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Dave Kerzner: New World (Review)

Artist:

Dave Kerzner

Dave Kerzner: New World
Album:

New World

Medium: CD
Stil:

Prog aus dem Lego-Land von PF und APP

Label: Sonic Reality / Just For Kicks
Spieldauer: 78:03
Erschienen: 27.03.2015
Website: [Link]

Die Liste namhafter Musiker, die am Debüt-Album von DAVE KERZNER mitwirken, ist verdammt lang: STEVE HACKETT, KEITH EMERSON, NICK D‘VIRGILIO, COLIN EDWYN, SIMON PHILLIPS und, und, und (Am Ende sind es tatsächlich 19 Musiker, die bereits bei Kult-Bands wie YES, ELP, PINK FLOYD, PORCUPINE TREE, GENESIS, BIG BIG TRAIN, THE WHO, CHICAGO, MOSTLY AUTUMN, IT BITES .... aktiv waren!).

Doch wer ist eigentlich DAVE KERZNER?
Im Grunde ein singender Keyboarder, der ein wenig Aufmerksamkeit dadurch erlangte, weil er gemeinsam mit dem Sohnemann von PHIL COLLINS die Band SOUND OF CONTACT gründete, dort die Tasten drückte sowie ein paar Backgrounds beisteuerte und sich nach dem ersten Album „Dimensionaut“ (2013), warum auch immer, absetzte. Nicht viel am Ende - und im Grunde noch weniger, wenn man bedenkt, dass „New World“ von DAVE KERZNER ein nostalgischer, alter Musik-Latschen ist, der im Grunde genommen wie die Fortsetzung des SOUND OF CONTACT-Albums klingt. Wären PINK FLOYD irgendwann auf die Idee gekommen, ein ermüdendes Neo-Prog-Album hinzuschustern, dann wäre es wohl „New World“ geworden, das auf dem „Endless River“ der Belanglosigkeit dahinschippert.
Oder es wäre vielleicht ein weiteres Album aus dem Hause ALAN PARSONS PROJECT geworden, wenn Mr. Parsons endlich mal wieder beschließen würde, Pop und Rock zugunsten von Prog aus seiner Musik zu verbannen. In diesem Sinne also das positive Moment von „New World“.
Was also bleibt?
Nicht viel!

„Stranded“, das Mammut-Werk, welches getreu der Wish-You-Were-Here-Theorie im Sinne des verrückten Diamanten mehrteilig (insgesamt zehn Parts) die Musik auf der CD „einrahmt“, um ihr ein Konzept auf den musikalischen Leib zu tätowieren, hat was von „Us And Them“ und „Great Gig In The Sky“ samt gilmourschen todlangweiligen Insel-Abenteuern sowie ALAN PARSONS PROJECT der kreativeren Phase.
Nur hören wir nicht sowas viel zu oft in den ewig gleichen Varianten anderer „moderner“ Prog-Bands, die es einfach nicht auf die Reihe bekommen, ihrer eigenen Musik auch wirklich etwas Eigenes zu verleihen, anstatt nur zum progressiven Baukasten aus PINK FLOYD plus ALAN PARSONS PROJECT zu werden?
Nämlich genau das ist DAVE KERZNER.
Ein „musikalisches Kind“, das mit Noten wie mit Lego-Bausteinen spielt, um am Ende ein Baustein-Abbild von irgendwas zu erzeugen, das es in natura längst viel größer und besser gibt. Und selbst wenn ihm bei seinem Lego-Abbild die ehemaligen Original-Architekten helfen - so bleibt doch nur ein alt bekanntes, vielleicht ein bisschen bunter erscheinendes Abbild übrig.
Das ist wirklich keine neue, sondern eine Lego-Welt des Prog-Rocks. Selbst die konzeptionelle Geschichte über einen Typen, der in der Wüste strandet, um seinen Weg zurück in die moderne Zivilisation zu finden, ist nicht besonders neu, sondern eher etwas verstaubt und digital aufgepeppt.

„My Old Friend“ wirkt dann sogar noch wie ein krampfhaft aufgesetzter Musikfremdkörper, so als würde man ein Kind mit Masern gegen den Wundstarrkrampf impfen. Was bleibt, ist ein schrecklicher GENESIS-Klon-Song (nur komischerweise von „Calling All Stations“) den Kerzner dann auch noch KEVIN GILBERT, dem begnadetsten PETER GABRIEL-Double aller Zeiten, widmet, der sich leider im Alter von 29 Jahren bei seltsamen Selbstbefriedigungsspielchen tödlich strangulierte.
Na ja, ich weiß nicht, ob Kerzner Gilbert damit wirklich einen Gefallen tut!?
Genauso wenig wie ich weiß, ob sich DAVE KERZNER mit diesem langatmigen Klon-Album sich und seinen Hörern einen Gefallen tut. Obwohl ich mir sicher bin, dass alle, die von jeder Art PINK FLOYD, selbst wenn der Dünnschiss vom „Endless River“ runtergespült wird, nicht genug bekommen können, mit dieser „New World“ aus finsterster Vergangenheit garantiert glücklich werden. Außerdem haben die musikalischen Toilettenpächter auch noch gigantische Namen, die einstmals nicht nur Toilettenpapier verteilten, sondern riesige Haufen, einer Oase gleich, in die Mainstream-Wüste schissen, wofür wir sie damals noch voller Stolz und zu Recht von ganzem Herzen liebten.

FAZIT: Ein weiteres langweiliges Album von PINK FLOYD!
Ach, stopp, was sehe ich denn da?!
Es ist ja gar nicht von PINK FLOYD, sondern von DAVE KERZNER!
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Thoralf Koß (Info) (Review 1594x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Stranded (Part 1-5)
  • I: Isolation
  • II: Delirium
  • III: March Of The Machines
  • IV: Source Sublime
  • V: The Darkness
  • Into The Sun
  • The Lie
  • Under Control
  • Crossing Of Fates
  • My Old Friend
  • Ocean Of Stars
  • Solitude
  • Nothing
  • New World
  • Redemption (Stranded Part 6-10)
  • VI: The Oasis
  • VII: Resilience
  • VIII: High On The Dunes
  • IX: Mirage Of The Machines
  • X: To The Light

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Gelatti
gepostet am: 28.03.2015

User-Wertung:
10 Punkte

Ganz so mies würde ich die Scheibe nicht bewerten, obwohl sicherlich gilt: "Im Westen nichts Neues"... Wer auf PF-Klone steht, wird hier gut bedient und wer nicht genug bekommt, es gibt sie auch als 2 CD Version ;-)
Allerdings ist Dave Kerzner nicht erst durch Sound of Contact in Erscheinung getreten, sondern gehörte zu Kevin Gilberts Weggefährten und spielte in seiner Band Giraffe bzw. auch seinen Soloalben.
Curlymike
gepostet am: 07.08.2016

User-Wertung:
13 Punkte

Die 2CD-Version ist allerhörenswert, bin davon sehr angetan. Eure Bewertung ist aber total unfair,
für mich ist diese Musik interessant gemacht, bewährte Zutaten auf hohem Niveau!
Kein Abklatsch von Pink Floyd, Alan Parsons oder ähnlichem sondern solide Studioarbeit auf Basis von schon mal gehörten Sounds...,
das machen andere auch....(und meist schlechter)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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