WOEWARDEN besingen die Wurzeln der eigenen Vernachlässigung und beschreiben damit bereits im Albumtitel ihre depressive Herangehensweise an ihren Black Metal. Dazu gehören verzweifelte Schreie (z.B. im Opener „Frail“) ebenso wie groß inszenierte Aggression, die zum ersten Mal in „Nailed Into Aesthetics“ aufkommt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/VK42IttICQU?si=kG0tav3wlnCLrPSW" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Mancher Seitenblick gen schmerzbehaftetem Doom Metal lässt Stücke wie „As Deep As The Knife Goes“ nicht nur durch ihre Titel tief gehen, sondern weiß auch durch eine durchdringende Stimmung zu überzeugen, die trotz entsprechend lebensmüder Melodik kaum überzeichnet depressiv wirkt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/qTKvJ26yKCs?si=z0okDWqLoXqLEMBb" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Gleiches gilt für den Melancholic-Doom-Brocken „Traversing Seas Of Dread“, der Verlustangst und Wut gleichermaßen vertont und neben schmerzhafter Melancholie (die Gitarren) auch einen dräuend-druckvollen Basston mitbringt, der sich im schwarzmetallisch rasenden „An Infinite Void“ fortsetzt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=881957328/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3771496241/transparent=true/" seamless><a href="https://woewarden.bandcamp.com/album/the-roots-of-my-neglect">The Roots Of My Neglect von Woewarden</a></iframe></center></br>
Gleichzeitig schleicht sich eine marginale Kühle in den Sound, der den zuvor warm drückenden Bass ein wenig kontrastiert, ohne, dass die beklemmende Stimmung schwindet.
Im Gegenteil, die marginal verstärkte Präsenz von Death-Metal-Growls im Gesang verleiht dem Stück einen wuchtigen Unterton, der in „Purgatory“ schließlich plakativen Schreigesängen und Trauermarsch-Melodien weichen muss.
In „Engorging The Abyss“ wird’s dagegen wieder fordernder, weil aggressiv-schwarzmetallisch. Die Gitarren flirren in dezenten Dissonanzen umher, während sich die Stimme zwischen Röcheln, Growls und Spoken-Word-Passagen in die Black Metal-Nesseln setzt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/9MancPP-rB8?si=sMhnb0bQvl3Vg84U" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Mit opulentem Unterton findet der Song schließlich ein abruptes Ende, ehe „The Mockery Of These Broken Woods“ zwischen Wut und Verzweiflung pendelt und dabei mit angezogenem Tempo voranprescht.
In der Mitte des Stücks machen sich dann wieder getragene Passagen breit, die in klassischen DSBM-Gefilden wildern und von einer Art Sieg über den eigenen Schmerz berichten. Dass dieser Sieg aber weniger dem Leben zugewandt ist als vielleicht erwartet (oder eben nicht), passt zur depressiven Atmosphäre, die das ganze Album umgibt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=881957328/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=999867382/transparent=true/" seamless><a href="https://woewarden.bandcamp.com/album/the-roots-of-my-neglect">The Roots Of My Neglect von Woewarden</a></iframe></center></br>
FAZIT: WOEWARDENs „The Roots Of My Neglect“ bietet relativ klassisch anmutenden Depressive-Black-Metal, weiß aber die feine Trennlinie zwischen Wut, Trauer und Schmerz gekonnt auszukosten, ohne einen etwaigen Emotionsüberhang zu provozieren. Damit hallt der gequälte Ton der Musik mitunter eine Zeit lang nach, ohne dass die Selbstaufgabe als sofortige Konsequenz des Albums offenbart wird.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.09.2026
Connor Wilson
John Pescod
Dan Jackson, Thomas Major
Matt Unkovich
Dusktone
48:50
12.06.2026