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Amulet: The Inevitable War (Review)

Artist:

Amulet

Amulet: The Inevitable War
Album:

The Inevitable War

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: Dissonance / Soulfood
Spieldauer: 40:25
Erschienen: 17.05.2019
Website: [Link]

Mehrere Jahre Detailarbeit gingen der Veröffentlichung von "The Inevitable War" voraus, was auch damit einherging, dass AMULET als fast rundum neu besetzte Band zusammenwachsen mussten. Die Geduld und der vergossene Schweiß haben sich definitiv ausgezahlt, wie das Ergebnis nun belegt.

Das zweite Album der Londoner erinnert in seiner einerseits unbekümmerten Art an die Dauerbrenner-EP "Cut The Crap", mit der die Gruppe ihre Laufbahn begann, bloß dass das federführende Duo natürlich hörbar an Erfahrung gewonnen hat. Andererseits zeigen sich die beiden Strippenzieher bzw. Gitarristen Marek Steven und Nippy Blackford nämlich facettenreicher als auf "The First", das nach seiner Veröffentlichung bei Century Media mehr oder weniger unterging. Die Gruppe ist mehr als nur ein NWoBHM-Tribut, wofür man sie in ihrer Frühphase nicht zu Unrecht halten konnte, und agiert in stilistischer Hinsicht längst "länderübergreifend", wenn man es so ausdrücken möchte.

Ungeachtet seines martialischen Titels ist "The Inevitable War" keine fett aufgeblasene Kraftmalerei ohne kompositorische Substanz, sondern ein Paradebeispiel für gelebte Tradition mit dem Riff als "Chef" des jeweiligen Tracks. Dennoch agieren AMULET alles andere als geradlinig oder generell vorhersehbar, wenn sie gleich im Opener den Fuß lange vom Gas fernhalten, eine kurze Bridge mit Keyboard einflechten und dann zu einem fast punkigen Ritt in die grünen Auen der britischen Provinz bitten. Die Nummer ist ein echter Gewinner ohne abgegriffene Muster, konservativ und dennoch total frisch.

Diese "proggige" Art, ohne wirklich Prog Rock oder Metal zu sein (höre auch 'Call Of The Siren'), rückt die Band ihren Nachbarn Dark Forest näher (passend dazu: das folkige zwischenspiel 'La noche de las graviotas'), als man es erwartet hätte, von dem dreigeteilten Epos ‘Roundhead’ als klassisch überlangem Finale ganz zu schweigen. 'Shockwave' tendiert andererseits zu den ersten beiden Maiden-Alben oder dem frühen US-amerikanischen Speed Metal, ehe 'Burning Hammer' - wieder mit Synthesizer - ein kauziger Hardrocker mit AOR-Qualitäten ist, wie etwa Moxy sie einst im Akkord heraushauten.

Mit Asgard-Veteran Federico "Mace" Mazza am Mikrofon und dem ehemaligen Deceptor-Bassisten Sam Mackertich als Neuzugängen spielen AMULET charismatischer als zu ihrer Anfangszeit auf. Die zweite Hälfte der Spielzeit nehmen weitere liebevoll inszenierte Mini-Metal-Kunstwerke ein, allen voran das leicht sleazige 'Gateway to Hell' als Mitsinghymne schlechthin, gefolgt vom mystisch wie Dio schreitenden 'Poison Chalice'. Bei all den Bezügen bleibt die Gruppe aber stets ganz sie selbst und erzielt scheinbar mühelos mehr als nur einen Achtungserfolg.

FAZIT: Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag schenken sich AMULET selbst ein herausragendes Classic-Metal-Album, an dem sich das groß der zeitgenössischen Szene eine fette Scheibe abschneiden kann - für diesen Stil beispiellos fantasievoll gestrickten Kompositionen, ein natürlich auftretender Sänger mit Ausstrahlung und eine Produktion von Bandkopf Nippys Bruder, die tatsächlich, wie die Briten behaupten, im Geiste von Martin Birch (Iron Maiden, Deep Purple) steht. An "The Inevitable War" kommt 2019 keine Kutte mit Niveau vorbei.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 507x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • The Satanist
  • Shockwave
  • Burning Hammer
  • Call of the Siren
  • La noche de las gaviotas
  • Siege Machine
  • Gateway to Hell
  • Poison Chalice
  • Roundhead
  • I: Before the Battle
  • II: The Inevitable War
  • III: The Protectorate

Besetzung:

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