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Pain of Mind (Re-Release): Neurosis (Review)

Artist:

Pain of Mind (Re-Release)

Pain of Mind (Re-Release): Neurosis
Album:

Neurosis

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Hardcore / Post Metal

Label: Neurot Recordings / Cargo
Spieldauer: 33:33
Erschienen: 25.05.2018
Website: [Link]

Im Embryionalstadium waren die Post-Metal-Vorreiter Neurosis bekanntlich noch dem Punk bzw. Hardcore zugetan; "Pain of Mind" ist ihr bahnbrechendes Debüt und erschien ursprünglich 1987, hat aber auch nach 30 Jahren nichts von seiner Eindringlichkeit verloren und machte seinerzeit bereits deutlich, wohin die Reise für die Kalifornier gehen sollte.

Dem direkten Vergleich zu Neurosis' späteren Werken hält das Album unter rein stilistischen Gesichtspunkten nicht stand. Es handelte sich um eine andere Band als jene, die bald eine ganze Bewegung prägen sollte, obwohl der im Original über Alternative Tentacles veröffentlichte Tonträger die Grundelemente der heutigen Ausrichtung zumindest ansatzweise vorwegnahm.

Das markerschütternde Geschrei von Dave Edwardson und Scott Kelly (bis auf Gitarrist Chad Salter waren alle vier Mitglieder unter 20 Jahre alt) war und bleibt eine Konstante, auch wenn ersterer als Sänger längst zugunsten von Steve von Till in den Hintergrund getreten ist. Indem Neurosis es in ein ruppiges Klangbett zwischen Doom-Metal-Schwere (wenig) und Punkrock-Geschrammel (mehr) betteten, entstanden Slamdance-Hymnen wie'Black' und 'Grey' oder das nur einminütige 'Training', die musikalisch dem panamerikanischen Hardcore-Geist entsprachen und inhaltlich das lokale Milieu der Musiker widerspiegelten.

Sie verarbeiteten neben gesellschaflicher und politischer Kritik auch Suizidgedanken ('Life On Your Knees') und kanalisierten das Drangsal des ungesunden Lebensraums, den wir uns alle selbst geschaffen haben, in hochenergetischem Lärm, bei dem der Bauch noch eine wichtigere Rolle einnahm als der Verstand. Das Fanal 'Pain Of Mind' oder die Überschall-Eruption 'Dominoes Fall' legen davon aufs Deutlichste Zeugnis ab.

Andererseits hält'Self-Taught Infection' an und für sich als Rumpf für die Arrangements aller nachfolgenden Songs her, die sich von einem verhaltenen Intro ausgehend zu intensivem Krach bzw. geordnetem Chaos hochschraub(t)en, und auch das düstere Instrumental 'Geneticide' lässt erahnen, wie "proggy" Neurosis noch werden sollten.

Bei aller Impulsivität ist "Pain of Mind" ein sehr reifer Einstand gewesen, gleichwohl man selbst als eingefleischter Fan auf rüden Hardcore stehen muss, um etwas damit anfangen zu können. Fürs generelle Verständnis der Gruppe braucht man die Scheibe aber dringend. Die neue Version kommt mit von Josh Graham (A Storm Of Light) würdevoll aufgepepptem Artwork, dessen Motiv von Jason Story stammt, und wurde wie bei Neurot-Re-Releases gewohnt von Bob Weston remastert.

FAZIT: "Pain of Mind" zeigt Neurosis, die mittlerweile deutlich mehr als elf Studioveröffentlichungen auf dem Buckel haben, in ihrem Anfangszustand - rotzig, aber bereits vage spirituell als Kids, die ihre Einflüsse buchstäblich auf der Zunge trugen, im Sinnen nach der Überwindung persönlicher Tränentäler und einschränkender Obrigkeitsmächte gleichermaßen. Politischer Hardcore-Punk einerseits, emotionaler Exorzismus andererseits.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 500x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Pain of Mind
  • Self-Taught Infection
  • Reasons to Hide
  • Training
  • Progress
  • Stalemate
  • Bury What's Dead
  • Geneticide
  • Ingrown
  • United Sheep
  • Dominoes Fall
  • Life On Your Knees
  • Grey

Besetzung:

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