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Knorkator: We Want Mohr (Luxus-Edition) (Review)

Artist:

Knorkator

Knorkator: We Want Mohr (Luxus-Edition)
Album:

We Want Mohr (Luxus-Edition)

Medium: CD+DVD
Stil:

Rock

Label: Tubareckorz / Rough Trade
Spieldauer: 51:00
Erschienen: 17.01.2014
Website: [Link]

Vermutlich haben KNORKATOR nicht darauf spekuliert, doch es ist passiert: Der Titel ihres neuen und zweiten Albums nach der Wiedervereinigung (der Band natürlich) beschwor ein Skandälchen herauf, da er rassistisch sei, doch schenken wir der politisch überkorrekten Fraktion keine weitere Aufmerksamkeit und gehen in medias res: Mit "We Want Mohr" erscheint in mehreren Formaten, wobei diese CD/DVD-Kombination auch optisch ein Highlight darstellt, wurde mit Ex-POTHEAD-Trommler Sebastian Mayer sowie einigen Gastmusikern eingespielt (unter anderem Geigerin Ally Storch, bekannt vor allem durch ASP und HAGGARD) und enthält drei Adaptionen aus Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter", nämlich das getragene,dank Klarinette leicht kammermusikalische "Robert", "Konrad" und "Friederich" (düsterer, etwas synthetischer Orgler).

Das feierliche Intro "Hymne" und der instrumentale Abschluss "Adé" bilden eine Klammer ums große Ganze, in dem das Piano eine tragende Rolle einnimmt, vielleicht sogar häufiger als je zuvor. Midtempo-Metal bis Modern Rock bestellt wie gewohnt inklusive allerlei schrulliger Zusätze den Rest, beispielsweise in Form von "Zoo" (Tiernamen aufgezählt), dem erwähnten "Konrad" und dem heiteren Laut-Leise von "L" (na, wofür steht die Abkürzung?) oder dem Kritik übenden, überkandidelten "Fortschritt".

Den besten Text hat mit dem operettenhaften "Victorious" allerdings ein englischsprachiges Stück. Die verhältnismäßig ernste Ballade "Ich geb es auf" markiert einen Ausreißer, wohingegen der Elektro-Versatz "Antwort" unter ähnlichen stilistischen Vorzeichen wie Gothic-Verarsche anmutet. Das Cover von "Breaking The Law" als Piano-Lamento ist ganz nebenbei eine der schlausten PRIEST-Neuinterpretationen überhaupt, und BELL, BOOK & CANDLEs "Time To Rise" rundet den bunten, wie gewohnt unvorhersehbaren Reigen ab.

Der Clou dieser Version des Albums ist die zusätzliche DVD mit satten 34 Live-Stücken aus Spandau und Berlin von 2012 beziehungsweise 2011. Die Chose dauert über zwei Stunden lang und unterstreicht genauso wie "We Want Mohr", dass KNORKATOR nicht nur grenzwertige, aber nie niveaulose Unterhaltung bieten und längst ein Gesamtkunstwerk sind, das sich mit keiner anderen (deutschen) Band vergleichen lässt.

FAZIT: Mit dem Holzhammer hauen KNORKATOR längst nicht mehr ins Feuilleton, denn das haben sie mit ihrer Mischung aus Riff-Rock, Comedy, verhaltenem Dadaismus sowie E-Musik-Elementen überhaupt nicht nötig. "We Want Mohr" ist vor diesem Hintergrund subtile Kunst, die man in Deutschland nicht so bezeichnet, sobald sie Spaß macht. Die offensichtlichen Reißer fehlen, aber diese Gruppe sollte man sich sowieso zuallererst live genehmigen.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3790x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Hymne
  • Zoo
  • L
  • Antwort
  • Konrad
  • Fortschritt
  • Ich Geb Es Auf
  • Robert
  • Victorious
  • Breaking The Law
  • Friederich
  • Time To Rise
  • Adé
  • Intro
  • Franz Hose
  • Klartext
  • Schmutzfink
  • Arschgesicht
  • Extrawurst
  • Du Bist Schuld
  • Refrang
  • All That She Wants
  • Buchstabe
  • Konflikt
  • Ma Baker
  • Alter Mann
  • Ich Will Nur Ficken
  • Ich Lass Mich Klonen
  • Böse
  • Ich Bin Ein Ganz Besond'rer Mann
  • Es Kotzt Mich An
  • Eigentum
  • Du Nich
  • Kurz Und Klein
  • Kinderlieb
  • Wir Werden Alle Sterben
  • Warum
  • Der Ultimative Mann
  • Schwanzlich Willkommen
  • Verflucht Und Zugenäht
  • Ick We Zun Schwein
  • Bleib Stehn
  • Highway To Hell
  • Weg Nach Unten
  • Ain't Nobody (Knorkator 2011)
  • Auf Dem See
  • Fans

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