Zurück

Reviews

Tommy and the Teleboys: Bits And Pieces, Poorly Explained

Stil: Garage Rock, Psychedelic Punk

Cover: Tommy and the Teleboys: Bits And Pieces, Poorly Explained

„Bob Ross“ als Musikant?
Geht es nach dem farbenfrohen Artwork von „Bits And Pieces, Poorly Explained“, dann eifern TOMMY AND THE TELEBOYS dem Pinselmagier zumindest ein bisschen nach. Unter der brav erscheinenden Ästhetik, die das Cover zunächst vermittelt, brodelt aber eine wilde Mischung aus Garage Rock, Psychedelic, Punk und Fuzz und noch einer ganzen Menge mehr…
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/FsiWo2HLQss?si=6LyX_0MtWFN-Ivx_" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Dabei lassen Titel wie „Carl McPaurtney“ durchaus einen gewissen Witz erkennen, der aber u.a. mit bassgetriebenem Garagen-Sound in Szene gesetzt wird. Dazu passt auch, dass der Gesang in sämtlichen Nummern eine Vielzahl von Facetten abdeckt.
Hallgetränkter Sprechgesang trifft auf höhenlastiges Wispern (z.B. in „Thumbail“), während im Grunge-affinen „Atmen“ jene kaputte Stimmästhetik zum Einsatz kommt, die das Seattle-Genre zum musikalischen Äquivalent zerrissener Jeanshosen und ausgelatschter Chucks gemacht hat.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/B2gmJAtIRxM?si=eDVpkzcolMcahUuX" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Ein „Date“ gibt es übrigens auch auf dem Album, wobei die Partnerwahl auf die Kasseler BACHRATTEN fällt. Deren Soundgarage ist schließlich auch für ein Schäferstündchen gut. Der Post-Punk-Vibe des Stücks sorgt dabei für einen interessanten Kontrast zu den hibbeligen Riffs, wobei sich der fließende Übergang in „Trypophobia“ als echter Glückstreffer herausstellt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Psjjmo-r3yY?si=kZu10KVVvlBGTH8M" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Denn die vorherige Nervosität darf nun in charmanten Regenbogen-Klangfarben ins Nirwana getanzt werden, ehe der kurze „Standby“-Moment die letzten Energiereserven für „Pretty Nice To Meet You“ einfordert. Was zunächst wie ein ROLLING STONES-Song auf Acid klingt, entwickelt einen schrägen, aber eingängigen Reiz, der naives Hippie-Feeling mit einer kantigen, aber doch lässigen Rockgitarre verbindet.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/XmUqDdAfhMc?si=8KeARf6WURteyBSU" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

FAZIT: TOMMY AND THE TELEBOYS bleiben auch mit „Bits And Pieces, Poorly Explained“ bei ihrer ganz eigenen Soundcollage, die Garage Rock in psychedelische Schleier hüllt, ohne dabei den Punk-Irokesenschnitt vollends abzurasieren. Voller Spielfreude suhlen sich die selbsternannten Cowboys durch 'Musik ohne Regeln', wodurch eine erstaunlich launige Dreiviertelstunde Spielzeit wie im Flug vergeht.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.10.2026

Tracklist

  1. Bob Ross
  2. Thumbnail
  3. Everyday
  4. Deceiver
  5. Carl McPautney
  6. Atmen
  7. OK Hole
  8. Date (feat. Bachratten)
  9. Trypophobia
  10. Standby
  11. Pretty Nice To Meet You

Besetzung

  • Bass

    Gregor Schuster

  • Gesang

    Simon Pense, Tom Konheißner, Gregor Schuster, Jeremy Gabrysch, Yusuf Dapgin

  • Gitarre

    Fabian Osinsky, Simon Pense, Gregor Schuster

  • Schlagzeug

    Tom Konheißner

Sonstiges

  • Label

    Noisolution

  • Spieldauer

    44:50

  • Erscheinungsdatum

    25.09.2026

© Musikreviews.de