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Phela: Wegweiser (Review)

Artist:

Phela

Phela: Wegweiser
Album:

Wegweiser

Medium: CD
Stil:

Singer/Songwriter, Indie Pop

Label: Eigenveröffentlichung/recordJet
Spieldauer: 49:05
Erschienen: 15.03.2019
Website: [Link]

Schon nach den ersten Tönen und Zeilen von „Wegweiser“, dem zweiten Album der deutschen Singer/Songwriterin PHELA, glaubt man, sich auf ein Album der begnadeten deutschen Pop-Liedermacherin ALIN COEN verirrt zu haben. Und wie treffend diese Parallelen, zu denen auch die sehr gelungenen Texte gehören, sind, beweist spätestens der Song „Unser Lied“, den PHELA gemeinsam mit besagter ALIN COEN einsingt.
Wie glücklich PHELA über diese Beteiligung ist, kann man dann, vorausgesetzt man nimmt sich die Zeit dazu, in der umfangreichen Danksagung des 16seitigen Booklets, das zugleich alle Texte enthält, lesen: „Alin, du bist die Sahnehaube (mit Kirsche) auf diesem Album.“
Doch damit stapelt PHELA recht tief, denn die wahre Sahnehaube ist ihre eigene Beteiligung, ihr wunderschöner Gesang, die beeindruckenden, sehr persönlichen Texte und die liebevolle, aber auch nachdenkliche Atmosphäre, die „Wegweiser“ durchgängig verbreitet.

Wegweiser“ ist ein sehr intensiv-persönliches Album, dessen Texte direkt aus dem PHELA-Leben gegriffen sind, egal, ob sie dabei in „Mama“ über ihr Glück Mutter zu sein oder in „Reset“ über den Freund, der sie immer wieder als so eine Art organische Reset-Taste auf den Boden holt, singt. Jeder Ton ein Stück Leben, jede Note ein Weltenklang aus dem PHELA-Universum, der sich auch mit wunderschönen Melodien und Refrains wie bei „Peter Pan“ ganz offensichtlich dem Pop öffnet: „Ein Mensch, der auf ‘ner Kreuzung steht / Ich bin / Ein Mensch, der auf ‘ner Kreuzung steht.“

Aber die deutsche Songwriterin kann auch richtig böse werden, wenn sie in „Verräter“, diesmal mit der Beteiligung von MORITZ KRÄMER, resümiert: „Oh, ich weiß, es ist nicht so schön, ein Verräter wie du zu sein / Es bedeutet am Ende / Ein Leben allein“, oder einmal sogar die Sprache wechselt, wenn sie „Pour Me Porter“ mit Chanson-Appeal singt.
Da verzeiht man ihr dann das vorher doch schwache Liebesliedchen „Groß“, das sich in solch banaler Erkenntnis: „Dieses Gefühl sagt mir / Das, was wir haben, ist groß“, verliert.

Nach der Geburt ihrer Tochter, die sie bereits auf „Mama“ verewigt, spricht PHELA davon, dass „Wegweiser“ auf sie „wie eine zweite Geburt“ wirkt und: „Jetzt fühlt sich alles richtig, erwachsener, selbstbestimmter an“. Die elf Studio- und der eine Live-Titel von „Peter Pan“ geben davon ein überzeugendes musikalisches Zeugnis ab.

Steht da etwa eine „zweite ALIN COEN“ in den Startlöchern?
Schön wär‘s – und mit noch etwas mehr Eigenständigkeit und Mut zu gewagteren kompositorischen Experimenten (Etwas mehr Folk oder Rock, vielleicht ein paar mehr gewagtere Streicher, die nicht nur Flächen setzen, oder orchestrale, keyboardlastigere Elemente usw.) wird PHELA sicher in die ewigen Ruhmeshallen guter deutscher Liedermacher aufsteigen. Eine Erkenntnis, die zugleich dieses FAZIT zwar nicht in Stein meißelt, aber in eine Computertastatur hämmert.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 444x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Zuhause
  • Peter Pan
  • Mama
  • Reset
  • Unser Lied (feat. ALIN COEN)
  • Meine Familie
  • Groß
  • Pour Me Porter
  • Verräter (feat. MORITZ KRÄMER)
  • Eins
  • Wegweiser
  • Peter Pan (Live At Open Flair 2017)

Besetzung:

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