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Ulvhedner: Berg Øde

Stil: Norsk Fjosmetall

Cover: Ulvhedner: Berg Øde

Aus dem sprichwörtlichen Nichts (ohne Label o.ä. im Rücken) und ohne Vorwarnung sind im Frühjahr 2026 ULVHEDNER mit ihrem vierten Langspielalbum "Berg Øde" aufgetaucht, mit dem sie locker vom Hocker an "Fjosmetall" (2023) anknüpfen und uns einmal mehr ihren ureigenen bäuerlichen Folk Black Metal kredenzen, der Fans von Windir, Myrkgrav oder auch Isengard ganz geschmeidig ins Ohr gehen sollte.

Es spricht Bände, dass die Band aus Sauda im Rogaland auf herkömmliche Werbung und Vermarktungsmechanismen pfeift und "Berg Øde" einfach so online veröffentlicht hat: ULVHEDNER ist klar, dass sie mit dieser Musik keine Charts stürmen werden, und sie lassen die sieben Songs für sich selbst sprechen, bieten selbige doch einige im wahrsten Sinne des Wortes epische (Erzähl-)Passagen, die aus dem Einerlei zahlloser Genre-Veröffentlichungen weit herausragen.
Dabei kommt es mitunter zu durchaus krassen Brüchen zwischen harschem (jedoch nie übertrieben schnellen) Black Metal und idyllischen Zwischenspielen, bei denen ULVHEDNER und ihre Gastsängerin Arild die eine oder andere schöne Melodie aus dem Ärmel schütteln – und sich dabei den Staub aus den Kleidern klopfen: Nein, niemand braucht sich auf der Wanderung durch die Ödnis der Berge vor allzu "sauberen" – sprich: modernen – Klängen fürchten. "Berg Øde" hätte auch um die Jahrtausendwende eingespielt worden sein können.

Welchen immensen Einfluss das Erbe Windirs auf ULVHEDNER nach wie vor ausübt, verdeutlicht "Snøen Danser I Vintersol" auf rührende Weise, wenn sich die Leitmelodie unwiderstehlich anschmiegt… schnief… Und das "Jodeln" im letzten Stück "Kveldingsblå" weckt Erinnerungen an eine Ära, in der Fenriz mit Isengard noch Überraschendes auf Lager hatte. Ja, ULVHEDNER erfinden den norwegischen Folk Black Metal nicht neu, doch sie zelebrieren ihn ebenso bodenständig wie enthusiastisch und diese Herangehensweise trägt zu einem urigen Hörvergnügen bei.

Eine kleine Vinyl-Auflage wird die Band selbst anbieten, die CD-Version wird im Herbst 2026 im Digipak-Format von Cold Northern Breeze realisiert, und es steht völlig außer Frage, dass dieses mit Melodien gespickte Album die Veröffentlichung in klassischen Tonträger-Formaten verdient hat.
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FAZIT: Die norwegische Folk-Black-Metal-Band ULVHEDNER überzeugt auch auf "Berg Øde" mit einer durch und durch beherzten Darbietung, deren bäuerlicher Charakter in keinem Widerspruch zur schwarzmetallischen Substanz steht. Valfar (r.i.p.) hätte diese herrlich ungeschliffene Musik wahrscheinlich geliebt und sich über den Tribute-Song "Snøen Danser O Vintersol" sicher gefreut. So ermutigend kann hinterwäldlerischer Black Metal aus dem Norden klingen!

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.09.2026

Tracklist

  1. Der Draumar Våknar
  2. Dødsmelodi
  3. Inn i Elden
  4. Det Syng i Kvist og Kved i Kvam
  5. Snøen Danser i Vintersol
  6. Opp på Stølen
  7. Kveldingsblå

Besetzung

  • Bass

    Svein Terje N. Solvang

  • Gesang

    Bjørnar Lien Austerheim, Svein Terje N. Solvang

  • Gitarre

    Svein Terje N. Solvang, Steinar Enlid, Ove P. Johnsen

  • Keys

    Sigbjørn J. Nordvik

  • Schlagzeug

    Jan Rune Hoftun

Sonstiges

  • Label

    Eigenveröffentlichung / Cold Northern Breeze

  • Spieldauer

    43:27

  • Erscheinungsdatum

    31.05.2026

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