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RPWL: Live - Start the Fire (Review)

Artist:

RPWL

RPWL: Live - Start the Fire
Album:

Live - Start the Fire

Medium: CD
Stil:

Artrock

Label: InsideOut/SPV
Spieldauer: 128:31
Erschienen: 2005
Website: [Link]

Vielleicht ist es nicht schlecht, unbeleckt an ein Live-Album heranzutreten. Als ehemalige Pink-Floyd-Coverband, die häufig von einem ehemaligen Pink-Floyd-Fanzine gelobt wird, haben mich RPWL nie sonderlich interessiert. Ich habe aus diesem Grund keine Vergleichsmöglichkeiten der vorliegenden Livetracks mit den jeweiligen Studio-Originalen. Die Gruppe ist aber für das Umarrangieren und Improvisieren auf der Bühne bekannt, so dass mit der Musik bereits Vertraute beim Kauf neben Neuentdeckern auch auf ihre Kosten kommen. Außerdem gibt es den uralten Syd-Barrett-Song "Opel" (mächtig modernisiert) sowie zwei weitere unweigerliche Kompositionen aus dem Floyd-Kosmos - alles hübsch verpackt mit stimmungsvollem Booklet und der Vollversion des Studiosongs "New Stars Are Born", der gekürzt als SACD-Bonus bereits die letzte Scheibe "World Through My Eyes" zierte.

Gastsänger Ray Wilson darf das von ihm bei Genesis mitkomponierte "Not About Us" sowie "Roses" gemeinsam mit der Band performen; Marcus Jehle bereichert den authentischen Livesound als zusätzlicher Tastenmann. Der Mit- ist ein Zusammenschnitt mehrerer Konzerte, wobei abgesehen von schüchternen Dankesbekundungen und teilweise sehr unittelbar klingendem Zuspruch des Publikums der Fokus auf der Darbietung liegt. Dies schafft eine intime Atmosphäre und bietet den Stücken angemessenen Entfaltungsraum.

Die erste CD fokussiert die eingängigeren Stücke des Repertoires, wenngleich auch diese das Radioformat sprengen. Basis des RPWL-Sounds ist oft ein grooviges Fundament, wie es etwa "Sleep" auszeichnet. Das Stück bringt zahlreiche Wendungen hinter sich, ehe Gesang erklingt. Dann steigert es sich mit orgiastischen Analogkeyboards in lautere Regionen. Ähnlich ist "Start the Fire" aufgebaut, ein kürzeres, rockiges Stück mit vertraut orgelndem Synthie und fast fröhlichem Gesang. Arena ohne britische Unterkühltheit seien zur Orientierung erwähnt.

Die Gastbeiträge Wilsons im Doppelpack und davor noch das verträumte "Day On My Pillow" sind allesamt Hitmaterial - geschmackvoll melodiös ohne deutschtypische Biederkeit; "The Gentle Art of Swimming" stellt den epischen, "Trying to Kiss the Sun" den emotionalen Höhepunkt vor der Halbzeit dar.

Der ausladende Teil des virtuellen Konzertabends beginnt mit dem Titeltrack des letzten Langspielers noch relativ gediegen, doch "Opel" erfährt, wie bereits erwähnt, ein starkes Tuning. "Cymbaline" streckt sich über eine Viertelstunde lang breit und dynamisch aus; "Welcome to the Machine" verlängert den Aufenthalt im Roger-Waters-Universum, jedoch ohne das Gefühl zu vermitteln, dasselbe wie bei der letzten Bleibe dort zu erleben - RPWL gleichen das Stück ihrem eigenen Fundus respektvoll an und zeigen mir damit, dass sie längst mehr als bloße Nachspieler sind.

"I Don´t Know" reduziert die Intensität nach so viel Opulenz ein wenig, ehe "Hole in the Sky" das Finale unter einen die Spannung betreffend geschickt zusammengestellten Set setzt. Die lange Version des Bonusliedes ist eine feine Dreingabe, fällt aber gegenüber den perfekt klingenden Bühnenstücken gar nicht als Studiostück auf. RPWLs Konzept, auf die live umgestaltete Musik zu setzen anstatt dem Publikum im Soundpanorama einen zu großen Platz einzuräumen, geht auf. An Stelle verbaler Kommunikation, die es zu Hause zu hören sowieso wenig Sinn macht, geschieht die Verbindung zum Hörer auf purer Songebene.

FAZIT: Tolle, stimmungsvolle Livescheibe der wohl besten, da nicht nach Provinz riechenden moderneren Progband des Landes. Ich habe mich gerne belehren lassen, und Freunde von allerlei Prog-Klassischem bis hin zum Neu-Marillion-Verehrer sollten die ebenfalls tun, sofern noch nicht geschehen.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2332x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Sleep
  • Start the Fire
  • Who Do You Think We Are
  • Day On My Pillow
  • Roses
  • Not About Us
  • The Gentle Art of Swimming
  • Wasted Land
  • Crazy Lane
  • Tryng to Kiss the Sun
  • World Trough My Eyes
  • Opel
  • Cymbaline
  • Welcome to the Machine
  • I Don´t Know
  • Hole in the sky
  • New Stars Are Born

Besetzung:

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