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Schelmish: Persona non grata (Review)

Artist:

Schelmish

Schelmish: Persona non grata
Album:

Persona non grata

Medium: CD
Stil:

Mittelalter-Rock

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 64:46
Erschienen: 07.05.2010
Website: [Link]

Nachdem sich SCHELMISH in den letzten Jahren auf Rockmusik konzentriert hatten, gibt es nun mit „Persona non grata“ erstmals seit 2004 wieder ein Studioalbum mit mittelalterlicher Musik zu hören, dem usprünglichen Genre der Band. Dabei geht man weder völlig authentisch und zeitgenössisch zur Sache, noch verbindet man wie andere Vetreter dieser Musikrichtung Rock und Metal mit mittelalterlichem Instrumentarium. Stattdessen positionieren sich SCHELMISH irgendwo zwischen diesen Polen: Neben den dominierenden Sackpfeifen sorgt zwar ein Rock-Schlagzeug für Groove, E-Gitarren gibt es jedoch keine zu hören. Ebenso verwendet man zwar traditionelle Texte, die Musik jedoch stammt von der Band.

Persona non grata“ hat ein großes Problem: Es mangelt eklatant an Abwechslung. SCHELMISH gehen leider fast ausschließlich instrumental zu Werke und setzen dabei vor allem auf Sackpfeifen und ähnliche Instrumente. Folglich klingt das Album (zumindest für den Laien) wie das Soloprojekt eines Dudelsack-Spielers. Aufgrund der Einschränkungen des Instruments ähneln sich die meisten Melodien sehr, obwohl möglicherweise vereinzelt auch Keyboards verwendet wurden, zumindest klingen einige Sounds ein wenig künstlich. Die einzelnen Songs bestehen meist aus einem Hauptthema, das bis auf ein paar Variationen bis zum Ende immer wieder rauf und runter gedudelt wird. Man könnte es auch so ausdrücken: „Persona non grata“ gleicht eher einer Ansammlung verlängerter Intros/Outros und Zwischenspielen.

Das ist um so bedauerlicher, da die wenigen Songs mit Gesang wirklich gelungen sind. „Abends wenn die Fremden beten“, „Ouwe war“ und der Titeltrack bieten keine Leadvocals im herkömmlichen Sinne, sondern im Chor vorgetragene Harmoniegesänge. Das kann man sich in etwa wie die frühen SUBWAY TO SALLY vorstellen, wenn diese auf Gitarren verzichtet und Eric Fish nur an den Dudelsack gelassen hätten. Auch die etwas nachdenklichere Stimmung steht der Band gut zu Gesicht, wie sie auch in einigen wenigen Passagen mit Streichinstrumenten und Flöten vorherrscht (z.B. im Abschlusstrack „Quo vadis“). Leider überwiegen jedoch die fröhlichen, tanzbaren Nummern bei weitem.

Das Album ist nicht im Handel erhältlich, sondern wird über die Website der Band und bei Live-Auftritten verkauft. Diverse Mailorder führen es ebenfalls.

FAZIT: Aufgrund des Mangels an Gesang und Abwechslung ist „Persona non grata“ sicher kein Album, dass man zu Hause immer wieder auflegen und konzentriert hören möchte. Da SCHELMISH auch instrumental und kompositorisch viel zu eintönig agieren, eignet sich dieses Werk eigentlich nur als Hintergrundbeschallung einer mittelalterlichen Veranstaltung. Dafür klingt die Band aber wiederum nicht authentisch genug. Was letztendlich bleibt, ist ein über weite Strecken unsäglich trötendes, quäkendes „Blasmusik“-Album für Dudelsack-Fetischisten. Hier wäre deutlich mehr zu holen gewesen, hätten SCHELMISH verstärkt auf Gesang gesetzt und öfters Stimmungen und Instrumentarium variiert. [Album bei Amazon kaufen]

Daniel Fischer (Info) (Review 5730x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 6 von 15 Punkten [?]
6 Punkte
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Tracklist:
  • Intro
  • Illuminatio
  • Lux lucet in tenebris
  • Abends wenn die Fremden beten
  • Via sacra
  • Vasilis, Tanz der Völker
  • Non se falsis argumentis
  • Aurora
  • Muscipulum
  • Tandida hora
  • Ouwe war
  • C‘est la vie
  • Luna pernocte
  • Saltarello No. 666 1/2
  • Persona non grata
  • Quo vadis

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Mark
gepostet am: 10.06.2010

User-Wertung:
4 Punkte

Sehr gutes, treffendes Review.
Jerome
gepostet am: 06.08.2010

User-Wertung:
13 Punkte

du sagst es selbst "für einen laien" klingt das album vllt nach endlosen soli o.Ä., aber leute die auch nur einen funken intresse für solche musik übrig haben hören dort ein wahres feuerwerk an klängen und abwechslung, grade nach den letzten alben die eher in richtung neue deutsche härte gingen ist dieses album eine wohltat.

vllt beschränkst du dich in zukunft auf reviews von musik von der du etwas verstehst und kritisierst mit deinem unqualifizierten gefasel keine musik solch großer künstler mehr...

mfg Jerome
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 06.08.2010

Wieder einmal die übliche Reaktion eines gekränkten Fans/Freundes/Mitgliedes der Band, der Kritik an seinen Lieblingen nicht vertragen kann. Ist nicht immer einfach, zu akzeptieren, dass es auch andere Geschmäcker und entsprechende Meinungen gibt, aber so etwas ist tatsächlich möglich. Probier's mal aus, statt gleich persönlich zu werden.

Aus dieser Ecke gibt es Bands, die deutlich mehr auf dem Kasten haben und deutlich weniger einfach nur Klischees bedienen, und auch meiner Meinung nach sind Schelmisch da eher eine Band aus der bestenfalls zweiten Reihe.
Wikingjarl
gepostet am: 19.08.2010

User-Wertung:
3 Punkte

Persona..ist eine echte Alternative zu Manufactum II von Saltatio.Aber :eine Live-Version wäre besser gewesen,denn
Schelmish sind klar besser live als auf Studio-Alben.Mehr Gesang hätte sein können,"Live 2oo5"war da vielfältiger.Vielleicht überarbeiten die Schelme die "Persona..."noch mal.Ein Fan von beiden genannten Gruppen.Gruß,Jarl
Mephistopheles
gepostet am: 21.08.2010

User-Wertung:
12 Punkte

So, sehr geehrter Jerome, sehr geehrter Chris, ihr habt beide Recht, aber ihr habt beide im selben Maße unrecht.
Es stimmt, für den Laien, der sich nicht mit solcher Musik beschäftigt, klingt es bestimmt sehr eintönig, aber dass der Gesang zu wenig wäre, kann ich nicht unterschreiben. Es ist ein Konzeptalbum, es wird eine Geschichte im Booklet erzählt, und die Musik gehört dazu, man darf es nicht getrennt beobachten oder gar das eine weglassen bei der Kritik.
Und Jerome, man muss auch Kritik an der Lieblingsband vertragen, tu ich ja grade auch, Schelmish ist eine meiner Lieblingsbands.
Und ich merke keine Ähnlichkeit zu frühen StS Werken, nicht einmal bei groooßer Phantasie.
Weiterhin wurde im Mittelalter nicht viel gesungen bei "völkischer" Musik, wirklicher Gesang war den Kirchenliedern vorbehalten, somit trifft das Album den Nagel auf den Kopf, Musik und eine separate Geschichte zum selber vorlesen.
Liebe Reviewcrew, sucht für eure Kritiken euch Kritiken immer jemanden, der sich mit dem Genre auskennt, auch Literaturkritiker haben ein Fachgebiet, Marcel Reich-Ranicki fängt auch nicht plötzlich an Gedichte zu kritisieren, nur weil er es bei Romanen schafft, und bei PC-Spielen spezialisieren sich die Bewerter auch auf ein Gebiet, macht das bitte auch so, denn ein Hörer von solcher Mittelaltermusik wird das besser auswerten können und ein besseres Ergebnis liefern können.

Der ewige Teufel auf den Schultern aller, Mephistopheles
Daniel [musikreviews.de]
gepostet am: 21.08.2010

Diese Logik will sich mir nicht erschließen... Nur weil ich ein Album kritisiere und ihm keine hohe Punktzahl gebe, heisst das also automatisch, dass ich mich in dem Genre nicht auskenne??

Ich höre sehr gerne mittelalterliche Musik und maße mir auch einfach mal an, diese einigermaßen fachmännisch bewerten zu können. Mein Satz mit dem Laien bezog sich mitnichten auf mich selbst oder das Genre (aber klar, dass man sich darauf stürzt...), sondern lediglich auf das Instrumentarium! Schelmish verwenden hauptsächlich Instrumente aus der Familie der Sackpfeifen oder Artverwandte. Diese klingen nun mal recht ähnlich. Für einen Hörer also, der vielleicht nicht gerade selber verschiedene Sackpfeifen professionell spielt oder gar baut, wird es kaum einen Unterschied machen. Das hat jedoch nichts damit zu tun, ob man die Musikrichtung mag, sich damit auskennt oder diese rezensieren darf.

Fakt ist einfach, es fehlt an Abwechslung, denn Mittelalter heisst doch nicht automatisch nur Sackpfeifen! Klar, wer vielleicht nur bestimmte Bands kennt, könnte meinen "Mittelalter-Rock, das ist doch das mit den vielen Dudelsäcken, oder?" So ein Blödsinn! Es gibt so viele verschiedene Instrumente und -familien, Schelmish beschränken sich aber zum größten Teil auf eine.

Natürlich darf man das trotzdem mögen, wer eben am liebsten nur Sackpfeifen hört, wird seine Freude haben. Aber mir persönlich ist das eben zu eintönig und auch zu einfach. Da gibt es andere Gruppen, die weitaus authentischer klingen und gleichzeitig viel abwechslungsreicher zu Werke gehen.

Zu dem Punkt, man dürfe die Geschichte aus dem Booklet nicht getrennt von der Instrumentalmusik sehen und in der Kritik unerwähnt lassen: Leider haben wir kein Booklet und keine Geschichte zu dem Album bekommen. Wenn die Band das für wichtig erachtet, sollte sie es auch den Rezensenten zur Verfügung stellen. Wobei das prinzipiell nichts an der fehlenden Abwechslung ändern würde...
Dj_Krabat
gepostet am: 20.09.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Ich glaub mein schwein pfeifft schlmisch mit samo zu vergleichen.frecheit samo ist klasse die machen immer stimmung.und schelmish sind auch gut. Bevor mann eine kritik ab gibt sollte man die erst mal live gesehn haben.

die silche sachen schreiben machen band Kaput. Frecheit Kann ich da nur sagen
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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