Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Nikki Lane: Denim & Diamonds (Review)

Artist:

Nikki Lane

Nikki Lane: Denim & Diamonds
Album:

Denim & Diamonds

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Americana, Folk, Country

Label: New West
Spieldauer: 33:19
Erschienen: 23.09.2022
Website: [Link]

Mit ihrem 2017er-Album „Highway Queen“ entwarf die in Nashville ansässige Songwriterin NIKKI LANE ein leicht eskapistisches Superstar-Szenario für ihre Persona als Highway Queen, was ein ziemlich idealisiertes Bild einer möglichen Entwicklung als Country-Rock-Superstar-Heroine zeichnete.
Nun ja: Es ist ja nichts grundsätzlich Schlechtes daran, Ambitionen zu Größerem mit einem leichten Augenzwinkern überlebensgroß aufzublasen. Die Sache war nur die, dass die Musikerin im Folgenden all das, was sie auf „Highway Queen“ in einem überhöhten Fantasy-Setting konkretisiert hatte, bei der anschließenden Tour zum Album im täglichen „Grind“ auf gar nicht malerische Art selber erfuhr und damit auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Das führte dazu, dass sie irgendwann gar keine neue Scheibe mehr machen wollte und sich darin genügte, mit Freunden abzuhängen und sich mit Gastbeiträgen bei Projekten von LANA DEL REY oder SPIRITUALIZED zu beschäftigen.

Enter JOSH HOMME und die Pandemie.
Denn es war ein Telefongespräch mit dem QUEENS OF THE STONE AGE-Frontmann, der Lane dazu motivierte, wieder ins Studio zu gehen. Schließlich hatte sie trotz allem nie aufgehört, Songs zu schreiben und saß nun auf einem ganzen Stapel hochklassiger, konfessioneller Selbstfindungs- und Selbstbestimmungs-Songs und suchte sich davon 10 Tracks aus, die in lockerer Form ihr Leben als Rockmusikerin eindringlich beschreiben und kommentieren.
Hierbei geht sie in Songs wie „First High“, „Born Tough“, „Try Harder“ und „Pass It Down“ auf ihre Herkunft als Tochter Baptistischer Eltern ein, die sich aus den Fängen der Religion löst und sich auf die Suche nach einem erfüllten Leben als Rockmusikerin und einer eigenen Identität begibt.

Solcherlei Songsammlungen gibt es ja immer mal wieder – selten allerdings kommt es dabei zu einer konkreten Schlussfolgerung.
NIKKI LANE gelingt dieses Kunststück aber, indem sie in den anderen Songs, wie „Good Enough“, „Denim & Diamonds“ und besonders „Live/Love“, zu der Erkenntnis kommt, dass die „Highway Queen“ vielleicht nicht das richtige Leitbild gewesen ist, sondern dass es für sie darum ginge, auf sich selbst zu vertrauen, sich anzustrengen, das zu machen, was sie möchte und vor allen Dingen mit dem zufrieden zu sein, was sie bereits hat. Und dann – so ihr Resümee – könne sie sich ja auch selbst die Jeans und Diamanten kaufen, die sie früher von anderen bekam – und zwar ohne sich anbiedern, verleugnen oder verbiegen zu müssen: „I don't wanna lie, I don't wanna cry – I just wanna live and love until I die“ singt sie in dem Song „Live/Love“.

FAZIT: Es war JOSH HOMMEs Idee für das neue Album eine Allstar-Studio-Band zusammenzustellen – zu der neben seinen QOTSA-Kollegen auch Drummer MATT HELDERS von den ARCTIC MONKEYS und Pedal-Steel-Player MATT PYNN von NIKKI LANEs eigener Band gehörten. Dass dann musikalisch der Country-Aspekt – bislang ein wesentlicher Aspekt ihres Wirkens – nicht so deutlich in den Vordergrund trat, ist so gesehen nicht verwunderlich. Tatsächlich änderten HOMME & Co. die Marschrichtung in Richtung Rock – auch wenn natürlich keine Stoner- oder Grunge-Elemente zum Tragen kommen (so offensichtlich sollte die Sache dann doch nicht ausgehen). Das wiederum bedingt, dass die Tracks, bei denen die Country-Stilistik dann doch bemüht wurde - wie z.B. bei der Torchsong-Ballade „Born Tough“, der pulsierenden Hoedown-Nummer „Good Enough“ oder der Folkpop-Nummer „Live/Love“ die Sache ziemlich „Left Of Center“ rüberkommt (freilich ohne dabei ins Parodistische abzugleiten). Das ist alles nicht tragisch – aber die alten NIKKI LANE-Fans sollten zumindest darauf hingewiesen werden.

Ullrich Maurer (Info) (Review 427x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • First High
  • Denim & Diamonds
  • Faded
  • Born Tough
  • Try Harder
  • Good Enougj
  • Live & Love
  • Black Widow
  • Pass It Down
  • Chimayo

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vierunddreißig minus zweiundzwanzig sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!