BEABADOOBEE schlägt auf „Pylon“ rauere Töne an. Grunge, Alternative Rock und eine ordentliche Portion 90er-Jahre-Nostalgie prägen das vierte Album der britischen Musikerin, die bislang vor allem mit melancholischem Indie-Pop und eingängigen Melodien auf sich aufmerksam gemacht hat.
Die Songs des neuen Albums entstanden zwischen Tourstress, Heimweh und dem Wunsch nach Nähe. Entsprechend geht es um Beziehungen, Distanz und die Schwierigkeit, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Das Ganze fällt demnach auch musikalisch etwas lauter aus.
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Der Titeltrack gibt die Richtung vor: Verträumte, von Akustikgitarren begleitete Melodien weichen verzerrten Klangwänden. „Sun Has Set“ setzt stärker auf Pop-Punk, „Radio“ auf griffige Riffs und eine Prise Britpop. Dazwischen lotet BEABADOOBEE immer wieder aus, wie viel Krach ihre vergleichsweise zarte Stimme verträgt. Unterstützung bekommt sie dabei unter anderem von HAYLEY WILLIAMS und BRENDAN YATES. Große Namen, die dem Album zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren dürften.
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Am überzeugendsten ist „Pylon“, wenn sich die raue Instrumentierung und die melancholische Grundstimmung nicht gegenseitig im Weg stehen. Wo die Gitarren allzu demonstrativ auf Härte machen, wirkt das Ergebnis gelegentlich etwas bemüht. Die eingängigen Melodien bleiben dagegen wie in „It’s Alright“ eine Stärke, die auch den lauteren Momenten Kontur verleiht. Mit „Pylon“ erweitert BEABADOOBEE ihr klangliches Repertoire, ohne ihre songwriterischen Qualitäten und ihr Gespür für eingängige Melodien über Bord zu werfen.
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FAZIT: Mehr Gitarren, mehr Kanten, aber nicht immer zwingend mehr Substanz. „Pylon“ funktioniert vor allem dann, wenn BEABADOOBEE ihrer Melodieverliebtheit vertraut, statt den Grunge-Hammer zu schwingen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.10.2026
Interscope Records
40:58
18.09.2026