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Michael Romeo: War of the Worlds / Pt. 1 (Review)

Artist:

Michael Romeo

Michael Romeo: War of the Worlds / Pt. 1
Album:

War of the Worlds / Pt. 1

Medium: CD
Stil:

Symphonischer Progressive Metal

Label: Mascot Label Group
Spieldauer: 53:07
Erschienen: 27.07.2018
Website: [Link]

Ein großes Thema hat sich MICHAEL ROMEO, hauptamtlich SYMPHONY X-Gitarrist, vorgenommen: Herbert George Wells‘ „War Of The Worlds“, dessen popkulturelle Prägung mit großem Orchester und Paukenschlag Jeff Wayne’s All-Star-Musicalversion vorgenommen hat. Zumindest mit dem Original (auch wenn das hauseigene Remake eine nette Ergänzung ist), wahlweise mit dem großartigen Richard Burton als Erzähler oder der deutschen Variante, dem „normannischen Kleiderschrank“ Curd Jürgens.
Um es gleich vorwegzunehmen, Romeo bleibt kein kleines Licht im übermächtigen Schatten, sondern schafft seine eigene und überzeugende Version des klassischen Science Fiction-Stoffes.

Die Gefahr einer Verwechslung existiert trotz fulminanter orchestraler Passagen eh nicht. MICHAEL ROMEOs Bearbeitung des Stoffes ist härter, drängender, düsterer, ohne an großartigen Melodien und hymnischen Fanfaren zu sparen. Das Budget ist kleiner, die Besetzung intimer und trotzdem birst das Album von symphonischer Grandezza. Entfernt sich dabei gar nicht weit vom letzten regulären SYMPHONY X-Output „Underworld“.

Der Härtegrad wurde einen Hauch zurückgedreht, die instrumentale Opulenz legt dagegen zu. Keine Bange, es existieren genügend schmetternde Gitarren und derbe treibende Schlagzeugpassagen. „Black“ ist ein passendes Beispiel, das den Rausch der Geschwindigkeit mit einem süffigen, fast poppigen, Refrain verbindet, gelegentlich kurz innehält, um danach weiterzubrettern. „F*cking Robots“ ergänzt den Metal-Aspekt um eine experimentelle Komponente, abgehackte Elektronikattacken versinnbildlichen die außerirdische Bedrohung, während der flehentliche Gesang sich einen Hoffnungsschimmer ersehnt. Nach vier Minuten startet ein kleiner Ausflug in den Orient, der aber nur der sanfte Vorbote des knüppelharten „Djinn“ ist.

Im Anschluss gibt es mit „Believe“ balladesken Ohrenschmaus. Das Klavier perlt, Gitarren und Geigen jauchzen, die Stimmung ist sakral, bis der Druck, dank der kraftvollen Rhythmusbeteiligung, steigt und der Song als energetische Powerballade mit Unterstützung eines fetten Choreinsatzes und Bläsersätzen endet, um zum wesentlich härteren „Differences“ überzuleiten. Bei dem alle Beteiligten wieder ordentlich Zunder geben. Das instrumentale, symphonische „War Machine“ verarbeitet dann gekonnt Einflüsse von Gustav Holst und Edvard Grieg. Auf Speed.

Ausfälle gibt es über die gesamte Laufzeit nicht zu vermelden. Und so sorgen „Oblivion“ und „Constellations“ für den packend metallischen beziehungsweise an einen großformatigen Soundtrack erinnernden Abschluss des ersten Teils des Kriegs der Welten.

FAZIT: „War of the Worlds / Pt. 1“ bietet eine exzellent austarierte Prog-Metal-Mixtur, in der Gefühl und Härte eine stimmige Partnerschaft eingehen. Konzept und melodienreiche Dramatik werden nie an die Zurschaustellung der eigenen Fertigkeiten verraten. Die aber zuhauf existieren. Neben allem anderen ist das Album eine hervorragende Ensembleleistung. Das instrumentale Trio agiert furios und hört sich nach wesentlich größerer Besetzung an, Rick Castellano ist ein ausdrucksstarker, wandlungsfähiger Sänger. Macht alles ungeheure Lust auf Part II.

Jochen König (Info) (Review 794x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Introduction
  • Fear Of The Unknown
  • Black
  • F*cking Robotos
  • Djinn
  • Believe
  • Difference
  • War Machine
  • Oblivion
  • Constellation

Besetzung:

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