Zurück

Reviews

Winter Eternal: Unveiled Nightsky

Stil: Melodic Black Metal

Cover: Winter Eternal: Unveiled Nightsky

WINTER ETERNAL – die Namensgebung dieses Melodic-Black-Metal-Projekts, das von Stelios Makris alias Soulreaper 2011 aus der Taufe gehoben wurde, könnte generischer kaum sein. Die musikalischen Pfade, welche der mittlerweile in Schottland lebende Exil-Grieche mit seiner aktuell fünften Platte „Unveiled Nightsky“ beschreitet, führen leider auch nicht ins Neuland. Wer es am blauen Cover-Artwork oder dem Nickname des Künstlers noch nicht erraten hat, der wird diese Musik spätestens aufgrund der Tatsache, dass Makris einen Beitrag für eine DISSECTION-Kompilation beisteuerte, korrekt in die schwedische Black-Death-Szene der Neunziger einordnen.
<br><center> <iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/HQu2PXeH3m0?si=gEhmFvCWq2X-1qsg" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Indes, all das Genannte zusammengenommen muss nicht unbedingt bedeuten, dass die hier gegenständliche halbe Stunde frostigen Neunziger-Worships eine unausgegorene Chose darstellt. Offen gestanden stimmt auf „Unveiled Nightsky“ nämlich einiges. Klar, man kann und will das große Vorbild nicht verleugnen. Und ja, eigene Akzente werden eher keine gesetzt. Dafür beweist der hellenische Strippenzieher hinter WINTER ETERNAL ein gutes Gespür für ergreifende, trauertragende Melodic-Black-Metal-Melodien, die einen regelrecht anfassen und definitiv das Herzstück der Platte bilden. Man höre nur die Melancholie-gesättigte Weltschmerzhymne „Nurtured by the Night“, die wie immer schnell nach vorne prescht, den Stil auf den Punkt bringt und einmal mehr vom authentischen Soundgewand profitiert. Nicht nur dessen Umzug gen Norden macht also deutlich, dass es dem nach kalter, hasserfüllter Extrem-Mucke dürstenden Griechen in seiner sonnigen Heimat offenkundig zu warm ist.

Mit Ausnahme von „Descent into Hades Embrace“, das mit akustisch gehaltenem Auftakt und mit durchaus interessanter Gitarrenarbeit am Ende punkten kann, fällt das Songwriting in der Breite etwas unflexibel aus, da Makris‘ Hauptaugenmerk auf emotionsgeladenen Melodiegewittern liegt, die ohne große Umschweife auf einen herniederbrechen. Wer davon unberührt bleibt, hat dann leider kaum einen Grund mehr, dieses Projekt weiter zu verfolgen, was einigermaßen schade ist.
<br><center> <iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Tx2TTsx__xY?si=RavUsKBE_cz9NQuc" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe> </center></br>

FAZIT: Dass es Neuschotte Makris und seine Gastmusiker, die unter dem Banner WINTER ETERNAL nordischen Metal-Größen nacheifern, trotz fehlender Eigenständigkeit und zu wenig Dynamik in der Songstruktur schaffen, mit „Unveiled Nightsky“ Aufsehen zu erregen, liegt vor allem daran: sie leisten in der Hauptsache ganze Arbeit. Denn die winterliche Schwermut kommt in den aggressiven Düster-Hymnen adäquat zum Ausdruck.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.03.2026

Tracklist

  1. Born of Winter's Breath (4:22)
  2. Omen of the Cosmic Order (4:48)
  3. Nurtured by the Night (3:56)
  4. Unveiled Nightsky (3:12)
  5. Descent into Hades Embrace (3:53)
  6. The Deceiver's Tale (3:53)
  7. Echoes of a Fallen Crown (4:47)
  8. Drifting into the Depths of Oblivion (1:37)

Besetzung

  • Bass

    Stelios Makris

  • Gesang

    Stelios Makris

  • Gitarre

    Stelios Makris

  • Schlagzeug

    Vagelis Felonis

  • Sonstiges

    Varvara Tsotra (Cello), Dimitris Charisis (Violine)

Sonstiges

  • Label

    Hells Headbangers Records

  • Spieldauer

    30:28

  • Erscheinungsdatum

    13.02.2026

© Musikreviews.de