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Vesania: Deus Ex Machina (Review)

Artist:

Vesania

Vesania: Deus Ex Machina
Album:

Deus Ex Machina

Medium: CD/Download
Stil:

Symphonic Black Metal/Industrial Metal

Label: Metal Blade
Spieldauer: 51:02
Erschienen: 24.10.2014
Website: [Link]

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: VESANIA sind wieder da! Eigentlich als Spielwiese polnischer Extreme Metal-Musiker installiert, überrascht vor allem der Zeitpunkt des Comebacks und des neuen Albums "Deus Ex Machina", das erste seit sieben Jahren. Dabei spielen zwei Bandmitglieder eine besondere Rolle.

Drummer Daray trommelt seit 2008 bei DIMMU BORGIR und war im diesjährigen Festivalsommer genauso unterwegs wie Fronthüne Orion, der bekanntlich bei BEHEMOTH in die Saiten greift. Beachtlich also, dass "Deus Ex Machina" schon jetzt in den Läden steht. Andererseits stellt sich die Frage, warum es VESANIA nicht schon früher wieder ins Studio geschafft haben, denn 2011, als BEHEMOTHs Nergal noch gegen seine Leukämie-Erkrankung ankämpfen musste, tourte die Band durch Europa.

Vielleicht liegt es ja an den negativen Reaktionen zum letzten Album "Distractive Killusions", die sich meist auf den eingängigeren Sound einschossen. Das interessiert VESANIA eigentlich herzlich wenig, eher im Gegenteil gibt es auf dem neuen Album noch mehr Eigensinniges, das nicht mehr viel mit der ursprünglichen Black Metal-Idee zu tun hat. Allerdings hatten die Polen damit auch noch nie viel am Hut. Das Trio bewegt sich irgendwo zwischen den Hauptbands der beiden genannten Musiker und mischt dem Ganzen noch einen Schuss groovigen Industrial Metal unter. Das Ergebnis wirkt live erstaunlich roh und hart, auf Platte aber ein wenig befremdlich.

Es dürfte klar sein, dass VESANIA wenig an Authenzität liegt, sie dafür aber gerne ein bisschen zu dick auftragen. Neben traditionellen Blastbeat-Attacken klingen die Gitarren recht maschinell und heavy, insgesamt liegt der Fokus eher auf Groove als auf Geschwindigkeit. Einen besonderen Platz nehmen die Keyboards ein, die die Nutzung bei den genannten Bands mal eben in den Schatten stellen. Problem an der Sache: Das meiste klingt nicht nur wie der Soundtrack zu einem Horror-Kirmes-B-Movie, es ist einfach zu viel des Guten. Schon die Gitarrenriffs schreien aufreizend nach Aufmerksamkeit, da braucht es eigentlich keine weiteren zugekleisterten Spuren.

Trotz allem wirkt ein Song wie 'Innocence' etwas kraftlos, was aber auch am durchweg dürftigen Sound der Platte liegt. Viel zu dumpf und in den Hintergrund gemischt wirkt das Material, was den meisten Songs die Durchschlagskraft nimmt. 'Dismay' wiederum schmust mit opulentem Streichereinsatz auffällig offen mit dem Radio, wie in 'Glare' kommen sogar ab und an Klargesangspassagen vor. ‚Scar‘ ist wiederum nichts anderes als ein hoffnungslos überladenes Schauspiel, das einfach nur nervt. Am stärksten sind VESANIA, wenn sie zwischen Highspeed und brachial-groovigen Gitarrenriffs in ihrer ganzen Rohheit zu Werke gehen, so wie zumindest teilweise in 'Vortex' zu beobachten ist. Zwar haben die Polen ihren eigenen Sound gefunden, wirklich viel bleibt davon aber nicht hängen. Wem DIMMU BORGIR und BEHEMOTH noch nicht opulent genug sind, könnten mit VESANIA glücklich werden, alle anderen hören sowieso erst gar nicht rein.

FAZIT: Mit dem ersten Album seit sieben Jahren, gehen VESANIA konsequent den Weg weiter, den sie mit "Distractive Killusions" eingeschlagen haben: symphonischer Black Metal, der durch den inflationären Einsatz von Keyboards noch aufgeblähter klingt, als der von DIMMU BORGIR. Dadurch kann man viele Songs einfach nicht sehr ernst nehmen und höchstens am schamlos ausgelebten Größenwahn Gefallen finden. Schade, dass die Polen nicht öfter an die Kraft des rohen Gitarrenriffs glauben, das mit dem Industrial-Einschlag des Materials einen durchaus interessanten Ansatz liefern könnte.

Norman R. - Stellvertretender Chefredakteur (Info) (Review 2044x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Halflight
  • Innocence
  • Desillusion
  • Vortex
  • Dismay
  • Glare
  • Notion
  • Disgrace
  • Fading
  • Scar

Besetzung:

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