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Devin Townsend: Empath (Review)

Artist:

Devin Townsend

Devin Townsend: Empath
Album:

Empath

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive-alles

Label: Inside Out / Sony
Spieldauer: 74:13
Erschienen: 29.03.2019
Website: [Link]

Mit "Empath" möchte DEVIN TOWNSEND seine vielen musikalischen Gesichter unter einen Hut bringen, was zunächst einmal unmöglich erscheint, wenn man diese Ansage sacken lässt. Letztlich wirkt das Album aber tatsächlich wie eine umfassende Harmonisierung dessen, was der Kanadier in den letzten 20 und mehr Jahren an unterschiedlicher Musik geschaffen hat.

Gleichzeitig beschreitet er völliges Neuland und setzt erstmals gezielt jene geplanten Ausflüge in die Klassik um. Orchestrale Arrangements sind ein wesentlicher Bestandteil praktisch aller zehn Tracks, und darauf bauend flicht der Synästhetiker, der mit Genres hantiert, wie ein Maler Farben auf seiner Palette wählt bzw. vermischt, Elemente seines bisherigen Schaffens ein. Das zweite maßgebliche Novum sind geradezu Chiptune-artige Klänge und generell gestalterische Kniffe, die den gegenwärtigen "state of the art" im Electro-Sektor darstellen.

So erschlägt "Empath" in seiner Informationsdichte, und Referenen auszumachen fällt schwer, sowohl unter den Kompositionen selbst in Hinblick auf repräsentative Ausschnitte zu einer umfassenden Beschreibung der Beschaffenheit des Albums als auch zum Vergleichen mit anderer zeitgenössischer Musik. Sollte man TOWNSEND bislang abgesprochen haben, in seiner eigenen Liga zu spielen, lässt sich diese Beobachtung spätestens jetzt schlichtweg nicht mehr anfechten.

Pauschal gesagt braucht man ein dickes Fell gegen Pathos, um sich auf das Material einpendeln zu können. Das quirlige 'Evermore' eignet sich wenigstens ungefähr als erste Wahl, um Interessenten einen Eindruck der aktuellen Stoßrichtung des Genies zu geben, dicht gefolgt von 'Hear Me' (jawohl, "featuring" Nickelbacks Chad Kroeger!) mit Blastbeats, Growls und einer wie gewohnt himmlischen Anneke Van Giersbergen im Hintergrund. Dass zahllose Gäste an "Empath" mitwirkten, braucht man wohl nicht gesondert zu erwähnen.

Am besten belässt man es bei der weiteren Anmerkung, dass die Stücke haarsträubend viele kuriose Details bieten, seien es Ansätze einer Märchenerzählung zu Beginn von 'Sprite', loungige Parts und Ambient-Momente im elfminütigen 'Borderlands', Naturgeräusche und eine Musical- respektive Trickfilmartige Soundtrack-Nummer wie 'Why' oder symphonischen Gospel. Diesen bietet nicht nur 'Spirits Will Collide', dessen völlig ohne Ironie zelebrierter Kitsch momentan genauso als tragende Säule des neuen TOWNSEND-Sounds zu fungieren scheint wie aufwändige Chor-Passagen.

'Singularity', fast 24 Minuten lang und in sechs Teile gegliedert, macht zum Schluss deutlich, dass der Hevy Devy endlich wieder so unberechenbar wie zu "Infinity"-Zeiten agiert … und das ist bekanntlich sehr lange her.

FAZIT: Die DT Band und das DT Project vorübergehend (?) zu Grabe zu legen ergab in Hinblick auf "Empath" unbedingt Sinn. DEVIN TOWNSENDs neues Album (über-)fordert und zementiert seinen Status als Visionär im zeitgenössischen Musikbetrieb. Miles Davis, Frank Zappa, Hevy Devy, so lautet quasi die Ahnenfolge …

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1775x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Castaway
  • Genesis
  • Spirits Will Collide
  • Evermore
  • Sprite
  • Hear Me
  • Why
  • Borderlands
  • Requiem
  • Singularity
  • Adrift
  • I Am I
  • There Be Monsters
  • Curious Gods
  • Silicone Scientists
  • Here Comes The Sun!

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
Kommentare
Klabaster
gepostet am: 11.05.2019

User-Wertung:
4 Punkte

80 Spuren zusammengemixt, 10 schlechte Melodien übereinandergelegt und fertig ist der Lack! Könnte man dies Werk mit selbstbestimmter Geschwindigkeit hören, so wie man ein Buch liest, würde sich der Wert wohl erschließen. Musik funktioniert aber nun mal ganz anders und manchmal sind es die Lücken, die Freiräume, die die Qualität von Musik ausmachen. Hier fehlt das. Der junge Mann macht Musik wohl nur für sich selbst und überfordert damit den Hörer. Frank Zappa hat komplex komponiert und war trotzdem immer "digestible". Der D. Townsend sollte seine Orgasmen, wie jeder normaler Mann in seinen vier Wänden betreiben und den outcome danach wegschmeißen, so wie es sich gehört! :-)
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