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Whitesnake: Live At Donington 1990 (Review)

Artist:

Whitesnake

Whitesnake: Live At Donington 1990
Album:

Live At Donington 1990

Medium: CD
Stil:

Hardrock

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 60:33/42:44
Erschienen: 03.06.2011
Website: [Link]

Das allererste Konzert, das ich jemals besuchte, war 1980 AC/DC in der Kieler Ostseehalle. Damals eröffneten für die Ex-Australier WHITESNAKE, die im Laufe des Jahres die Live-Scheibe veröffentlichten, die sich über Monate auf meinem Plattenteller festfraß: „Live...In The Heart Of The City“. Dieses Blues-infizierte Hardrock-Album mit dem Gitarren-Duo Moody/Marsden, Drummer Ian Paice, Keyboarder John Lord, Bassist Neil Murray und natürlich Frontmann David Coverdale war und ist eine der besten Live-Scheiben, die mir je untergekommen ist. Kurz darauf zog mich die NWoBHM in ihren Bann und WHITESNAKE fanden nur noch auf einem Nebenschauplatz statt. Deren Gassenhauer „Here I Go Again“ konnte sich natürlich niemand entziehen, die Studio-Alben hatten aber für mich ohne Moody/Marsden nie mehr die Faszination der 1980er Live-Aufnahme.

Genau 10 Jahre später war ich bei Death Metal angekommen und David Coverdale in Donington, wo er mit einer komplett erneuerten Band beim „Monsters Of Rock“-Festival vor 70.000 Leuten den Headliner gab. Auch wenn der Musikkenner bei der exquisiten Besetzungsliste mit Adrian Vandenberg und Steve Vai an den Gitarren sicher mit der Zunge schnalzt, benötigte „Whitesnake – Live At Donington 1990“ doch einige Durchläufe, um zumindest zum Teil bei mir Begeisterung hervorzurufen. Warum? Weil das Songmaterial zwar perfekt wiedergegeben wird, aber in sich ganz einfach schwächer ist als 10 Jahre zuvor. Und so verwundert es auch nicht, dass sich auf CD 1 erst bei „Crying In The Rain“ vom 1982er Album „Saints And Sinners“ wirkliche Freude einstellt. Bei "Flying Dutchman Boogie" staune ich allenfalls noch über ein gefühlvolles Gitarren-Solo von Adrian Vandenberg, der kurz zuvor wegen einer Handverletzung zunächst WHITESNAKE verlassen musste, um dann hier hinter Ersatzmann Steve Vai ins zweite Glied zurückzutreten. Die einzelnen Songs sind zwar alle mit ordentlich Drive und präzise gespielt, aber das Blues-Feeling ist bei aller Perfektion komplett auf der Strecke geblieben. Coverdales Gesangsleistung und sein sympathisches Entertainment mit diversen „Here's-A-Song-For-Ya“-Ansagen ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, wenngleich er im direkten Vergleich höher und hörbar angestrengter singt als zehn Jahre zuvor, seine faszinierende rauchige Balladenstimme aber leider eher sparsam einsetzt.

CD 2 enthält dann zum Glück mit „Fool For Your Loving“ und „Ain’t No Love In The Heart Of The City“ noch zwei echte Klassiker, die für die schwächeren Songs entschädigen. Natürlich bekommt jetzt Steve Vai ordentlich Zeit eingeräumt, um auf der Sieben-Saitigen zu zaubern. Sein Gitarrenspiel ist erwartungsgemäß beeindruckend, wenn auch sicher nicht jedermanns Sache und für die Fans der ersten Stunde eher Gräuel als Genuss.

Machen wir es kurz, WHITESNAKES Stern begann 1990 zu sinken und nach der „Liquor & Poker World Tour“ wurde die Band von Coverdale zunächst auf Eis gelegt und ist bis heute auch nie wieder zu der Band geworden, die sie Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger mal war. Diese Doppel-CD hier wird auch als DVD erscheinen, die aber nicht vorliegt und an dieser Stelle ausgeklammert sei.

FAZIT: „Live At Donington 1990“ enthält viele WHITESNAKE-Klassiker und hat seine Momente eher im beeindruckenden Spiel von Steve Vai und Adrian Vandenberg als im emotionalen Gesamtkunstwerk der Songs. Die Formation von 1990 mag zwar die musikalisch perfekteste und kommerziell erfolgreichste gewesen sein, die Magie der älteren Live-Scheibe erreicht sie aber leider nicht. [Album bei Amazon kaufen]

Dr. O. (Info) (Review 3593x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • CD1 :
  • Slip Of The Tongue
  • Slide It In
  • Judgement Day
  • Slow An Easy
  • Kitten’s Got Claws
  • Adagio For Strato
  • Flying Dutchman Boogie
  • Is This Love
  • Cheap An’ Nasty
  • Crying In The Rain
  • CD2:
  • Fool For Your Loving
  • For The Love Of God
  • The Audience Is Listening
  • Here I Go Again
  • Bad Boys
  • Ain’t No Love In The Heart Of The City
  • Still Of The Night.

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
joschi
gepostet am: 01.06.2011

Hallo Mr. Dr. O., Sie sprechen mir aus der Seele.

Auch mir waren und sind die älteren, bluesig angehauchten Alben genehmer als die späteren Veröffentlichungen.

Zum Glück kann man sich die Alben bis 1981, auf Silberlingen konserviert, bei Bedarf immer wieder anhören und dabei das danach folgende Zeug's außen vor lassen.
cujo
gepostet am: 08.07.2011

User-Wertung:
10 Punkte

Ich sehe es leider/zum Glück total anders. Mir ging das ewige Gedüdel ziemlich auf den Keks und ich finde die Whitesnake Zeit Ende 80/Anfang 90 hammerhart und hammergeil.
Die Geschmäcker sind halt verschieden - insofern gönne ich Euch das Blues-Feeling, aber wünsche mir auch Anerkennung für die gewaltigen Songs wie "Judgement Day" oder Still of the night, die meiner Meinung nach genausa "zeitlos" sind, wenn es so etwas überhaupt gibt.
Minuspunkte gibt es lediglich für die Soundqualität - da ist man heute "leider" total verwöhnt!
Ansonsten "Geiles Knzert"
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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