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Mekong Delta: In A Mirror Darkly (Review)

Artist:

Mekong Delta

Mekong Delta: In A Mirror Darkly
Album:

In A Mirror Darkly

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Metal

Label: Steamhammer/SPV
Spieldauer: 45:14
Erschienen: 25.04.2014
Website: [Link]

WATCHTOWERs „Mathematics“-Album wird seit Jahren angekündigt und ist schon lange ein running gag unter Frickelfreunden. Ob das zu erwartende Komplexmonster überhaupt noch einmal veröffentlicht werden wird, steht 2014 mehr denn je in den Sternen – doch warum sollten Progressive-Metal-Fans Trübsal blasen? Mit „In A Mirror Darkly“ liefern MEKONG DELTA ein Album ab, das in punkto Komplexität, Finesse und Anspruch nur schwer zu übertreffen sein dürfte. Auch von den Knoten-ins-Gehirn-Spieler aus Texas.

Im Prinzip macht Bandleader Ralph Hubert seit dem MEKONG DELTA-Debüt vor gut 25 Jahren schon immer genau das, was er wollte. Von seinem Kurs abweichen, um breitere Fanschichten anzusprechen? Nicht das Ding des streitbaren Bassisten, der auch auf Studioalbum Nummer zehn unbeirrt seinen Weg geht. Und das bedeutet: Ausschweifende, aber nie ausufernde Instrumental-Passagen mit wilden Skalenritten und halsbrecherischen Breaks, Stimmungs- und Tempiwechsel im Sekundentakt, furiose Drumarbeit, harsche Riffs – und immer wieder wunderbare Melodien, die sich oftmals erst beim dritten oder vierten Durchgang ins Ohr schleichen.

Huberts Kompositionen sind bei weitem mehr als die Summe aller Einzelteile. Einzelne Passagen, einzelne Instrumente oder die Stimme von Sänger Martin LeMar – alles wichtig, aber erst als kompletter Song ergibt alles einen Sinn. Was beim ersten Hördurchgang noch dissonant, atonal, verstörend wirkt, was wie ein fragmentarisches Gerüst ohne Hülle klingt, setzt sich bei jedem weiteren Abspielen immer weiter zusammen, fügt sich stimmig und harmonisch ineinander, wird zum liebevoll ausgeschmückten Kunstwerk, das aus den Bereich Thrash Metal, Progressive Metal und Klassik etwas ganz Eigenes kreiert. Am Ende passen selbst die Handy-Störgeräusche in „Hindsight Bias“ ins Gesamtbild.

Einzelne Songs zu nennen, ist angesichts der sprachlos machenden Souveränität, mit der MEKONG DELTA durch dieses in höchstem Maße anspruchsvolle und komplexe Monstrum an Album navigieren, nahezu unmöglich. So wird jeder Fan seinen persönlichen Favoriten haben. Sei es das wahnsinnige Instrumental „Inside The Outside Of The Inside“ (kann es einen treffenderen Titel auf einem MEKONG DELTA-Album geben?), sei es das ultrakomplexe „The Armageddon Machine“, sei es das düstere „The Silver In Gods Eye“ oder der Balanceakt zwischen Thrash, Melodie und Nervenzusammenbruch namens „Janus“ – bei jedem Hördurchgang kristallisiert sich ein anderer Song heraus, den man besonders in Herz schließt. Um am Ende zu realisieren: Jeder der acht Tracks ist ein kleines Meisterwerk.

FAZIT: Progressive Metal der anspruchsvollsten Art, den man im Grunde genommen nicht besser darbieten kann. Wer derart verwobene Kompositionen mit traumwandlerischer Sicherheit auf die Beine stellt, dabei noch zu keiner Sekunde so selbstverliebt wirkt, als mache er Musik nur zur Selbstbeweihräucherung, und dazu noch tief bewegende Melodien in diesem Klanggewitter platziert, der müsste eigentlich ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala und den Verkaufscharts stehen. Aber das war und ist nicht Ralph Huberts Anspruch – und wahrscheinlich kann „In A Mirror Darkly“ auch nur deshalb so außergewöhnlich und einzigartig klingen. [Album bei Amazon kaufen]

Lothar Hausfeld (Info) (Review 3040x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Introduction
  • Ouverture
  • The Armageddon Machine
  • The Sliver In Gods Eye
  • Janus
  • Inside The Outside Of The Inside
  • Hindsight Bias
  • Mutant Messiah

Besetzung:

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