Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Confusion Master: Haunted (Review)

Artist:

Confusion Master

Confusion Master: Haunted
Album:

Haunted

Medium: CD/LP+CD/Download
Stil:

Sludge Metal, Doom, Psychedelic

Label: Exile On Mainstream Records
Spieldauer: LP – 40:34 / CD – 47:54
Erschienen: 19.11.2021
Website: [Link]

Es wird finster, wenn das deutsche Doom/Sludge-Quartett CONFUSION MASTER auf „Haunted“ ihre breiten Gitarrenwände und fetten Bässe sowie das treibende stakkato-artige Schlagzeug auf die Reise in die Finsternis schicken und sogar neben Klar- mit Sprechgesang – Wow, statt, wie man eigentlich erwarten würde, mit Growls – ihre schaurigen Geschichten von Hexen und Höllen erzählen. Da rapt und groovt der Doom und das hinterlässt Wirkung, sodass auch das rührige Label Exile On Mainstream eine kluge Entscheidung traf, diesen 'finsteren Jungs von der Ostsee' nach ihrem 2018er-Debüt „Awaken“ mit „Haunted“ einen weiteren tiefschwarzen Vinyl-Output hinterherschieben zu lassen, der ohne Growls auskommt. Und genau hier liegt eine der größten Stärken des ambitionierten, klar strukturierten und trotzdem sehr abwechslungsreichen Albums.

Hinter CONFUSION MASTER verbergen sich vier Musiker aus Rostock, die eigentlich aus der Punk- und geradlinigeren Metal-Szene kommen, die aber ihre Leidenschaft für Vintage-Sounds aus dem BLACK SABBATH-Umfeld, Untergründiges, Misanthropie, DIY-Werte und ein psychedelisches Stoner-Rock-Gespür ganz neu ausleben wollen. ELECTRIC WIZARD oder THE HEADS scheinen ihnen dabei Brüder im musikalischen Geiste zu sein.

Vier lange Stücke machen „The Haunted“ aus.
Viermal intensiver Doom und Sludge Metal samt perkussiver Experimentierkunst, die nicht nur Rhythmus vorgibt, sondern mitunter kakophonische Stimmungsbilder malt, während die Bässe bedrohlich im Hintergrund wie ein heranziehendes Gewitter ihre dunklen Wolken auftürmen lassen, um dann wie Donnerschläge brachial auszubrechen. Und immer wieder die psychedelischen Momente, verhallte Gesänge, fräsende Gitarren, die gerne auch mal schrammeln dürfen, sowie Stoner-Rockiges, das so sehr rotzt, dass man danach seine Anlage umkreist auf der Suche nach 'verbrannter Erde', aus der sich langsam die nächsten Klang-Zombies wie aus einer Gruft erheben. Der ideale Soundtrack zu Halloween, dem zugleich aber auch so einige skandinavische Momente innewohnen. Selbst wenn sich manchmal einige getragenere Momente wie heißes Lava nur langsam ihren Weg bahnen. Sie sind tatsächlich die Meister der Verwirrung, diese CONFUSION MASTER.

Vorbildlich ist zudem, dass es neben der Vinyl-Version mit den vier Longtracks auch eine CD, die mit zur LP gehört, dazugibt, auf der sich neben den vier LP-Titeln mit „Haunted“ ein Bonus Track befindet, der genau all die Ansprüche und Qualität der vorangegangenen Doom-Sludge-Monster hält. Ideal geeignet, um nachts im Leichenwagen durch die finsteren Corona-Gassen zu fahren und sich zu fragen, was diese Welt im Innersten (noch) zusammenhält. „Haunted“ gibt darauf zwar keine Antwort, aber es untermalt perfekt die Spuk-Stimmung, die einen dabei überkommt – auch wenn einem nicht gleich die Geister, die man rief, erscheinen. Die treiben lieber auch weiterhin dank CONFUSION MASTER auf „Haunted“ ihr Unwesen, dessen musikalische Seite schwer beeindruckt.

FAZIT: Das Rostocker Doom/Sludge-Quartett CONFUSION MASTER mit einem feinen Näschen für psychedelische Düfte und einem geschickten Händchen für musikalische Rituale während eines BLACK SABBATHs sowie klaren statt growlend vibrierenden Stimmbändern lässt auf ihrem zweiten Album „Haunted“ schwarzvinylig, aber auch silberdigital klangvoll donnernde Grooves und breitwandige Gitarrenbretter, die sich leider manchmal etwas zu sehr wiederholen, auf den Hörer los, der sich ganz schnell in der musikalischen Finsternis einrichtet, weil immer irgendwo ein Licht den headbangenden Weg weist. Jawoll, der Osten hat's drauf – und wenn die 'Rocker von der Küste' früher TRANSIT hießen und einen auf Lindenberg machten, dann klingen sie heute deutlich weltoffener, nennen sich CONFUSION MASTER und führen sich wie ein ELECTRIC WIZARD auf.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 917x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Seite A (19:43):
  • Viking X (10:36)
  • The Cannibal County Maniac (9:07)
  • Seite B (20:51):
  • Casket Down (9:24)
  • Jaw On A Hook (11:27)
  • CD (47:54):
  • Vikings
  • The Cannibal County Maniac
  • Casket Down
  • Jaw On A Hook
  • Haunted

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Monate hat das Jahr?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!