Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Heaven & Hell: The Devil You Know (Review)

Artist:

Heaven & Hell

Heaven & Hell: The Devil You Know
Album:

The Devil You Know

Medium: CD
Stil:

Heavy Metal

Label: Roadrunner Records
Spieldauer: 54:03
Erschienen: 24.04.2009
Website: [Link]

Eine kurze Zusammenfassung für alle, die seit drei Jahren in einem sensationsfernen Verlies leben:
BLACK SABBATH sind unter dem Namen HEAVEN & HELL zurückgekehrt!
Im Jahre 2006 fügte sich die Besetzung zu Zeiten des Albums „Heaven and Hell“ von 1980 der legendären Doom-Metaller noch einmal zusammen, um für das Nostalgiealbum „The Dio Years“ ein paar neue Songs aufzunehmen. Im Studio bemerkte man, dass die Funken noch nicht erloschen waren und beschloss, auf große Welttournee zu gehen.
Wer eine der Shows der vergangenen Tour miterleben durfte, konnte spüren, dass das Feuer der Altrocker untereinander immer noch heiß brennt und ist wohl kaum verwirrt, dass sie auf ihre alten Tage noch ein brandneues Studioalbum veröffentlichen. „The Devil You Know“ heißt das Werk, das die Hoffnung auf die Reinkarnation eines längst verstorben geglaubten Mythos wieder aufkeimen lässt.

Mit einem düsteren Song beginnt das Album und lässt sogleich die Erinnerung an „Vol. 4“ wach werden. Doch Ronnie James Dio stellt hierbei auch die Sabbath-Fans zufrieden, die sich nie an Ozzys gewöhnungsbedürftige Stimmfarbe gewöhnen konnten. „Atom And Evil“ presst Dio gekonnt ins Mikro und leitet eines der stimmungsunterstreichenden Soli Iommis ein.

Insgesamt ist die Scheibe sehr doomig angehaucht. Hierzu kommen dem aufmerksamen Hörer sofort Klassiker wie „The Sign Of The Southern Cross“ oder gar der Namensgeber der Band „Heaven And Hell“ in den Sinn.
Wer bei diesem Album allerdings auf einen funktionierenden Mischling, bestehend aus der instrumentalen Raffinesse zu Ozzys Zeiten und der Straight-Forward-Philosophie Dios gehofft hat, wird vermutlich enttäuscht. Ständig hat man den Eindruck, Iommi und Dio würden sich gegenseitig in die Schranken verweisen. Hat man bei „Atom And Evil“ und „Bible Black“ noch eindeutig durch Iommi dominierte Titel, drängt sich bei „Double The Pain“ und „Eating The Cannibals“ unverkennbar Dios Einfluss in den Vordergrund. Dass die beiden auch zusammen immer noch gut funktionieren, zeigen Songs wie „Fear“ oder „Follow The Tears“. Butlers Bassspiel ist dabei wie gewohnt kreativ, inklusive den üblichen Spielereien zwischen den Zeilen.

Bei den hauptsächlichen Thematiken der dunklen Seite bleibt ein Konzeptbruch à la „Rock And Roll Angel“ verständnislos im Raum stehen. Bezieht man „The Turn Of The Screw“ nur auf die Handlung der gleichnamigen Novelle von Henry James, so geht wenigstens der Titel in Ordnung – mit deren komplexer Handlung hat der Song allerdings so gut wie nichts zu tun.

FAZIT: „The Devil You Know“ ist kein schlechtes Album. Jedoch lässt sich der ständige Hintergedanke, dass man die Scheibe nur der Nostalgie wegen anhört, nicht gänzlich ersticken. Stilistisch gesehen klingt die Platte nach der Zeit, an die sie anknüpfen will, von Weiterentwicklung fehlt jede Spur.
Den Instrumentalisten Iommi, Butler und Appice merkt man es dabei vielleicht nicht an, aber Dio wird am 10. Juli diesen Jahres geschlagene 67 Jahre alt – und das (trotz gutem Job auf dieser Scheibe) langsam aber sicher hörbar.

Henning Seidt (Info) (Review 7637x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Atom And Evil
  • Fear
  • Bible Black
  • Double The Pain
  • Rock And Roll Angel
  • The Turn Of The Screw
  • Eating The Cannibals
  • Follow The Tears
  • Neverwhere
  • Breaking Into Heaven

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Stiefelriehmen-Bill
gepostet am: 27.04.2009

Bei mir würde es auch 8-9 geben. Ich finde das sehr hausbacken und die Gesänge sind zu 100% bekannt. Ganz nett, aber belanglos.
Van Helsing
gepostet am: 28.04.2009

User-Wertung:
9 Punkte

Schreibt man Riemen nun mit "h"?
Alle neune auch von mir; alles epigonenhaft, Dio singt immer gleich, das wirkt einschläfernd. The Queen Of The Ryche ist besser.
Ripper
gepostet am: 29.04.2009

Zitat: "Stilistisch gesehen klingt die Platte nach der Zeit, an die sie anknüpfen will, von Weiterentwicklung fehlt jede Spur." Zitatende.

Manchmal kann eine Weiterentwicklung auch bedeuten, dass man "in die Tiefe" geht und nicht einen Effekt heischenden Bogen schlägt. Genau dies manchen Black Sabbath/Heaven & Hell und liefern ein sehr dichtes Album mit Tiefgang ab. Absurd, von weit über 60-jährigen großartige Weiterentwicklungen zu erwarten....
Van Helsing
gepostet am: 29.04.2009

User-Wertung:
9 Punkte

Ich erwarte nicht New Metal oder Indierock von denen. Weiterentwicklung nicht, aber mal neue Melodielinien und gesanglich mal etwas, das nicht wie "Sign Of The Soutern Cross" klingt. Irgendwie machen sie das wie AC/DC. "Lady Evil" + "H&H" = "Atom Evil" oder so. Das finde ich nicht sehr spektakulär. "Die Young", "Voodoo" oder "Children Of The Sea" waren kompositorisch besser. Was solls, ist ja nett gemacht; hin- und wieder höre ichs auch.
Lars [musikreviews.de]
gepostet am: 29.04.2009

Der Beitrag von Ripper kribbelte mir so ähnlich auch bereits in den Finger. Leider kenne ich das Album noch nicht und wollte dann doch lieber noch abwarten... *g*

Ich erhoffe mir vielmehr, dass keinerlei Weiterentwicklung (okay: 'neue Wege' klingen vielleicht besser) auf diesem Album festzustellen ist. Als langjähriger Fan will ich nur neues Material, dass qualitativ möglichst nahe an ihre stärkste Zeit heranreicht. Bitte, bitte keine Experimente. Aus dieser Sicht verspricht mir dein Review sehr viel;-)

Wenn ich die letzte Live-Scheibe heranziehe oder auch die Ausschnitte, die ich doch bereits von der neuen gehört habe, kann ich auch den Eindruck von Dios Gesang bisher nicht bestätigen.
Henning [musikreviews.de]
gepostet am: 29.04.2009

Mit "Weiterentwicklung" meinte ich keineswegs, dass ich Experimente erwarte. Ich bin selbst ein riesiger Fan von SABBATH mit und ohne Dio und auch dessen Solo-Band! Die Scheibe klingt aber leider für mich nur wie eine seelenlose Nachahmung dieser alten Zeiten.
Dios stimmliche Veränderung auf diesem Album hat mich ebenso überrascht, da ich ihn erst 2006 Solo und 2007 mit H&H auf dem BYH-Festival gesehen habe und mir beide Male nichts desgleichen aufgefallen ist.
Mein Fazit bleibt (so weh es mir selbst auch tut): (Leider nur) Mittelmaß.
Ripper
gepostet am: 30.04.2009

Etwas mehr Bescheidenheit stünde so manchem Rezensenten gut zu Gesicht. Damit meine ich niemanden persönlich, Henning, sondern beschreibe einen Missstand im gesamten Metier. Ihr habt es mit einem Klientel zu tun, das man als durchaus qualifiziert bezeichnen kann. Da kommt "Besserwisserisches" nicht so besonders gut an.
Ich bleibe dabei: "TDYK" mag kein "Milestone" sein - ein starkes Album ist's allemal. "Mittelmaß" hört sich anders an.
Van Helsing
gepostet am: 04.05.2009

User-Wertung:
9 Punkte

Insgesamt finde ich die Rezensenten hier schon recht kompetent. Natürlich bin ich auch nicht immer der gleichen ansicht wie die Schreiber. Das Review überzeugt durchaus. Denn H&H klonen sich einfach zu stark, als dass man von einem richtig guten Album sprechen könnte. Henning, Lars, Andi und Co. machen das schon gut, da sie auch mal die Perspektive wechseln. Einen Missstand (3 "s"?) sehe ich hier nicht.
Nephilim
gepostet am: 07.05.2009

User-Wertung:
13 Punkte

Nun, sicher nicht so gut wie 1980, aber trotzdem Note "sehr gut" - m.E.
Lars [musikreviews.de]
gepostet am: 19.05.2009

User-Wertung:
11 Punkte

Nach diversen Durchläufen finde ich die Scheibe gut - aber nicht so gut wie erwartet/erhofft. Aus der groben Richtung haben die Alben von FORSAKEN und auch von CANDLEMASS bei mir doch die Nase vorn. 11 Punkte von mir.
Metal
gepostet am: 27.10.2010

User-Wertung:
14 Punkte

wir sind hier nicht in der Prog-Besprechung, sondern bei einem Heavy Metal/Stoner Album das feiner und reifer (mit Ausnahme zweier schwacher Songs, Neverwhere und The Turn Of The Screw) nicht sein könnte. Sound, Songs und die Persönlichkeiten kommen dermaßen genial, das es kracht. Dio und Iommi/Butler haben diesen Stil erfunden, wie kann man da das Album abwerten, weil sie angebl. nichts weiterentwickeln. Hier ist eine Entwicklung in die Tiefe passiert, das kann man besser würdigen, wenn man die frühen 80iger selbst miterlebt hat und die Originalität dieser Musiker erfassen kann.
Jo
gepostet am: 27.10.2010

User-Wertung:
14 Punkte

unglaublich starke erste Seite (DLP) und erst bei mehrmaligem Hören merkt man die Tiefe und das Durchdachte dieser Songs, Dios beste Stonerrock-Performance, Iommis bester LP-Sound!
Hugo
gepostet am: 27.10.2010

ich lach mich tot, 9 Punkte, das ist so, als würde man einen Spitzenwhiskey langweilig finden, weil er "mal wieder" nach Torf schmeckt, der Rezensent hat leider selbst das Prädikat Mittelmaß verdient, sorry aber wirklich....die Platte ist ein feines Spitzenwerk und hat nichts mit den unzähligen schlechten Dio-Alben und späten Black Sabbath-Platten zu tun, ich finde es ist das beste Album seit Heaven und Hell und es übertrifft dieses sogar bei weitem soundtechnisch!
Günnie
gepostet am: 09.11.2010

Immer wieder faszinierend wie enttäuschte Fans einer Band zum Gegenschlag ausholen. Ob das Album gut oder schlecht ist spielt überhaupt keine Rolle. Nachvollziehbar ist auf jeden Fall die Begründung für das Unwohlsein des Rezensenten. Weniger nachvollziehbar sine die "harten Fakten" der Kritiker-Gegner...
Henning [musikreviews.de]
gepostet am: 09.11.2010

Danke Günnie!
Endlich mal einer, der objektiv und fair bleibt.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Tage hat eine Woche?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!