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Evanescence: Synthesis Live (Review)

Artist:

Evanescence

Evanescence: Synthesis Live
Album:

Synthesis Live

Medium: CD+Blu-ray
Stil:

Alternative Rock

Label: Eagle Rock / Edel
Spieldauer: 82:25
Erschienen: 12.10.2018
Website: [Link]

Bei dem Projekt "Synthesis" handelt es sich, wie EVANESCENCE-Fans wissen, um eine Werkschau der Gruppe im Konzertrahmen, deren Besonderheit darin besteht, dass ein Orchester zur Umsetzung hinzugezogen wurde. Insofern lag ein Mitschnitt einer der Shows nahe, die im Rahmen einer US-Tour im Herbst und Winter 2017 stattfand, sodass sich all jene, die nicht dabei gewesen sind, nach der Home-DVD "Anywhere But Home" eine weitere Video-Nachlese der Combo ins Regal stellen dürfen. Ist ja schließlich bald Weihnachten, nicht wahr? "Live Synthesis" enthält eine Aufnahme aus dem Grand Theater des Foxwoods Resorts Casino in Ledyard im Bundesstaat Connecticut.

Im Ernst, man braucht in Anbetracht der Qualität von "Synthesis Live" nicht zynisch zu werden, denn während Fans die Blu-ray bzw. DVD (wahlweise auch mit CD) vermutlich blind kaufen, mögen sich auch all jene davon angesprochen fühlen, die verschwenderisch inszenierte Rockshows schätzen - ganz zu schweigen davon, dass EVANESCENCE auch manches mit ihrer Performance ins rechte Licht rücken.

Klar, Amy Lee ist die letzte verbliebene Konstante hinter dem Namen, wohingegen sich die Instrumentalisten mittlerweile beliebig austauschen lassen, doch die Marke verbürgt sich anders, als der eine oder andere unterstellt, nicht nur mit ihren beiden offensichtlichen Zugpferden. Wer EVANESCENCE nämlich auf den Schmachtfetzen 'My Immortal' und den längst zeitlos gewordenen Über-Hit 'Bring Me To Life' reduziert, liegt zwar nicht völlig daneben, macht Lees Schaffen aber schlechter, als es insgesamt ist … und ebendies beweist die Sängerin und Komponistin auf "Synthesis Live" auch.

Geboten wird eine ausgewogene Selektion von Stücken aus ihrem gesamten Repertoire, das bekanntlich drei Longplayer umfasst; die Raritäten-Zusammenstellung "Lost Whispers" bleibt naheliegenderweise unberücksichtigt, doch mit eher abseitigen Tracks wie 'Imaginary' - hier ergeben die neuen Arrangements am besonderen Sinn - hat man nicht unbedingt gerechnet. Die klassischen Musiker stellen sich nach einigen Songs im Übrigen als fast nebensächliche Zierde heraus, deren Bombast auch mittels Synthesizer hätte emuliert werden können, obgleich sie optisch etwas hermachen und wenigstens nicht deplatziert wirken. Diplomatisch ausgedrückt: Das sinfonische Element bereichert die Musik wenig bis gar nicht, ist aber auch kein Ärgernis.

Das gewaltige wie bezaubernde 'Lacrymosa' und das eindringliche 'Lithium' rufen die euphorischsten Reaktionen im Rund hervor. Darum braucht die Frontfrau auch nur vereinzelt mit den Zuschauern zu kommunizieren. Trotz der opulenten Umgebung steht die Musik also eindeutig im Mittelpunkt. Amys Paradedisziplin "Frau im "roten" Kleid am Klavier" mutet heutzutage beinahe wie eine klischierte Masche an, doch das tut der Stimmung unter ihren ergebenen Anhängern keinen Abbruch - vor allem dann nicht, wenn sie obendrein wie während 'Taking Over Me' bewusst Pausen macht, um den dramatischen Effekt der Nummer zu verstärken. Die Vocals stehen wie nicht anders zu erwarten weit vorne im Mix. Lee verausgabt sich mit nach dreijähriger Auszeit gestärkter Stimme kaum und liegt nie daneben, falls Unsauberkeiten nicht in der Post-Produktion ausgebügelt wurden. So oder so wirkt die Gruppe im Live-Gewand organischer als auf ihren seit je nach Hochglanz klingenden Studioalben. Die Tonspur liegt im obligatorischen Stereo und als DTS HD Master Audio vor.

Zum visuellen Part: gestochen scharfe Close-ups, nicht zuletzt dank der wohltuend unaufgeregten Schnitte, die bestimmt auch keinem Epileptiker gefährlich werden, und breite Panoramen, welche die opernhafte Atmosphäre stimmig einfangen.

FAZIT: EVANESCENCE trotz Pomp unverhofft authentisch - "Synthesis Live" bietet vor einer stimmungsvollen Bühnenkulisse ohne unnötiges Geprotze einen Querschnitt durch Amy Lees vorläufiges Gesamtwerk inklusive der neuen Single 'Hi-Lo' (logischerweise ohne Lindsey Sterling, die in der Studioversion zu hören ist), angesichts dessen man sich als Fan wünschen darf, dass die Band nun einen neuen Anlauf nimmt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 353x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Overture
  • Never Go Back
  • Lacrymosa
  • End of the Dream
  • My Heart is Broken
  • Lithium
  • Bring Me To Life
  • Unravelling (Interlude
  • Imaginary
  • Secret Door
  • Hi-Lo
  • Lost in Paradise
  • Your Star
  • My Immortal
  • The In-between (Piano Solo
  • Imperfection
  • Speak to Me
  • Good Enough
  • Swimming Home

Besetzung:

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