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Moonspell: Night Eternal (Review)

Artist:

Moonspell

Moonspell: Night Eternal
Album:

Night Eternal

Medium: CD
Stil:

Dark Metal / Gothic

Label: Steamhammer/SPV
Spieldauer: 44:15
Erschienen: 16.05.2008
Website: [Link]

In ihrer Heimat Portugal sind MOONSPELL schon länger so etwas wie Superstars, erreichen mit ihren Alben Top-Positionen in den Charts („Memorial“ erreichte 2006 Platz 1) und spielen in Lissabon vor locker 3500 Zuschauern. Im letzten Jahr kehrte das Quartett zu seinen Wurzeln zurück und lieferte mit „Under Satanae“ Neueinspielungen alter Stücke im neuen Soundgewand ab.

Für alle, die MOONSPELL nach einigen unspektakulären Alben bereits abgeschrieben haben: „Night Eternal“ ist ein echter Brecher, eine Rückbesinnung auf alte Taten bei gleichzeitig steiler Lernkurve im Bereich Songwriting und der Inszenierung von Drama in finstermusikalischer Reinkultur. Das hier ist Dark Metal und Gothic ohne läppisches Kitsch-Vokabular und debile SM-Porno-Ästhetik. MOONSPELL sind gleichermaßen knallhart und symphonisch, brutal und gefühlvoll. Der Opener „At Tragic Heights“ ist mit seinen gesprochenen Passagen, orientalischen Frauengesängen, pathetischen Orchestrierungen, den peitschenden Riffs, den monströsen Growls und leichter Black-Metal-Schlagseite ein echter schwarzer Mahlstrom, der – Verzeihung – etwas an DIMMU BORGIR erinnert, aber weniger auf Effekthascherei setzt.

Zerbrechlich beginnt der Titeltrack, bevor die Gitarren brutal hämmernd das Geschehen aufmischen, geisterhafte Gesangspassagen und Growls den Song über die erste Hälfte treiben, bis ein virtuoses Gitarrensolo und teuflische „Spoken-Word-Passagen“ den Song an seinen Ausgangspunkt zurückführen. Akustisch beginnt „Shadow Sun“. Fernando Ribeiro singt hypnotisch beschwörend, diesmal clean, der Härtegrad steigt ruckartig an, Growls dominieren, die Gitarren ballern wahlweise zur Doublebass oder wiegen tonnenschwer im Doom-Death-Gewand. Klingt Ribeiro am Ende des Tracks nicht wie KATATONIAS Jonas Renkse?

Mit „Scorpion Flower“ schwenken die Portugiesen in Richtung getragenen Gothic-Rock mit warmen, klaren Vocals, romantisch-eingängiger Melodie und forttragender Eingängigkeit im Refrain. Anneke van Giersbergen (ex-THE GAHTERING, AGUA DE ANNIQUE) kann als Unterstützung gesanglich im Duett dem Gesamtsound zwar mehr Fülle verleihen, sticht aber nicht so heraus, wie bei ihrem Gastauftritt bei AYREONs „01011001“. Auf Schönklang folgt die Dampframme des Albums: „Moon In Mercury“ dürfte mit Ribeiros entfesselten Growls, den krachenden Riffs, den feinen Soli und dem symphonischen Ende ein wahres Live-Juwel darstellen!

„Here Is Twilight“ fährt zweigleisig: Growls und beschwörender Klargesang in Union mit treibenden Drums und erhabenen Chören lassen sich leicht konsumieren. „Dreamless (Lucifer And Lilith)“ läuft vollständig in getragenem Midtempo ab, dunkel-melodisch singt Ribeiro und klingt wie ein Åkerfeldt-Renske-Hybrid. Die beiden abschließenden Tracks schließen qualitativ gleichwertig an die vorhergehenden Tracks an, wobei das letzte „First Light“ die dramatischen Keys und Chöre noch stärker in den Vordergrund stellt.

FAZIT: MOONSPELL haben mit „Night Eternal“ ein mächtiges, dramatisches Album abgeliefert, das die Portugiesen mit neu erweckten Lebensgeistern präsentiert. Die orientalischen Soundfärbungen fügen sich nahtlos in die acht Songs ein, die zwischen knochenbrechender Aggression und dunkler Gothic-Romantik pendeln. Der wuchtige, transparente Sound verleiht den dunklen Kompositionen genau die richtige Durchschlagskraft. Bitte antesten!

Nils Herzog (Info) (Review 5818x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • At Tragic Heights
  • Night Eternal
  • Shadow Sun
  • Scorpion Flower
  • Moon In Mercury
  • Hers Is The Twilight
  • Dreamless (Lucifer And Lilith)
  • Spring Of Rage
  • First Light

Besetzung:

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