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HeavySaurus: Metal (Review)

Artist:

HeavySaurus

HeavySaurus: Metal
Album:

Metal

Medium: LP/CD
Stil:

Hard- und Melodic-Rock, Metal für Kinder

Label: Sony Music
Spieldauer: 46:23
Erschienen: 30.01.2026
Website: [Link]

So also klingt es, wenn die Dinos den Hardrock für sich entdecken und ihn unter „Metal“ als deutschsprachige Spaßnummer – mit durchaus einer gehörigen Portion Tiefe und Anspruch – an die Generation der Kinder verkaufen und dabei am Ende doch nur in Richtung freudbetonter Melodic-Rock, der vielleicht auch den Jüngsten gefallen könnte, klingen.

HEAVYSAURUS sind der Urzeit und den ursprünglichen Gedankengängen des finnischen THUNDERSTONE-Schlagzeugers Mirka Rantanen als HEVISAURUS entflohen und als wohl letzte hardrocküberlebende Steinzeit-Exemplare mit komplettem Rock-Instrumentarium angetreten, um eine Zeit wiederzubeleben, die in der Klick- und Straeming-Moderne deutlich in Vergessenheit geriet.


Ob's hilft?
Ob's den Kindern gefällt?
Ob's dem 'echten Metal' zu mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verhilft?
Ob's die Kids von dem bescheuerten digitalen Streaming-Irrsinn wegbringt, indem die Metal-Dinos auf (farbiges) Vinyl und CD setzen, um hoffentlich darauf hinzuweisen, dass physische Tonträger jeglichen Musikgenuss zu etwas Besonderem machen?

Gut, gut! Die HEAVYSAURUS aus Deutschland, die dem finnischen Vorbild mit deutschen, kindgerechten Texten folgen, nehmen sich und ihre Musik sowie ihre Texte offensichtlich nicht bierernst. Vielleicht macht gerade das den Umgang mit Band und Album etwas schwerer. Denn bei wirklich gutem Hardrock der Marken DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN und deren bombastischeren Ableger BLIND GUARDIAN oder IRON MAIDEN und selbstverständlich den unübertroffenen MOTÖRHEAD tendiert der Spaßfaktor dann doch gänzlich gegen Null.


Oder aber liegt es ein wenig auch daran, dass der Kritiker seit dem Jahr 1978 in der DDR mit einer deutlich anspruchsvolleren und unterhaltsameren Variante von Rockmusik für Kinder großgeworden ist, die ein REINHARD LAKOMY mit MONIKA ERHARDT im Rahmen ihrer Geschichtenlieder als „Traumzauberbaum“ entwickelten. Ein wortwörtlich echtes Eigengewächs, das eine bis dahin völlig neue Kunstgattung war, die es vorher und anderswo so nie gegeben hat: Kunst für und mit Kinder(n), Poesie in Wort und Musik. Mit Schlapps und Schlumbo, zwei lebendigen Hauslatschen.
HEAVYSAURURS setzen dagegen auf Metal für Kinder in Dino-Verkleidungen, aber auch auf namhafte Unterstützung wie beispielsweise DORO PESCH oder SALTATIO MORTIS...





...und spinnen dabei die folgende Geschichte (finnischen Ursprungs) ihrer Entstehung zusammen: In einem Land, in dem Tag und Nacht je ein halbes Jahr lang sind, starben fast alle bedauernswerten Dinosaurier aus. Nur vier von ihnen überlebten schutzsuchend in dem magischen Berg 'Wizzard Mountain'. Noch nicht ausgebrütet, sondern in ihren Eiern, was wohl ihre Rettung war. Nunmehr benötigte es noch einen Meteoriteneinschlag und den Zauberspruch der Hexe Rupuliina, um Milli Pilli, Muffi Puffi, Komppi Momppi, Mr. HEAVYSAURUS und den Drachen Riffi Raffi nach Millionen von Jahren zu erwecken.
Auch gibt es die weniger spannende deutsche Alternative dazu, dass die Metal-Dinos von einem andere Planeten auf die Erde gebeamt wurden, um unter den Kindern den wahren Metal zu verbreiten.
Und was sie spielen, ist purer „Rock'n'Rarrr“, bei denen der Gesang doch manchmal tatsächlich etwas an Jürgen Drews, der sein Bett im Kornfeld drapierte, klingt und die Melodien auf Ohrwurmalarm mit Heavy-Gitarren setzen.


So weit – so gut...
In Finnland jedenfalls schlägt dieses Konzept seit 2009 richtig ein, auch weil daran hinter den Masken Musiker von beispielsweise STRATOVARIUS oder SONATA ARCTICA versteckt sind.
Das Label Sony beschloss daher, diese Konzept auch nach Deutschland zu tragen und ab 2017 mit deutschen Metalllisten und Texten (die oft aus den finnischen Originalen übersetzt wurden) zu realisieren. So werden aus den finnischen HEVISAURUS (die deutlich besser als ihre deutschen Dino-Abziehbilder klingen) die deutschen HEAVYSAURUS, die als erstes ihre „Pommesgabel“ im Jahr 2024 hervorholten und nun dem „Metal“ unverhohlen und auf kindliche Energien getrimmt huldigen.
Die Zielgruppe sind angeblich vordergründig Drei- bis Dreizehnjährige – und besonders eine Heavy-Umdeutung des Kinderliedes „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ war erfolgreich. Da müssen jetzt alle woken Zeitgenossen, die dem Lied tatsächlich rassistische Tendenzen andichten, verdammt stark sein! Denn die HEAVYSAURUS haben auch auf ihrem bereits vierten Longplayer „Metal“ nur ein Ziel: den „Metal um die Welt“ zu bringen (bis dahin, wo sogar das „Kokosnuss-Banjo“ erklingt), selbst wenn sie dabei „Rob, die Robbe“ mobilisieren oder von der „Bayrischen Höhle“ aus den Kühen ein klares „Kuhglocke, Go!“ zuschreien.


Natürlich setzen die HEAVYSAURUS nicht nur auf die Kinder, sondern darauf, dass deren Eltern bereits – im günstigsten Fall – von deren Eltern mit dem Hardrock- und Heavy-Metal-Virus infiziert wurden und diesen mit ihren Genen weitergeben. Ein gute Idee. Die sich hoffentlich in diesen Zeiten, in denen unsere Kids leider größtenteils auch auf billigen, schrecklichen und gewaltverherrlichenden Gangsta-Rap abfahren, mehr und mehr durchsetzt.
Jedenfalls geben unsere Metal-Dinos dafür alles, was sie als professionelle Musiker hinter ihren Kostümen verstecken: knackigen, melodiösen, kindgerecht deutschsprachigen Metal, der hoffentlich die angestrebte jugendliche Zielgruppe so sehr erreicht, dass diese dann später genau das fortsetzen und in die Welt tragen, was einst mit solchen Bands wie LED ZEPPELIN oder DEEP PURPLE und BLACK SABBATH begann.

In diesem Sinne an alle männlichen wie weiblichen „Irosaurus“ dieser Welt ein fettes 'Metal'-„Unkka Dunnkka“!


FAZIT: Sie beschwören als die HEAVYSAURUS den „Metal“ für Kinder herauf – in lustigen Dino-Kostümen mit deutschen Texten, eingängigen Ohrwurm-Melodien und Heavy-Gitarren-Riffs. Hoffentlich sind die Haare ihrer jugendlichen Jünger schon lang genug zum knackigen Headbangen, denn dazu gibt’s auf ihrem bereits vierten „Metal“-Album jede Menge Möglichkeiten. Aber auch Balladen wie „Wenn der Mond erwacht“ fehlen nicht. Ein hoffnungsvolles Stück Musik, welches unsere Kinder vielleicht tatsächlich wieder auf einen handgemachten Musikweg – ohne jegliche digitale Manipuliererei – führt, auf dem es um ein Lebensgefühl statt um Klickzahlen geht. HEAVYSAURUS go! Und weiter so!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 71x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (22:54):
  • Metal um die Welt (2:49)
  • Das weltbeste Versteck (3:25)
  • Unkka Dunkka (3:22)
  • Irosaurus (3:05)
  • Kokosnuss-Banjo (3:30)
  • Pattaja Hai (3:11)
  • Rob, die Robbe (3:32)
  • Seite B (23:29):
  • Bayerische Höhle (3:58)
  • Kuhglocke, Go! (3:26)
  • Heavy-Hubschrauber (3:34)
  • Pharaonen Fest (3:44)
  • Saurierbus (3:23)
  • Muffis Bass-Magie (3:15)
  • Wenn der Mond erwacht (2:09)

Besetzung:

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