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Mt. Amber: Another Moon (Review)

Artist:

Mt. Amber

Mt. Amber: Another Moon
Album:

Another Moon

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive-/Art-Rock

Label: Eigenvertrieb/ACP-Shop
Spieldauer: 53:42
Erschienen: 05.04.2019
Website: [Link]

2017 begeisterte Philipp Nespital mit seiner (fast) One-Man-Show SMALLTAPE und dem Album „Ocean“ zu Recht Publikum und Kritiker. Damals schon unterstützend an seiner Seite Alexandra Praet und Christopher Zitterbart, mit denen der Berliner seit 2015 unter dem Namen MT. AMBER aktiv ist (live ergänzt um Keyboarder Josip Duvnjak). „Another Moon“ ist das Langspiel-Debüt und musikalisch – wen wundert‘s – gar nicht fern von SMALLTAPE angesiedelt.

Im Pressetext ist viel von der Nähe zum Film die Rede, und das passt durchaus, denn der Sound von MT. AMBER ist von kinematographischer Größe, ein atmosphärischer Soundtrack, der sich für den Alltagsfilm ebenso eignet wie für einen Noir, mit dem man aber auch weite Landschaften, Wüsten und das All durchreisen kann. Selbst ein gepflegter Mystery-Horrorthriller würde sich als visueller Begleiter eignen. Die Musik ist meist getragen, wechselt zwischen wolkenverhangener Melancholie und vorsichtiger Euphorie, gelegentlich unterbrochen von beinahe impressionistischen Klangmalereien, die im Stadtmuseum von Silent Hill gut aufgehoben wäre. Die ein oder andere Härte lässt sich ebenfalls, passend eingebaut, finden.

Ein Unterschied zu SMALLTAPE ist, neben den gelegentlich bratzigen Gitarren, der häufigere und stilvolle Einsatz von mehrstimmigem Gesang, bei dem Nespital, Zitterbart und Praet ausgezeichnet harmonieren. Musikalisch gibt es Reminiszenzen an Peter Gabriel, insbesondere was Rhythmik und den Flirt mit weltmusikalischen Elementen angeht, auch die GENESIS-Kollegen Steve Hackett und Anthony Phillips (der Akustikgitarrenpart am Ende von „Holy Memory“) haben ihre Spuren hinterlassen. PINK FLOYD werden ebenfalls gekonnt weiterverarbeitet, nicht nur beim „Breathe“-Intro von „My Lovely Monster“. Dass zudem die BEATLES und John Carpenter ihre Spuren hinterlassen haben, zeigt die wohlsortierte Größe der MT. AMBERschen Spielfläche.

Im Interview distanziert Philipp Nespital sich und seine Musik zwar von Steven Wilson (tut gar nicht Not), doch sind stilistische Ähnlichkeiten durchaus zu finden. Man vergleiche spaßeshalber mal „Amok“ mit PORCUPINE TREEs „Shesmovedon“. Hier wird deutlich, dass Wilson PORCUPINE TREE nicht unbedingt zu reaktivieren braucht, denn es existieren Erben, die in ähnlich gelagertem musikalischem Umfeld eine gekonnte und eigenständige Weiterentwicklung betreiben. MT. AMBER zeichnen bevorzugt große, elegische Momentaufnahmen. Das können sie verdammt gut.

FAZIT: „Another Moon“ ist ein expressives und melodisches Werk, das ohne halsbrecherische Gimmicks auskommt, stattdessen mit dem Dunkel flirtet und den Songs Zeit gibt, sich nicht nur atmosphärisch auszubreiten. Erfreulich kitschfrei, mit Geschmack und Geschick instrumentiert und delikat in Szene gesetzt. MT. AMBER sind locker in der Lage, Vergangenes zu paraphrasieren und eigenständig in die Gegenwart zu transportieren. So darf es gerne weitergehen.

Jochen König (Info) (Review 444x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • All We Are
  • Amok
  • Another Moon:
  • I Behind My Eyes
  • II Another Moon
  • III Holy Memory
  • IV My Lovely Monster
  • V Lullaby’s Prelude
  • VI Fly Away
  • VII Another Dawn
  • Stay

Besetzung:

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