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Drudenstein: Fragmente Oyggjaland (Review)

Artist:

Drudenstein

Drudenstein: Fragmente Oyggjaland
Album:

Fragmente Oyggjaland

Medium: MC/Download
Stil:

Sounds of Nature / Non-Music

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 25:56
Erschienen: 10.11.2018
Website: [Link]

Ambient-Musik, zumindest solche, welche Hörerschaften jenseits so genannter "Nischen", Subkulturen oder Underground-Szenen anspricht, wird nicht selten verdächtigt, als allzu gefälliger Eso-Kitsch jeglichen Tiefgang vermissen zu lassen: Wellness listening pleasure for almost everybody.
Wie klänge dann wohl ein experimenteller Gegenentwurf, und wie ließe sich diese Musik - oder naja, reden wir mal lieber von Klangbastelei - näher bezeichnen?

Die Antwort auf die erste Frage lässt sich nun auf der vierten Veröffentlichung des bislang zwischen Schwarzmetall und Ambient (im weitesten Sinne) mäandernden Projekts DRUDENSTEIN aus dem Norden Norddeutschlands anhören. Dessen neue EP enthält fünf Fragmente, die anscheinend einen persönlichen Nachhall einer Reise auf die Färöer Inseln darstellen. "Dräuend" ist das erste Wort, das mir in den Sinn kommt, um dieses irgendwie vielgestaltige, neblicht-unwirkliche bis schroffe Echo zu beschreiben.
Die Art und Weise, mit der T.W. seine Kompositionen arrangiert, wirkt autodidaktisch im besten Sinne, nämlich ähnlich unperfekt und dafür spannend wie einst Pioniere vom Schlag eines Klaus Schulze oder Anarchisten wie Blood Axis (auf ihrem "Absinthe"-Album) zu Werke gingen. Vor einem knappen Vierteljahrhundert hätten sich wohl einige Perlentaucher vom Black-Fanzine oder die Spezialisten für okkulte Obskuritäten vom Sigill-Magazin vor Freude die Hände gerieben, wenn ihnen ein Tonband mit solch mitunter dichten Klangver(w)irrungen zugeschickt worden wäre. Heute könnt Ihr problemlos im Weltnetz erkunden, inwiefern Meeresrauschen, verfremdeter Gesang und Naturklänge Einzug in Eure Wohnstuben finden sollen. Altvordere nimmermüde Schatzsucher könnten die eigenwillige wie geschmackvoll konsequente Ästhetik auch jenseits der Klänge zwischen Cold Meat Industry und Elfenblut verorten.
Zu den Inspirationen findet Ihr auf der Fratzenbuch-Präsenz von DRUDENSTEIN stimmungsvolle Photographien und Text-Fragmente wie jenes zum finalen Stück "Sjólátast": "Das Land weckt eine seltsame Faszination für den Tod. Sie treibt die Menschen in das Meer, welches sich hinter den Regenschleiern verbirgt. Hier verlieren sie sich, bis sie sterben oder selbst zu Todbringern werden."

FAZIT: Kaum gefällig, und keineswegs für jedermann (-frau, usw.), erweisen sich diese Klang-Fragmente als ein wahres kleines Audio-Abenteuer, das natürlich nicht nebenbei gehört werden sollte. Eine Portion Entdeckergeist und Offenheit gegenüber nicht ganz alltäglichen Klangkulissen sollte ebenfalls mitgebracht werden, sonst sind Irritation und Überforderung wohl vorprogrammiert. Ach ja, DRUDENSTEIN selbst bezeichnet all das als "Non-Music" und "Sounds from Nature" - womit auch die zweite Frage beantwortet wäre.

Thor Joakimsson (Info) (Review 350x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Komudagur
  • Vatnskin
  • Fuglalát
  • Trølskur
  • Sjólátast

Besetzung:

  • Gitarre - T.W.
  • Sonstige - T.W., Natur

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