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Ihsahn: After (Review)

Artist:

Ihsahn

Ihsahn: After
Album:

After

Medium: CD
Stil:

Progressive Extreme Metal

Label: Candlelight Records
Spieldauer: 53:01
Erschienen: 25.01.2010
Website: [Link]

Anderthalb Jahre nach dem Vorgänger "AngL" komplettiert EMPEROR-Mastermind IHSAHN seine Trilogie initialer Soloalben nun mit "After" - und setzt damit das erste dicke Ausrufezeichen im musikalischen 2010. Wie auch zuvor arbeitet der charismatische Frontmann dafür mit SPIRAL ARCHITECT-Musikern zusammen, neben Schlagzeuger Asgeir Mickelson ist nun auch Bassist Lars K. Norberg mit von der Partie. Außerdem ein weiterer Musiker, auf den ich später erst eingehen möchte, der aber entscheidend dazu beiträgt, dass "After" ein spektakuläres Album geworden ist.

Los geht es mit "The Barren Lands", einer lupenreinen, melodischen und eingängigen Prog Metal-Nummer, bei der lediglich der kratzige Kreischgesang des Meisters aus dem Rahmen fällt. Mit seinem ohrwurmtauglichen Refrain beißt sich der Song aber schnell fest. Schnell wird es dann auch im folgenden, insgesamt leicht hysterisch wirkenden "A Grave Inversed", hier kommt zum ersten Mal IHSAHNs Black Metal-Verbundenheit zum Tragen. Das Geblaste in den Strophen wird von eigentümlichen Geräuschen untermalt, die an einen aggressiven Hornissenschwarm erinnern und kurze Zeit später wird das Rätsel gelöst - dann hört man deutlich, dass ein Saxophon seinen Einsatz bekommt. IHSAHN hat nämlich Jørgen Munkeby von den Norwegern SHINING (nicht zu verwechseln mit den schwedischen Ritzern um Kvarforth) eingeladen, "After" mit zahlreichen Saxophoneinsätzen zu veredeln und das war ein genialer Schachzug. Das Saxophon ist natürlich kein klassisches Metal-Instrument, aber nicht nur die SCHWEISSER haben seinerzeit bewiesen, dass es überaus gelungen in Metalsongs integrierbar ist. Auf "After" gelingt das sogar oft so gut, dass es die Emotionalität der Musik in enorme Höhen schraubt.

Deutlich entspannter geht es im meist klar gesungenen Titeltrack zu, der auch bei OPETH-Fans Anklang finden sollte. "Frozen Lakes On Mars" wirkt trotz anfänglicher Doppelleads zunächst harscher und wartet mit betont unmelodischen Strophen auf, bevor ein grandioser Refrain die Disharmonie gekonnt kontrastiert. Bis hierhin sind die Songs in sich recht geschlossen, das ändert sich aber im zehn-minütigen "Undercurrent", das einer musikalischen Achterbahnfahrt nahe kommt. Beinahe artrockig ruhig geht es los, steigert sich härtetechnisch immer weiter, geht über in einen herrlichen Saxophonpart, bevor es dann auch an Geschwindigkeit zulegt und wieder schwarzmetallische Gefilde streift, um dann wieder sanft herunterzukommen. Weniger stark ist dieser Ausschlag im abschließenden "On The Shores", das zwar die Saxophon-Motive von "Undercurrent" aufnimmt, diese aber gut eine Oktave tiefer erklingen lässt, insgesamt melancholischer, aber nicht weniger intensiv ist. Dazwischen finden sich noch das ruhige und verhaltnismäßig unspektakuläre "Austere" sowie das mit dramatischen Gitarrenleads und "schreiendem" Saxophon aufwartende "Heavens Black Sea".

Spielerisch sind IHSAHN und seine Begleitband natürlich in der Musiker-Champions League ansässig, aber auch songschreiberisch und in den Arrangements wird hier nur Spitzenklasse geboten. Der bis auf in den ruhigen Momenten recht harte Grundsound wird dabei von dezenten Keyboards und warmen Orgelklängen abgemildert, auch die natürliche und klare Produktion trägt ihr Schärflein dazu bei, dass "After" kein kaltes, technisches Album geworden ist. Den Mix hat dabei Jens Bogren übernommen, der zuletzt mit OPETH und KATATONIA zusammengearbeitet hat, während die Produktion selber in IHSAHNs Symphonique Studio vonstatten ging.

FAZIT: Mit "After" ist IHSAHN wohl das beste seiner drei Soloalben gelungen. Technik und Atmosphäre stehen hier in einem ausgewogenen Verhältnis und durch die Hinzunahme des Saxophons wird den eh schon guten Kompositionen die Krone aufgesetzt. Nach spätestens drei Durchläufen sollte eigentlich jeder Liebhaber anspruchsvoller Metalklänge sein Herz an "After" verloren haben. Großartig und bewegend. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schulz (Info) (Review 4579x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • The Barren Lands
  • A Grave Inversed
  • AFTER
  • Frozen Lakes On Mars
  • Undercurrent
  • Austere
  • Heavens Black Sea
  • On The Shores

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Troll
gepostet am: 05.01.2010

Das Saxophon schreckt mich ein bisschen ab - aber beim letzten Album war es ja auch irgendwie sehr einzigartig und geil. Die Mischung aus Emperor und Prog schockt - ich bin sehr gespannt.
Andreas
gepostet am: 05.01.2010

Rattenscharfes Album, wo die beiden ersten bisweilen "gestückelt" klangen. Jazzbläser im Metal sind zumindest für mich seit Ephel Duaths "The Painter's Palette" etabliert. Unbedingt auch die Band des Gast-Saxophonisten anchecken: Shining aus Norwegen, die schon vor Jahren im Vorprogramm von Enslaved alle Schuhe im Publikum ausgezogen haben.
aldee
gepostet am: 09.01.2010

Black metal im Hirn bei Dir.
Andy [musikreviews.de]
gepostet am: 11.01.2010

Ich habe ja immer noch Probleme, den letzten Kommentar zu verstehen... *g*
Philipp
gepostet am: 12.01.2010

Scheint ja ein guter Black / Pagan Jahresanfangzu werden.
Ihsahn, Borknagar und Troll
Aldee
gepostet am: 15.01.2010

@reviewer: das Album hat nun wirklich nichts mit Black Metal zu tun, so wie es zur Zeit bei Emperor war. Sicherlich klammere ich mal das Prometheus Album aus, auch das ist aber weit entfernt vom musikalischen Schaffen dieses After Outputs. das Album ist stellenweise sogar eher "abgedreht", wenn man die Saxophon Parts bei dem Song "Grave Inversed" heranzieht, da diese absolut Atonal gehalten sind, und teilweise an 12 Ton Improvisation erinnern.

Triton
Lg, Triton
Andy [musikreviews.de]
gepostet am: 15.01.2010

Ich schrieb ja auch nicht, dass BM im Stile von Emperor zu hören ist, sondern dass in dem Song die BM-Vergangenheit durchschimmert, z.B. wegen der Geschwindigkeit des Songs. Wenn schon Erbsen gezählt werden, dann bitte richtig. ;)
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