Obwohl die Instrumental-Experimental-Rocker ZAHN auf „Purpur“ deutlich weniger Spielzeit für sich beanspruchen, fällt die Musik doch ebenso komplex und mitunter fordernd aus, wie es die Laufzeit des <a href="http://musikreviews.de/reviews/2023/Zahn/Adria/" target="_blank" rel="nofollow">Vorgängers „Adria“</a> mit sich brachte.
Dabei wirkt die Atmosphäre der Musik bisweilen düsterer, bzw. nervöser als zuletzt und spielt in Stücken wie „Gensher“ mit nervös trippelnden Synthesizern, zu denen sich schräg anmutende Gitarrenmelodien als Leitmotiv herausstellen.
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Zugleich fließt in Titeln wie „Diaabend“ die warme Urlaubsenergie von „Adria“ mit ein. Verspielte Keyboard-Sounds suggerieren Sonnenbrand unter Palmen, dank dem einem der heiß geliebte Feriencocktail schon mal zu Kopf steigen kann.
Ein Glück, dass „Solex“ da Abhilfe schafft und durch seinen repetitiv-sanften Charakter für Entspannung sorgt. Dabei fällt auf, dass der Bass in allen Stücken eine tragende Rolle einnimmt, ohne allzu offensiv im Vordergrund zu brummen.
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Dass es im „Katamaran“ auf wilde Fahrt durch manche Sound-Untiefe geht, sollte kaum verwundern, allerdings erstaunt manch krude Wendung innerhalb des Stücks dann doch. Wenn auch eher durch ihre Nachvollziehbarkeit. Der Wandel von akzentuierter Solo-Gitarre hin zum kraftvollen Riffteppich geschieht völlig natürlich, sodass der erwartet Bruch innerhalb des Songwriting ausbleibt und auch der Taucher-Soundtrack „Atoll“ fügt sich nahtlos in den Musikfluss ein.
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Hier wird zwar etwas mehr mit sich wiederholenden Motiven gespielt, aber unterm Strich baut sich der nervöse Unterton der Musik sehr langsam auf, sodass das fiepende Keyboard beinahe unbemerkt seinen Weg durch das Riff-Gewirr findet.
Ob „Butter“ dann eine Ode an den Brotaufstrich ist, oder doch ein verkapptes Tanzstück, wird nicht so ganz klar. Tatsache ist aber, dass der fast marschhafte Rhythmus durchaus aufmunternde Qualitäten beherbergt, womit auch das Noise-Rauschen im Finale weniger schmerzt als es anfangs scheint.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3133933957/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=2625574099/transparent=true/" seamless><a href="https://zahn3.bandcamp.com/album/purpur">Purpur von ZAHN</a></iframe></center></br>
FAZIT: ZAHNs „Purpur“ birgt mehr Lockerheit, als es das vom Vorgänger zurückgebliebene Grundgefühl der Musik dieser Herren anfangs vermuten lässt. Die Frucht-Assoziation des Frontcovers passt insofern gut zur Musik, als dass die Band instrumentale Vielfalt mit einer offenherzigen und intuitiven Herangehensweise präsentiert. Ganz so, als würde man einen Smoothie aus allerlei Obst zubereiten, ohne einen finalen Geschmack im Sinn zu haben.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.02.2026
Chris Breuer, Fabian Bremer, Felix Gebhard
Felix Gebhard, Chris Breuer, Kjetil Nernes
Peter Voigtmann, Felix Gebhard, Chris Breuer, Fabian Bremer
Nic Stockmann
Crazysane Records
36:27
20.02.2026