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Discreation: Plague and Fire (Review)

Artist:

Discreation

Discreation: Plague and Fire
Album:

Plague and Fire

Medium: Download
Stil:

Death Metal

Label: Eigenvertrieb / Download
Spieldauer: 12:53
Erschienen: 19.08.2011
Website: [Link]

Nein, "Withstand Temptation" war kein Glückstreffer: DISCREATION haben das Lineup umgekrempelt, doch nach nun auch schon ungefähr einer Dekade Bandgeschichte genügend Eigenständigkeit entwickelt, sodass man sich nicht wegen etwaiger Stilbrüche sorgen muss. Im Gegenteil: Verfeinerung ist das Gebot, und diese drei neuen, kostenlos im Netz abgreifbaren Tracks gehören wohl zu den besten Visitenkarten, die das Quintett auch international abgeben kann.

"Plague and Fire" leitet mit einer schlichtem Melodie im skandinavischen Stil der frühen Neunziger ein, gleichwohl mit zeitgemäßem, aber überhaupt nicht klinischem Sound (Deutschlands Death-Metal-Qualitätsgarant: Jörg Ukens Soundlodge Studios fürs Mixen und Mastern). Rhythmisch gibt man sich absichtlich unbeweglich, also bis zur Bridge konstant und kontrolliert ballernd. Zum Ende hin nehmen die schlauen Komponisten sich Zeit für einen wenige Sekunden währenden epischen Part. Eingedenk der zweckmäßigen Leads - kein Solo an sich - erfährt der Track eine formidable Spannungssteigerung mit Rückgriff aufs Kernthema zum Schluss. Swedeath aus der zweiten Reihe von damals - oftmals besser als die Standards - lässt lautstark grüßen, Stichwort EUCHARIST oder generall die Wrong-Again- Black-Sun-Posse.

Nach dem Bassintro von "This Darkest Day" geht es im gemütlichen Kopfnicker-Tempo weiter. Wiederum setzt die Combo auf ein schlicht eingängiges Riff, aber das Zuckerstückchen ist eindeutig der wunderbar melodische Refrain - Stimmung trotzig bis melancholisch. Da DISCREATION wahrscheinlich wie letztes Jahr wieder nichts von vermeintlichen Referenzbands wissen wollen, sparen wir sie hier aus (siehe oben) und verweisen auf den zwischendurch wieder in den Vordergrund tänzelnden Bass. Die Inbrunst, die dann auf der Zielgeraden an den Tag gelegt wird, dürfte sogar vermeintliche Postmetaller in Verzückung geraten lassen, denen der Kloß im Hals gar nicht dick genug sein kann. Wer sagt, Death Metal wäre bar jeglicher Emotionen, hat im Grundkurs harte Musik nicht richtig aufgepasst.

"Walking Ghosts" - die Catchphrase in Gestalt der titelgebenden Worte kommt hier schon sehr früh mit unerwarteten Breaks, die das Lied keineswegs zerfasern. Vielmehr halten sich Duracell-Hase und hochenergischer Thrash die Waage. Einen interessanten Ansatz bieten die mit Sprechstimme gedoppelten Passagen gen Ende (nein, kein Metalcore-Geisere), bevor nach einem kurzen Solo zum Endspurt gebeten wird. Was DISCREATION neben ihrer findigen Liedschreibe vor allem auszeichnet, ist der stets klar verständliche Knurrgesang von Fronter Kai, der eben nicht wie jeder dahergelaufene Brüllaffe klingt, sondern aufrichtig wütend - Aggression nicht als Pose eben. Textlich bleibt soweit alles beim Alten: Keine philosophischen Traktate, aber zum Glück genausowenig tumber Gore oder Parolengebrüll. Bitte downloaden und gleich den Backkatalog verhaften, dann auf zum nächsten Gig der Gruppe.

FAZIT: DISCREATION sind vor allem eines: Intelligente Songsschreiber und Death Metaller von Herzen, die sich nicht aufs Kopieren der Stilvorgaben beschränken, sondern ein eigenes, heißes Süppchen kochen. Diese drei Songs zeigen das gegenwärtige, extrem breite Spektrum der Jungs auf und pinkeln ganz locker über das Gurgelgrunz-Einerlei, das man allwöchentlich vorgeworfen kriegt - in Deutschland wie auch von anderswo. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4050x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Plague and Fire
  • This Darkest Day
  • Walking Ghosts

Besetzung:

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Interviews:
Kommentare
Mirko
gepostet am: 18.08.2011

Den Backkatalog habe ich natürlich schon, freue mich auf die neuen Songs!
Mirko
gepostet am: 22.08.2011

Sehr schön, das nächste Full-Length kann nur gut werden. :-)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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