Kritiker des von TOIFEL beackerten Streetpunk/Deutschrock-Genres bemängeln ja immer wieder die Gleichförmigkeit der zahllosen Künstler, die stets ähnliche Themen in ähnliche Musik verpacken. Diesen Stimmen nimmt auch das Solodebüt des BERLINER WEISSE-Sängers nicht den Wind aus den Segeln, allerdings schert sich der Mann auch einen Dreck darum, was andere von ihm und seiner Musik denken.
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Na gut ein Titel wie „Für immer euer Feind!“ könnte doch auch ein spitzfindiger Seitenhieb gegen Genrekritiker sein, zuvorderst geht es in dem Stück aber um falsche Freundschaften, denn TOIFEL rechnet hier mit Menschen ab, die einem bewusst und mit Absicht in den Rücken fallen.
In eine ähnliche Kerbe schlägt „Wo wart ihr?“, das mit gefälliger Gitarrenarbeit und reichlich Drive eine Menge Mitsingpotenzial birgt. Dass TOIFEL dabei stets eine direkte und kantig formulierte Sprache an den Tag legt, passt zur Attitüde des Musikers, die er seit BERLINER WEISSE kaum verändert hat, genauso passt ist auch, dass Stücke wie „Ein stiller Schrei“ Themen wie Außenseitertum (mit Suizid als Folge) zu semi-akustischer Musik präsentieren.
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Dabei sucht TOIFEL stets nach dem Licht am Ende des Tunnels und lässt, trotz aller Direktheit, immer ein Stück Hoffnung zu. Speziell das treibende „Lass uns fliegen“ geht als Hymne an Eskapismus bzw. Selbstbestimmung in Liebe und persönlichem Frieden einen Schritt in Richtung Hoffnung und Lebensfreude.
Die Abschlussballade „Es ist okay“ wühlt derweil ein wenig in der Pathoskiste, aber die Mischung aus der rauen Stimme von TOIFEL und den Piano/Akustikgitarre/Streicherklängen transportiert das vermittelte Gefühl von persönlicher Vergangenheitsbewältigung doch recht passend, wenn auch nicht wirklich ungewöhnlich.
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FAZIT: „Für immer euer Feind!“ soll natürlich auch ein bewusstes Statement von TOIFEL sein, allerdings unterstreicht der Musiker seine Inhalte stets mit ehrlicher Haltung und kernigen Kompositionen. Ungewohnt oder gar neuartig ist das nicht, aber wer dem Genre generell etwas abgewinnen kann, der kann auch bei TOIFELs Solo-Debüt guten Gewissens zugreifen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.03.2026
Toifel
Smith & Miller Records
40:56
13.03.2026