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Grobschnitt: Acoustic Album (Review)

Artist:

Grobschnitt

Grobschnitt: Acoustic Album
Album:

Acoustic Album

Medium: CD/Download/Do-LP
Stil:

Akustischer Kult-Rock a'la Grobschnitt

Label: Universal Music
Spieldauer: 75:28
Erschienen: 13.05.2022
Website: [Link]

Man braucht nur die Zeilen im Inneren des Gatefold-Covers zu dem „Acoustic Album“ von GROBSCHNITT zu lesen und schon weiß man, dass einen einerseits Altbewährtes und andererseits völlig Neues hinter dieser Doppel-LP der Hagener Kult-Band erwartet: „Im April 1971 begann die GROBSCHNITT-Story und bereits ein Jahr später erschien das erste Album. Wir hätten damals nicht im Traum daran gedacht, 50 Jahre später ein Akustik-Album mit GROBSCHNITT-Songklassikern aus der Zeit von 1972 bis 1987 zu veröffentlichen. Der Wunsch, etwas zu machen, was es in der langen Bandhistorie noch nicht gegeben hat, war Antrieb für die Idee, die Kompositionen nur mit Stimme, 3 Gitarren und Percussion-Elementen zu instrumentieren und somit auf das Wesentliche in Melodie und Harmonie zu reduzieren...“

Ob die 'echten' GROBSCHNITT-Fans mit dieser 'Unplugged'-Doppel-LP glücklich werden, so intim sie in dieser Form auch erscheinen mag, steht allerdings in den Sternen, denn vieles von dem, was die Hagener in ihrer wild-verrückten Spielfreude ausmacht(e), ist in diesem 3-Mann+Akustikgitarren+Percussion+Stimme-Ensemble (Lupo + Willi Wildschwein + Nuki, der 'Wildschwein'-Sohn) einfach nicht zu verwirklichen. Wobei es trotzdem hochinteressant ist, diese akustischen, vom bombastischen, lauten Oldtimer zum modernen, auf das Wesentliche beschränkte Mini gewordenen Versionen ihrer Klassiker zu hören, wobei alle sich mehr im ruhigen als rockigen Bereich bewegen. Warum aber kein „Illegal“ dabei ist, weiß Gott und GROBSCHNITT. Dieser Song hätte die eher getragene Grundstimmung beispielsweise extrem aufpeppen können.

Dafür aber besitzt das „Acoustic Album“, das in der Zeit von Februar bis Mai 2021 live im Studio eingespielt wurde, ganz andere Qualitäten, wie kristallklare Sounds, bei der die akustischen Gitarren, die mal solistisch, mal als Duett perfekt aus der linken und rechten Box erklingen, um sich dann mittig mit einer dritten Akustischen zu vereinen. Klangtechnisch geht es einfach nicht besser, ein akustisches Studio-Live-Album abzumischen, als das, was wir von diesem Doppel-Vinyl geboten bekommen.
Eine bedruckte LP-Innenhülle für jede LP voller Fotos und mit allen Song-Texten vervollkommnet neben dem akustischen auch den optischen Eindruck.

Die Auswahl der akustisch dargebotenen Stücke – inklusive umfangreicher Instrumentalteile – umfasst die Zeit von 1972 bis 1987, wobei natürlich der süße Rockpommel genauso wenig fehlen darf wie Vater Schmidt oder die Weltverbesserer-Hymne „Wir wollen leben“. Und auch wenn das Sonnenfeuer nicht entfacht wird, so darf zumindest der „Drummers Dream“ geträumt und allen „Fantasten“ sowie dem „König der Welt“ gehuldigt werden. Willi Wildschwein und Lupo sind sich jedenfalls zu dieser akustischen 'Grobschnitterei' einig, wenn sie feststellen, dass dies eine „lebensoptimierende Reise durch die GROBSCHNITT-Geschichte“ ist, die genau zum, richtigen Zeitpunkt erscheint, um „das letzte noch ungeschriebene GROBSCHNITT-Live-Kapitel endlich zu realisieren“.

FAZIT: „Eigentlich hatten wir überhaupt nicht geplant, ein akustisches Studioalbum aufzunehmen. Vielmehr wollten wir in bester GROBSCHNITT-Tradition ein Akustik-Live-Album veröffentlichen. Aufgrund der Pandemie und der damit auf unbestimmte Zeit verordneten Konzertpause, haben wir uns dann aber für die Studiovariante entschieden“, stellt LUPO zu dem „Acoustic Album“ des flotten GROBSCHNITT-Dreiers fest – und verweist so darauf, dass die für dieses Album zum Trio geschrumpfte Band eine musikalische Idee verwirklichte, die es so im Band-Rahmen noch nie gab: akustische GROBSCHNITT-Versionen als Trio nur mit Gitarre, Stimmen und Percussion zu vertonen. Freunde von MTV-Unplugged und ähnlichen Formaten wird es freuen, den einen oder anderen GROBSCHNITT-Fan wohl ein wenig verunsichern.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 807x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Seite A (20:11):
  • Wonderful Music (2:41)
  • Morning Song (5:23)
  • Drummers Dream (6:50)
  • Traum und Wirklichkeit (5:17)
  • Seite B (19:03):
  • Vater Schmidt's Wandertag (10:28)
  • Anywhere (4:54)
  • Snowflakes (3:41)
  • Seite C (18:05):
  • Merry Go Round (5:30)
  • Silent Movie (4:07)
  • Raintime (4:22)
  • Wir wollen leben (4:06)
  • Seite D (18:09):
  • Könige der Welt (7:27)
  • Der Weg nachhaus (10:42)

Besetzung:

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