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Dejan: Of The Soul (Review)
Artist: | Dejan |
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Album: | Of The Soul |
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Medium: | CD/LP/Download | |
Stil: | Soul, Weltmusik, Samba, Latin |
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Label: | TourboMusic | |
Spieldauer: | 44:29 | |
Erschienen: | 07.02.2025 | |
Website: | [Link] |
Musik, die aus der Seele kommt und nach dieser klingt. Das muss man erstmal hinbekommen und zugleich den Mut besitzen, dies auch auf seinem Album namens „Of The Soul“ anzukündigen. DEJAN, ein buntes Musikerkollektiv aus Studenten des Bostoner College Of Music, jedenfalls bekommen das tatsächlich mit dieser kunterbunten, weltmusikalischen Stilmischung voller Latino- und Samba-Rhythmen, Soul und Pop, Bar Jazz und Balladen sowie Texten in verschiedenen Sprachen tatsächlich hin.
Leider ereilte auch DEJAN der Pandemie-Fluch, denn gerade als sie dabei waren, sich weltweit in der Szene einen Namen zu machen und sogar ein Auftritt im legendären New Yorker Jazz-Club 'Birdland' geplant und gebucht war, schlug 2020 unerbittlich das Virus zu, mit dem man im Grunde die fast gesamte Kulturszene plattmachte, aber den Fußball weiter im großen Stile rollen ließ. Unter diesem Aspekt war es vorerst auch für das Debüt-Album vorbei, welches nun deutlich verspätet erscheint.
Dafür aber eroberte in dieser Zeit der DEJAN-Perkussionist und -Schlagzeuger 2023 mit seinem eigenen Album den Grammy für's „Best Latin Jazz Album“. Seinen überragenden Einfluss hört man im Grunde auch auf dem kompletten „Of The Soul“.
Viel Freudvolles, Lebenslustiges, aber auch Trauriges erwartet einen auf „Of The Soul“, in dem einen die Rhythmen mal druckvoll, dann wiederum umschmeichelnd oder traurig begegnen, während sich zugleich lateinamerikanische Klänge mit elektronischen Sounds vermischen oder fette Grooves und gar Momente rappenden HipHops auftauchen. Und über allem schwebt die soulige Stimme der Schweizer-argentinischen Sängerin, die viel Wärme verbreitet und die Songs in den unterschiedlichsten Stimmungen überzeugend intoniert, auch wenn auf Dauer die von ihr bevorzugte Tonlage ein wenig eintönig wirkt, was allerdings durch so wilde Stücke wie „Berserker“ und dem mit HipHop-Momenten angereicherten, in Schweizer-Deutsch gesungenen, „Schwitzer Glück“ deutlich aufgelockert wird.
Auf diese Weise vereinen sich in „Of The Soul“ alle unterschiedlichen (Musik-)Kulturen, aus denen die Musiker stammen: Japan, Kuba, Spanien, Aserbaidschan, Argentinien, die Schweiz und Amerika. Selbst der Bandname ist eine Verflechtung aus dem spanischen DE (Familie) und dem aserbaidschanischen JAN (Seele), sodass wir es hier mit einer musikalischen 'Seelenfamilie' zu tuen bekommen. Passt bestens bei all diesen Einflüssen, wobei besonders der „Berserker“ überrascht.
Ein Stück, das extrem an den Ethno-Großmeister TRILOK GURTU erinnert.
Aber auch Einflüsse des HipHop beim schweizerisch gesungenen Song „Schwitzer Glück“ verblüffen, während das barjazzige „Fever“, eine Cover-Version, zum Träumen einlädt und dabei speziell den souligen Jazz betont.
Mit der todtraurigen Ballade „Alfonsina y el Mar“ geht das Album dieses Mal spanisch gesungen mit Alfonsina und dem Meer zu Ende.
Mehr Leidenschaft und Hinwendung zu den unterschiedlichsten Kulturen ist kaum möglich. Die Kunst besteht darin, genau diese über alle Welt verteilten Kulturen und musikalischen Stile in einem Album miteinander zu vereinen.
Ein Unterfangen, das DEJAN auf „Of The Soul“ überzeugend gelingt...
...FAZIT und aus! Oder doch nicht ganz. Denn neben der rhythmischen Weltmusikalität von „Of The Soul“ überzeugt auch das 16-seitige Booklet mit allen Texten (in den jeweils verschiedenen Sprachen) im Klapp-Digipak. Wer mit seinen Ohren eine Weltreise unternehmen möchte, der sollte unbedingt „Of The Soul“ von DEJAN in seinem Player kreisen lassen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Off The Soul
- Rio
- Schwitzer Glück
- Fever
- Berserker
- 1988
- Cuarto de Tula
- Nana de Lia
- Alfonsina y el Mar
- Bass - Han Beyli
- Gesang - Joana Elena Obieta
- Keys - Anibal Cruz
- Schlagzeug - Keisel Jimenez, Kan Yanabe
- Of The Soul (2025) - 12/15 Punkten
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