TOWERING gehen mit „The Oblation Of Man“ in die zweite Runde und besingen die Opfergabe der Menschen in einer monolithischen Klangfusion von Death- und Black-Metal, der nicht selten in einer progressiven Achterbahnfahrt ausartet.
Die brutalen Grooves und Riffs türmen sich zu bedrückenden Epen auf, die dem Bandnamen alle Ehre machen, wobei die Franzosen stets ein Händchen für unvorhersehbares Songwriting haben. Sei es nun ein dominanter Basslauf hier oder eine sperrig kreischende Gitarrenmelodie da, die Musik zeichnet sich stets durch eine finstere Atmosphäre aus, die jener von Bands wie ULCERATE oder BEHEMOTH nicht unähnlich ist.
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Gleichzeitig findet sich zwischen Blast-Raserei und Riff-Armageddon immer wieder Platz für turmhohe Riffberge, die sich mit schwarzer Klanggewalt über dem Hörer entladen (eindrückliches Beispiel ist das abgründige „To Die Once And Emerge“).
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Ganz großes Kino sind aber jene Momente, in denen die Musik schwarze Progressivität mit Death-Metal-Urwüchsigkeit verbindet. „Herald of the Black Sun“ etwa verbindet Rhythmen und Breaks aus dem GOJIRA-Repertoire mit der finsteren Raserei von Nergal und Co. Kreischende Gitarren treffen auf durchdringend warm brodelnde Bassläufe, während Schlagwerker Mortem den Kraken mimt und das Gift-und-Galle-Geschrei des Frontmanns voranpeitscht.
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Hier trifft stets ungestüme Wut auf technische Finesse, was der Musik einen erdrückenden Charakter verleiht, der den Hörer wie im Würgegriff stetig in Richtung Finsternis zieht. Der Abschluss „Embraced Atonement“ bündelt manch dissonante Gitarren-Katharsis mit hypnotischer Raserei und finsteren Chorälen, die zwar stets aus dem Hintergrund ertönen, aber für eine umfassende Fülle sorgen, sodass am Ende wenig Raum für Licht oder Luft bleibt.
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FAZIT: TOWERINGs „The Oblation Of Man“ fusioniert progressiven Death Metal mit der scharfen Klinge des Black Metal zu einem mitreißenden Stück Musik. Aus finsteren Abgründen schlängeln sich gleichsam hypnotische Riffs und Melodien hervor und alles erdrückende Grooves prasseln auf den Hörer nieder. Damit benebelt die Musik wie ein Schlag aufs Haupt, fließt aber kontinuierlich voran und wirkt in jeder Note durchdacht und packend arrangiert.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.04.2026
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Tom J. Silver
Tom J. Silver, Christnach
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46:25
03.04.2026