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Colonel Petrov's Good Judgement: Moral Machine (Review)

Artist:

Colonel Petrov's Good Judgement

Colonel Petrov's Good Judgement: Moral Machine
Album:

Moral Machine

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Metal, Prog, Jazz, Freistil

Label: Eigenvertrieb / Moral Machine Records
Spieldauer: 46:39
Erschienen: 02.09.2016
Website: [Link]

Gibt es eine Maschine, die tatsächlich Moral – oder Gefühle – besitzt?
Genau das sollte eine Schlüsselfrage im Zeitalter der Unterwerfung des Menschen durch die Maschine sein, die ihn digital steuert, auch wenn Mensch glaubt, Maschine zu steuern. Spätestens seit der Pokemon-Hysterie ist dafür der Beweis erbracht. Ein mitunter gar todbringender Beweis!

Ist es ein Wunder, dass genau diese Frage das Kölner Prog-Metal-Jazz-Quintett aufwirft, indem es sich auf ihrem „Moral Machine“-Album ausschließlich auf instrumentale Musik ohne textliche Botschaften verlässt?
Nein, ist es nicht – doch wer genau hinhört, wird die Antwort auf solche Fragen auch ohne Worte finden. COLONEL PETROV‘S GOOD JUDGEMENT sei Dank!

Die Klanggewalt, welche COLONEL PETROV‘S GOOD JUDGEMENT mitunter erzeugt, hämmert dermaßen brachial auf die Zuhörerschaft ein, dass man glaubt, sich in einer riesigen Industrie-Halle zu befinden, in der alle Maschinen verrückt spielen und außer Kontrolle geraten. Dabei heizen einem nicht nur zwei Schlagzeuger unerbittlich ein. Neben den metallischen Gitarren und dem wummernden Bass ist es besonders das Saxofon, welches sich immer wieder in den Vordergrund spielt und fast wie eine Gesangsstimme wirkt. Die Kunst des growlenden Saxofons, das in einem Falle, auch von menschlichen Growls unterstützt wird, wenn diese „Dick Laurant Is Dead“ verkünden.

Stellen wir uns einfach mal vor, dass KING CRIMSON mit der Hilfe der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN sowie einem abgefahrenen Saxofonisten statt einem Sänger die besonders metallischen und jazzigen Momente ihrer Musik einspielen und dabei auch ELEPHANT9 und das PANZERBALLETT mit in die Werkhalle einladen, dann nähern wir uns langsam der „Moral Machine“, deren größter Schwachpunkt leider in der nur mittelmäßigen, deutlich zu dumpfen und von nur wenigen Höhen oder guten Stereo-Effekten geprägten Produktion liegt. Wenn hier noch ein ausgewogenes Klangbild, das nicht an eine Werkhalle, sondern an ein Studio erinnert, in dem ein paar Experten diese doch schwer zu händelnden, eruptiven Klänge der besonders harten Art studiotechnisch „zähmen“ und ihnen trotzdem nichts von ihrer dynamischen Atmosphäre nehmen, dann wäre das Debüt-Album von COLONEL PETROV‘S GOOD JUDGEMENT schon beinahe ein kleines Meisterwerk für alle, denen ein COLTRANE vs. COBAIN – wie es der Gitarrist und Band-Kopf SEBASTIAN MÜLLER selber beschreibt – am Herzen liegt und die ebenso auf „trippige Heavy Sounds“ stehen, ohne „Angst vorm Weltuntergang“ zu haben.

Die „Moral Machine“ verkündet keinen Weltuntergang, sondern fährt die ganz schweren, hammerharten, sludgy-noisigen, stoner-metallischen Musik-Geschütze auf, um alles, was sich mit mainstreamigen Radioscheiß durch die Hintertür zum finalen schlechtgeschmackigen Anschlag auf unsere Ohren anschleicht, mit den Saxofonen von Jericho (Scheiß auf die Trompeten!) ins ewige Nirvana zu blasen. Nur Vorsicht, nicht nur diese Musik ist extrem hart, auch der Hörer sollte es sein!

FAZIT: Mit „Next Time We Might Not Be As Lucky“ endet dieses experimentelle Riff- und Drum- und Saxofon- und Bass-Donnerwetter, ohne andere musikalische Gefangene zu machen. Eine „Moral Machine“, die alles unerbittlich mit ihren Klangwällen überrollt, was ihnen an Musik-Weichmachern im Wege steht!

Thoralf Koß (Musikreviews.de-Leiter) (Info) (Review 1272x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Everybody‘s Gut One
  • Dark Star
  • Moral Machine
  • Sappattack
  • Hole Of Love (Bonustrack on CD and Download only!)
  • Launch On Warning
  • Dick Laurant Is Dead
  • Next Time We Might Not Be As Lucky

Besetzung:

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