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Old Firm Casuals: Holger Danske (Review)

Artist:

Old Firm Casuals

Old Firm Casuals: Holger Danske
Album:

Holger Danske

Medium: CD/Download
Stil:

Streetpunk / Oi!

Label: Demons Run Amok
Spieldauer: 40:12
Erschienen: 15.03.2019
Website: [Link]

Mit dem Cover und einigen Titeln auf ihrem ersten Album seit fünf Jahren (der Vorgänger bzw. das Debüt "This Means War" erschien 2014) werden sich OLD FIRM CASUALS bei politisch allzu empfindlichen Szenegängern - von der argus-äugigen Antifa wollen wir gar nicht anfangen - sicherlich einige neue Feinde machen, zumal Rancid-Aushängeschild Lars Frederiksen hiermit nicht zum ersten Mal Anlass zu Kontroversen gibt. Dessen ungeachtet bleibt die Band bei ihren musikalischen Leisten und bietet einmal mehr hymnischen Straßenköter-Punk bzw. Oi! von gehobener Qualität.

Im Grunde könnte man die Ska-Elemente seiner Hauptband abziehen und auf den raueren Sound verweisen, den OLD FIRM CASUALS zelebrieren, das würde zur weiteren Beschreibung von "Holger Danske" genügen. Jedenfalls steht nicht zu erwarten, dass die Scheibe am Status von Rancids "… And Out Come the Wolves", das bestverkaufte Punk-Album zu sein, kratzen wird. OLD FIRM CASUALS rüpeln sich binnen kurzer Zeit durch ein Dutzend Songs, die überraschenderweise (aufgrund der Nordmann-Ästhetik des Artworks) Texte mit erstaunlich aktuellen Textthemen besitzen.

'Traitor' wütet gegen den nicht mehr so neuen US-Präsidenten Donald Trump, das Titelstück und 'Motherland' gehen ebenfals kritisch mit den Vereinigten Staaten ins Gehege, und 'Get Out Of Our Way' ist gleich zu Beginn vielleicht die eine Nummer, mit der man OLD FIRM CASUALS 2019 umfassend definieren kann, ohne weitere Verweise zu machen - eingängig, simpel, Gift und Galle spuckend wie britische Veteranen von The Exploited bis zu den UK Subs.

Als Zuckerschlecken erweist sich schon nach einigen Tracks - ebenfalls wider Erwarten - die Gitarrenarbeit von Gabe Gavriloff (auch Sydney Ducks), der Fredriksen tatsächlich u.a. von Metallicas Kirk Hammett ans Herz gelegt wurde. Mit ihm im Kader sind dem Quartett durch verhältnismäßig virtuose Parts bestechende Semi-Metaller wie 'Pendulum' und '“Nation On Fire' gelungen, wohingegen 'Casual Rock-n-Roll' als AC/DC-Hommage durchgeht. Zusammengenommen ist die Chose ungleich sympathischer als ihre Aufmachung, mit der sich OLD FIRM CASUALS wohl selbst ins Knie geschossen haben.

FAZIT: "Holger Danske" ist ein sehr gutes, abwechslungsreiches Stück Street Punk geworden, von dessen Cover man sich bitte tunlichst nicht abschrecken lassen sollte. Lest die Texte, um auch eure letzten Zweifel gegenüber Lars Fredriksen und Co. aus dem Weg zu räumen. Dass diese Inszenierung nicht gerade von ausgesprochener Intelligenz zeugt, steht auf einem anderen Blatt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 364x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Get Out Of Our Way
  • Motherland
  • Pendulum
  • De Ensomme Ulve
  • Holger Danske
  • Casual Rock-n-Roll
  • Traitor
  • The Golden Fall Pt. 1
  • Thunderbolt
  • Overdose On Sin
  • Nation on Fire
  • Zombies

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Schlum
gepostet am: 05.03.2019

Vielleicht hätte man bei Wikipedia den Plattentitel nachschlagen sollen, um den "Nordmann" bzw. die erweiterte Bedeutung dahinter zu verstehen und nicht in die Falle zu tappen, in die bei der Rezension mit beiden Füßen gesprungen wurde.
Andreas (musikreviews)
gepostet am: 07.03.2019

Der Background ist mir sehr wohl bewusst, aber die plakative Gestaltung (Runen, nordischer Krieger) ruft ebensolche Lager auf den Plan, die nicht recherchieren, zumal Frederiksen in der Vergangenheit wiederholt von der Antifa kritisiert wurde. Macht sich also bewusst oder unbewusst wieder angreifbar, was nicht hätte sein müssen, gerade bei der musikalischen Qualität.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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