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Filter-Kaffee: 104 (Review)

Artist:

Filter-Kaffee

Filter-Kaffee: 104
Album:

104

Medium: CD/Download
Stil:

Electronic/Berliner Schule

Label: Manikin Records
Spieldauer: 74:11
Erschienen: 18.10.2019
Website: [Link]

„101“ hieß noch mit Vornamen FILTER-KAFFEE und wurde vom Duo Mario Schönwälder und Frank Rothe eingespielt. Auf den anderen vier Veröffentlichungen nennt sich das gemeinschaftliche Projekt FILTER-KAFFEE und veröffentlicht fortlaufende Nummern, beginnend bei „100“. Jetzt ist die beliebte Filtergröße „104“ dran und erweist sich als eines der stärksten Stücke der Reihe.

Man kann das Album als eine Art Liebeserklärung an die Berliner Schule hören, oder es einfach als meditative, spannende elektronische Musik genießen. Songs wie „Another Wasteland“ und „Een elektronisch Winterlandschaap“ lassen sich als Hommagen an große Vorbilder interpretieren. Das erste an Michaels Hoenigs „Departure From A Northern Wasteland“, das zweite natürlich an Klaus Schulzes eigene Version von „Frozen“, „Mirage“. Das klappt nicht nur vom Titel her, sondern auch musikalisch.

„Another Wasteland“ beginnt sacht wehend und nimmt im weiteren Verlauf an Tempo auf und lässt Sequenzer walten. Ähnlich händelte es Hoenig in seinem Magnum Opus. Die elektronische Winterlandschaft ist ein flirrender, klirrender Kristall, der winterliche Atmosphäre verströmt, aber kein Unbehagen erzeugt. Würde sich gut als Bonustrack auf „Mirage“ machen.

Der Opener ist allerdings die gut dreiundzwanzigminütigen Live-Performance „Belgian Romance“, passenderweise eingespielt beim Cosmic Nights Festival im belgischen Heusden-Zolder („Een elektronisch Winterlandschaap“ iwt ebenfalls eine Live-Aufnahme. Aus - na, wer ahnt es? - den Niederlanden). Hier erweisen sich Schönwälder und Rothe als eingespieltes, gut harmonierendes Team, das den langen Track verhalten, mit isolierten Klangskulpturen startet um dann gemeinsam auf einen genussfrohen Trip zu gehen. Es zwitschert und pluckert an allen Ecken und Enden, der Sequenzer rumort rhythmisch und lässt den synthetischen Melodiebögen im Vordergrund ihren freien Lauf. Dann wieder erzeugen repetitive Muster eine Art Trance-Meditation. Womit wir bei Richard Wahnfried wären.

„Radiant der Lyriden“ ist ein passender, siebzehnminütiger Epilog, der das Album noch einmal gekonnt zusammenfasst, vom schwebenden, herumflanierenden Start bis zum sequenzerlastigen, beschwingten Abschluss. Dazu kann man auf der Autobahn fahr’n. Wenn sie denn mal frei ist und die Landschaft am Straßenrand was zu bieten hat. Eine Landpartie, keine Reise durch die Industriekultur.

FAZIT: FILTER-KAFFEE „104“ ist die gekonnte Fortsetzung des gemeinsamen Wirkens von Frank Rothe & Mario Schönwälder. Zwei Live- und zwei Studiotracks, allesamt jenseits der fünfzehn Minuten, ergeben ein so entspannendes wie spannendes Kaleidoskop, mit Verweisen auf die Vergangenheit der Berliner Schule. Auch Erstklässlern zu empfehlen.

Jochen König (Info) (Review 425x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Belgian Romance
  • Another Wasteland
  • Een Elektronisch Winterlandschap
  • Radiant der Lyriden

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • 102 (2015) - 12/15 Punkten
  • 104 (2019) - 12/15 Punkten
Interviews:
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