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Premiata Forneria Marconi: I Dreamed of Electric Sheep (Review)

Artist:

Premiata Forneria Marconi

Premiata Forneria Marconi: I Dreamed of Electric Sheep
Album:

I Dreamed of Electric Sheep

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Inside Out / Sony
Spieldauer: 81:37
Erschienen: 22.10.2021
Website: [Link]

Wie viele während der Corona-Pandemie Kunst schaffende MusikerInnen haben auch PREMIATA FORNERIA MARCONI (kurz PFM) aus der Not eine Tugend gemacht und ihren ohnehin opulenten Sound ein bis drei Schritt weiter in Richtung Spitze getrieben. Auf dem neuen Album der italienischen Progressive Rock-Pioniere tummeln sich etliche Gäste, mit denen man sich fernmündlich austauschte, um etwas wahrlich Großes zu schaffen.

Dass sich die Veteranen weder auf alten Lorbeeren ausruhen noch den 1970ern verhaftet geblieben sind, in denen ihre prägenden Werke erschienen, wissen zumindest Kenner der Szene. Die Kernbesetzung um Bassist, Keyboarder und Hauptkomponist Patrick Djivas traf sich persönlich in ihrer Heimat, um auf der Grundlage der berühmten "Blade Runner"-Frage, ob denn Androiden von elektrischen Schafen träumen würden, ein episches Konzeptalbum auszuarbeiten, das sowohl musikalisch als auch inhaltlich sehr gut in den aktuellen Kontext passt.

PFM haben mit "I Dreamed of Electric Sheep" ein Fanal für die Vorstellungskraft des Menschen entzündet und üben Kritik am vorbehaltlosen Fortschrittsglauben sowie der Annahme, Künstliche Intelligenz könne die Menschheit respektive den Planeten retten. Ihre Message übermittelt die Band mit überraschend metallischer Schlagseite inmitten ihrer vertrauten Melange aus Jazz, Rock und klassischen Elementen. Gleich mehrere Keyboards verleihen den unverhofft kompakten zehn Tracks, die als Doppel-CD mit jeweils auf Italienisch und Englisch gesungenen Texten veröffentlicht werden, einen unaufdringlich sinfonischen Charakter, so wie ihn Dream Theater mit ihren ersten beiden Tastenleuten Kevin Moore und Derek Sherinian hatten.

Der Vergleich drängt sich insbesondere hinsichtlich der Wahl der Sounds (Moog, Hammond…) auf, während die Riffs zwischen den wiederholt eingestreuten Pop-Momenten (´Ombre Amiche/Let Go´) deftig braten, wofür das abschließende Instrumental ´Transhumance Jam´ und das quirlige ´La Grande Corsa/City Life´ exemplarisch stehen. Drummer und Sänger Franz Di Cioccio macht die maximal sechs Minuten (und meistens deutlich kürzeren) dauernden Nummern umso eingängiger, wobei die stark an Yes gemahnende Tänzelei ´Pecore Elettriche/Electric Sheep´ als Ohrwurm des Albums heraussticht.

Die Promis im Kader - Jethro Tulls Ian Anderson, ein langjähriger Freund der Musiker, und der ehemalige Genesis-Gitarrist Steve Hackett - sind bei einer so prachtvollen Eigenleistung der "alten" Herren bloße Makulatur.

FAZIT: Mit "I Dreamed of Electric Sheep" gelingt der "grande signora" des Rock Progressivo Italiano im Herbst ihres Daseins eines ihrer stärksten Alben. An PFM kommt somit kein Prog-Fan im Jahr 2021 vorbei.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 840x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Mondi Paralleli (Italian version)
  • Umani Alieni (Italian version)
  • Ombre Amiche (Italian version)
  • La Grande Corsa (Italian version)
  • AtmoSpace (Italian version)
  • Pecore Elettriche (Italian version)
  • Mr. Non Lo So (Italian version)
  • Il Respiro Del Tempo (Italian version)
  • Transumanza (Italian version)
  • Transumanza Jam (Italian version)
  • Worlds Beyond (English version)
  • Adrenaline Oasis (English version)
  • Let Go (English version)
  • City Life (English version)
  • If I Had Wings (English version)
  • Electric Sheep (English version)
  • Daily Heroes (English version)
  • Kindred Souls (English version)
  • Transhumance (English version)
  • Transhumance Jam (English version)

Besetzung:

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