ kaum offensiv wütend, obwohl sie den Hörer mit drängender Energie packt. Stattdessen treten Gefühle wie Zweifel, Angst und der Wunsch nach Versöhnung in den Vordergrund. Selbst dann, wenn sich ein Stück wie „State of Innocence“ wie die Grabrede für unsere aktuelle Gesellschaft interpretieren lässt.
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Jeder ist einsam unter vielen, echte Nähe wird, dank Social Media und Co., nur geheuchelt und gegenseitiges Vertrauen ist im Grunde Mangelware. Und dennoch wächst der Wunsch nach Widerstand, nach Selbstbestimmung im lyrischen Ich, während sich die Synthesizer sanft und heimelig an die Gefühlswelt des Hörers schmiegen und ihn damit in einer Art Fliegenfalle halten.
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Denn so wohlig die Melodien und Gesänge klingen, so stark fällt der Kontrast zum besungenen Thema aus, wobei der Text kein gutes Haar an der Technisierung des Lebens per se lässt. Ob gerade die scheinbare Dekonstruktion unserer Gesellschaft der letzten Jahre dazu geführt hat, dass THE RESURRECTION CLUB (entstanden aus der Asche der Anfang der Achtziger aufgelösten THE PLASTIC FLIES) fast vierzig Jahre später auf der Bildfläche erscheinen, ist eine diskutable Frage. Angesichts der besungenen Themen ist diese Möglichkeit aber gar nicht so abwegig.
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Dass „Survival“, unabhängig von seiner Entstehung, aber vordergründig als zusammenhängendes Werk mit reichlich Schattierungen zwischen positivem Blick nach vorne und deprimierter Rückschau daherkommt, sorgt für eine gewisse Anspannung, die nach der Aufmerksamkeit des Hörers verlangt, ihn aber auch mit interessanter und mit der Zeit immer zugänglicher werdender Musik belohnt.
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FAZIT: THE RESURRECTION CLUB vertonen den Kampf ums Überleben weit entfernt von plakativem Revoluzzer-Rabaukentum. Stattdessen bietet „Survival“ die Möglichkeit zur kritischen Betrachtung der eigenen Umstände, aber auch der Zustände der Gesellschaft, die vermehrt darauf ausgelegt ist, die Menschen voneinander zu entfremden. Musikalisch geht das Glasgow-Duo dagegen den Anti-Weg, klingt das Album doch erfreulich zugänglich und warm, ohne die Post-Punk-Basis missen zu lassen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.03.2026
Mak. Music
42:47
20.02.2026