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Orcus Chylde: Orcus Chylde (Review)

Artist:

Orcus Chylde

Orcus Chylde: Orcus Chylde
Album:

Orcus Chylde

Medium: CD
Stil:

Classic Rock

Label: World In Sound
Spieldauer: 48:37
Erschienen: 06.07.2012
Website: [Link]

Das Leben als paranoider Musik-Nerd ist hart: Kaum haben die dem Verfolgungswahn Anheimgefallenen KADAVAR verdaut, machen sich ORCUS CHYLDE dahingehend schuldig, dass sich die einen weiter das Maul zerreißen, während andere es nicht mehr zuklappen können vor Staunen: Mehr Retro geht nicht? Oh doch.

Die Aschaffenburger sind in ihrer Anlage im Sommer 2012 beileibe nicht mehr originell oder allein auf weiter Flur mit ihrem Sound: näselnder bis klagender Gesang der Marke Marcus Pelander von WITCHCRAFT (das balladeske „As Time Will Bury Us All“ könnte von dessen Soloscheibe stammen), der zur Band gewordenen Mutter aller zu spät Geborenen, sowie organisches Gitarrenspiel und – ein klitzekleiner Mehrwert – ausschweifendes Orgeln. So kommt es, dass ORCUS CHYLDE wesentlich verträumter klingen und die Beine zusammenhalten, statt zu posieren, selbst wenn sie es krachen lassen wie im flotten „Valley Of Thornes“.

Den stärksten Aufbau bringt „Orcus Chylde“ zu Gehör, angefangen beim verzweifelten Gesang bis hin zum erlösenden, klanglich verdichteten Ende. „Over The Frozen Rivers“ gelingt als rührselige Power-Ballade mit Überlänge (und unerwarteten Drum-Fills), wo andere Songs einen Tick zu gedehnt anmuten. Schnell gewinnt man den Eindruck, dass ORCUS CHYLDE mitunter zerfasern, vor allem in den letzten beiden Stücken, deren findige Arrangement-Kniffe (Chorgesang, Laut-Leise-Dynamik und fast zu riechendes Hippie-Flair) sie jedoch vor dem Abgrund bewahren.

Die Gruppe ist hörbar unbedarft an ihre Musik herangetreten und klingt trotz stimmiger Kompositionen noch nicht ganz rund, eben typisch und im positiven Sinn nach Debütanten. Wer also gleich wieder mit Superlativen um sich wirft, irrt gewaltig, denn angesichts des augenfälligen Potenzials von ORCUS CHYLDE ist hier noch eine Menge Luft nach oben. Die absehbare Übersättigung auf diesem Feld bedingt ebenfalls, dass hochgezogene Augenbrauen ausbleiben, aber trotz des Déjà-entendu: ein gutes, ehrlich gemeintes Lebenszeichen.

FAZIT: Das grassierende Retro-Virus hat aus diesen sechs Musikern bisweilen zu lange Songs im Stile der frühen Seventies (mit leichter Sechziger-Psych-Note, aber geschenkt) gekitzelt, die indes eindeutig vom Herzen am rechten Fleck zeugen. ORCUS CHYLDE werden ihren Weg gehen und bestimmt auch im Jahre Null nach dem Trend solche Sounds absondern – dann vermutlich sogar stärker als auf dieser okayen Scheibe.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4067x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • 7th Angel
  • Valley Of Thornes
  • Orcus Chylde
  • As Time Will Bury Us All
  • Over The Frozen Rivers
  • In The Name Of ...
  • Quiet Wall
  • Cold Man

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Jonathan Beck
gepostet am: 15.12.2013

User-Wertung:
15 Punkte

Also ich finde die Review wird dem Album nicht gerecht. Die Jungs sind spitze. Vielleicht nicht so charakteristisch wie Genre-Mitschtreiter aber haben schon einen Platz weit vorne verdient.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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