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George Thorogood & The Destroyers: Live At Rockpalast – Dortmund 1980 (Review)

Artist:

George Thorogood & The Destroyers

George Thorogood & The Destroyers: Live At Rockpalast – Dortmund 1980
Album:

Live At Rockpalast – Dortmund 1980

Medium: 2CD + DVD
Stil:

Urwüchsiger Rock‘n‘Roll und Rhythm‘n‘Blues

Label: MIG-Music GmbH
Spieldauer: 171:46
Erschienen: 24.02.2017
Website: [Link]

Er wird von der internationalen Presse als der „Satan an der Slide-Gitarre“ bezeichnet. Und bei diesem Dortmunder Rockpalast-Auftritt aus dem Jahr 1980 beweist GEORGE THOROGOOD gemeinsam mit seinen Zerstörern – THE DESTROYERS – dass er diesem teuflischen Gitarrero-Namen alle Ehre macht!

Dabei stand das Konzert am 26. November 1980 in der Dortmunder Westfalenhalle anfangs unter gar keinem so guten Stern und wäre beinahe ins Wasser gefallen, selbst wenn es nicht regnete. Dafür aber bekam es ein außergewöhnliches, für die Band unerwartetes Finale verpasst.
Thorogoods hatte geplant, das Deutschlandkonzert als Zwischenstop während seiner Amerika-Tour durchzuziehen, wodurch die Band natürlich optimal eingespielt war. Nur leider hatte ihr Bassist, BILL BLOUGH auf der Hinreise seinen Pass vergessen und musste nach Chicago zurückfliegen: „Als er seinen Ausweis wieder bei sich hatte, nahm er den ersten Flieger Richtung Düsseldorf, orderte das erste Taxi, das er am Flughafen finden konnte und kam in letzter Minute in der Dortmunder Halle an. Zum Glück standen wir wegen der laufenden US-Tour im vollen Saft und brauchten daher für die Show keinerlei Vorbereitung“, erinnert sich Thorogood, der immer wieder gerne mit RORY GALLAGHER und JOHNNY WINTER verglichen wird, ihnen gegenüber aber den deutlichen Vorteil hat, dass er als einziger der drei heute noch unter den Lebenden weilt und keine Himmelskonzerte veranstalten muss.

Dieses Basser-Missgeschick ist allerdings wirklich nicht während des Konzerts bemerkbar, denn GEORGE THOROGOOD & THE DESTROYERS spielen souverän und zugleich voll feuriger Leidenschaft ihren Rock‘n‘Roll und Rhythm‘n‘Blues, dass die Bühnenbretter regelrecht glühen. Genauso wie der Publikumsboden davor, auf dem die Zuhörer nach Aufforderung durch die Band wilde Tänze zur Musik der Destroyers hinlegen und bei „One Bourbon, One Scotch, One Beer“ oder „Who Do You Love“ sieht man regelrecht die Schweißtropfen fliegen.

Bei so viel musikalischer Leidenschaft bedarf es auch keines weiteren Brimborium, wie komplizierte Bühnenbilder oder Lightshows. Beim Rockpalast-Konzert von GEORGE THOROGOOD & THE DESTROYERS zählt ausschließlich die Musik, bei der neben dem Sänger auch der Saxofonist HANK CARTER – dessen Spitzname „Hurricane“ zugleich Programm an seinem Instrument ist - ausgiebig in die Vollen geht, egal, ob Eigenkompositionen oder die Cover von den Rock- und Blues-Legenden WILLIE DIXON, JOHN LEE HOOKER, CHUCK BERRY und ELMORE JAMES zum Besten gegeben werden.
Und genau dieser HURRICANE ist für ein zweites Missverständnis zuständig, das wohl am Ende zu einem der lustigsten Konzertenden der Rockpalast-Reihe zählt: Vor ihrer Zugabe, dem Chuck-Berry-Klassiker „Reelin‘ And Rockin‘“ fordert er das Publikum in gebrochenem Deutsch auf, dass er mehr von ihnen „auf“ (gemeint war aber „vor“) der Bühne tanzen sehen möchte. Die nahmen ihn beim Wort und enterten nach und nach während der Nummer die Bühne bis für die Musiker kaum noch Platz blieb, sodass sogar ein Zuschauer am Ende den Gesangspart von Thorogood übernahm. DAS muss man einfach gesehen haben – reicht schon, wenn man diesen Wahnsinn nicht live erlebt hat.
Irgendwie sind das zugleich die schönsten 8 Konzertminuten, weil solche Fusion aus Band und Publikum unter den heutigen Bedingungen, wo man gerade wegen einem Attentatverdacht das komplette „Rock am Ring“-Festival evakuiert, kaum noch vorstellbar ist. Das einzig Explosive war in der Beziehung die Musik auf der Bühne!
Und so sollte es auch für alle Zeiten bleiben!

FAZIT: Bei dem Rockpalastauftritt von GEORGE THOROGOOD & THE DESTROYERS am 26. November 1980 enterte nicht nur die Band, sondern am Ende auch das Publikum die Bühne und hinterließ so einen der unvergessensten Rockpalast-Momente, die man gesehen haben muss. Genauso wie man den feurigen Rock‘n‘Roll und Rhythm‘n‘Blues, den das amerikanische Quartett, bei dem neben dem begnadeten Sänger und Gitarristen ganz besonders auch der Saxofonist in den Vordergrund trat, gehört haben sollte. [Album bei Amazon kaufen]

Thoralf Koß (Info) (Review 393x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • CD 1 (40:54):
  • House Of Blue Lights
  • Kids From Philly
  • I‘m Wanted
  • Cocaine Blues
  • House Rent Blues / One Scotch, One Bourbon, One Beer
  • It Wasn‘t Me
  • Madison Blues
  • CD 2 (43:15):
  • Goodbye Baby (Can‘t Say Goodbye)
  • New Hawaiian Boogie
  • Can‘t Stop Lovin‘
  • Who Do You Love
  • Bottom Of The Sea
  • Night Time
  • No Particular Place To Go
  • Reelin‘ And Rockin‘
  • DVD (87:47):
  • Komplettes Konzert mit identischer Titelfolge der CDs

Besetzung:

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