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Alice Cooper: Along Came A Spider (Review)

Artist:

Alice Cooper

Alice Cooper: Along Came A Spider
Album:

Along Came A Spider

Medium: CD
Stil:

Hardrock/Rock

Label: Steamhammer/SPV
Spieldauer: 44:22
Erschienen: 25.07.2008
Website: [Link]

Durch seinen exzellenten Auftritt beim Magic Circle Festival hat ALICE COOPER bei mir derzeit wieder einen mächtig dicken Stein im Brett. Dort hat er mal wieder gezeigt, dass er auf der Bühne immer noch eine der verlässlichsten Größen im Showbusiness ist und man einfach weiß, was man bekommt, wenn man ein Ticket zu einer seiner Shows löst. Bei den Studioarbeiten sieht es da bekanntlich etwas anders aus, denn durch die vielfältigen musikalischen Gesichter des Mr. Furnier war er in seiner langen Karriere stets für Überraschungen gut; man überblicke nur mal seine umfangreiche Discographie mit den verqueren Frühwerken über den sentimentalen Erfahrungsbericht "From The Inside", dem Hitwunder "Trash", dem modern tönenden "Brutal Planet" bis hin zur musikalischen Rückbesinnung mit den letzten beiden Alben.

Und nun also "Along Came A Spider", das mittlerweile 25. Studioalbum. Alles wie gehabt, möchte man dazu nach dem ersten Eindruck sagen. Allerdings nur im Bezug darauf, dass sich ALICE COOPER auch weiterhin nicht festlegen lässt und wenn einem darüber hinaus bewusst ist, dass die Zeit der Radio-Smasher der Sorte "Poison", "Hey Stoopid" & Co. wohl endgültig (oder vorerst, wer weiß das bei dem musizierenden Priestersohn schon so genau) vorbei ist. Und wer hauptsächlich auf solche Nummern wartet, wird mit diesem Album einige Probleme haben.
Es bedarf aber sicherlich auch für den Fürsprecher der letzten Veröffentlichungen einer gewissen Eingewöhnungszeit, um mit diesem Konzeptwerk über einen Serienmörder richtig warm zu werden. Denn könnte man nach den ersten Eindrücken grob meinen, dass der Retro-Kurs, der schon auf "Dirty Diamonds" ziemlich auf die Spitze getrieben wurde, lediglich fortgeführt wird, ist "Along Came A Spider" doch wieder anders.

Richtig offensichtlich ist die Geschichte über und aus der Sicht des Psychopathen namens Spider (die mit dem Buch von James Patterson und dem gleichnamigen Film mit Morgan Freeman, deutscher Titel "Im Netz der Spinne", nichts zu tun hat) dann auch nicht, da weder durch die Songs selbst, noch durch etwaige Zwischenspiele sonderlich viel Dramatik aufgebaut wird. Stattdessen gilt es anfangs erstmal zu verarbeiten, dass sich statt dem vermuteten Horrorszenario hinter dem verheißungsvollen Titel "I Know Where You Live" eine vielmehr fröhliche Nummer mit Glöckchen klingelnden Percussions und Klatscheinlage verbirgt. Abgesehen vom Anfangsriff und einem kurzem Gitarrenpart bekommt manch Hardrocker hier schon mal einen ersten kleinen Schock versetzt. Der darf dann aber bereits beim behäbig stampfenden "Vengeance Is Mine" mit seiner durchgehend solierenden Gitarrenarbeit, an der Ex-Gunner Slash großen Anteil hat, entspannt aufatmen - allerdings kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass er soeben den wohl härtesten Teil des Albums erlebt hat...
Das hippelig-abgedrehte "Wake The Dead" setzt dann auch bereits dem Opener noch einen drauf. Als Einzelsong ziemlich pfui, funktioniert solch eine Nummer wirklich nur im Gesamtkontext. Und dies trifft dann auch noch auf so einige andere Titel zu, die den Hörer erstmal mit einem Fragezeichen in Ohr und Kopf zurücklassen. Etwas leichter machen es einem da ein Rocker wie "Wrapped In Silk" oder die melancholische Ballade "Killed By Love", und auch "Catch Me If You Can" ist schon mehr ein typischer ALICE COOPER-Ohrwurm, wenn auch mit einem beachtlichen 70er Jahre-Flair.

Es ist also dringend erforderlich, in die Story einzutauchen und sich im bestmöglichen Falle in die Person des Spiders hineinzuversetzen. Erst dann herrscht eine anfangs kaum spürbare, unterschwellige Atmosphäre vor, natürlich hauptsächlich hervorgerufen durch die betörende Eindringlichkeit des Meisters Stimme mit dieser gewissen Fiesheit im Unterton. Von dessen typischen Humor und Zynismus, der hier an allen Ecken durchschimmert, ganz zu schweigen. Gerade die psychotischen Texte im Verbund mit der scheinbar gegensätzlichen Fröhlichkeit der Musik macht ihn dann auch oftmals aus, den Charme dieser Scheibe.

FAZIT: Es dauert seine Zeit, aber wenn man dieses Album erstmal geknackt hat, fällt das Jubiläum des ehrwürdigen Schockrockers doch noch sehr solide aus - zum uneingeschränkten Genuss sollte man aber wohl dennoch eingefleischter ALICE COOPER-Fan sein. Und wie bereits erwähnt: Die Beschäftigung mit dem Textkonzept ist Pflicht.

Lars Schuckar (Info) (Review 4071x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Prologue/I Know Where You Live
  • Vengeance Is Mine
  • Wake The Dead
  • Catch Me If You Can
  • (In Touch With Your) Feminine Side
  • Wrapped In Silk
  • Killed By Love
  • I´m Hungry
  • The One That Got Away
  • Salvation
  • I Am The Spider/Epilogue

Besetzung:

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