„Bob Ross“ als Musikant?
Geht es nach dem farbenfrohen Artwork von „Bits And Pieces, Poorly Explained“, dann eifern TOMMY AND THE TELEBOYS dem Pinselmagier zumindest ein bisschen nach. Unter der brav erscheinenden Ästhetik, die das Cover zunächst vermittelt, brodelt aber eine wilde Mischung aus Garage Rock, Psychedelic, Punk und Fuzz und noch einer ganzen Menge mehr…
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Dabei lassen Titel wie „Carl McPaurtney“ durchaus einen gewissen Witz erkennen, der aber u.a. mit bassgetriebenem Garagen-Sound in Szene gesetzt wird. Dazu passt auch, dass der Gesang in sämtlichen Nummern eine Vielzahl von Facetten abdeckt.
Hallgetränkter Sprechgesang trifft auf höhenlastiges Wispern (z.B. in „Thumbail“), während im Grunge-affinen „Atmen“ jene kaputte Stimmästhetik zum Einsatz kommt, die das Seattle-Genre zum musikalischen Äquivalent zerrissener Jeanshosen und ausgelatschter Chucks gemacht hat.
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Ein „Date“ gibt es übrigens auch auf dem Album, wobei die Partnerwahl auf die Kasseler BACHRATTEN fällt. Deren Soundgarage ist schließlich auch für ein Schäferstündchen gut. Der Post-Punk-Vibe des Stücks sorgt dabei für einen interessanten Kontrast zu den hibbeligen Riffs, wobei sich der fließende Übergang in „Trypophobia“ als echter Glückstreffer herausstellt.
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Denn die vorherige Nervosität darf nun in charmanten Regenbogen-Klangfarben ins Nirwana getanzt werden, ehe der kurze „Standby“-Moment die letzten Energiereserven für „Pretty Nice To Meet You“ einfordert. Was zunächst wie ein ROLLING STONES-Song auf Acid klingt, entwickelt einen schrägen, aber eingängigen Reiz, der naives Hippie-Feeling mit einer kantigen, aber doch lässigen Rockgitarre verbindet.
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FAZIT: TOMMY AND THE TELEBOYS bleiben auch mit „Bits And Pieces, Poorly Explained“ bei ihrer ganz eigenen Soundcollage, die Garage Rock in psychedelische Schleier hüllt, ohne dabei den Punk-Irokesenschnitt vollends abzurasieren. Voller Spielfreude suhlen sich die selbsternannten Cowboys durch 'Musik ohne Regeln', wodurch eine erstaunlich launige Dreiviertelstunde Spielzeit wie im Flug vergeht.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.10.2026
Gregor Schuster
Simon Pense, Tom Konheißner, Gregor Schuster, Jeremy Gabrysch, Yusuf Dapgin
Fabian Osinsky, Simon Pense, Gregor Schuster
Tom Konheißner
Noisolution
44:50
25.09.2026