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Annihilator: Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version (Review)

Artist:

Annihilator

Annihilator: Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version
Album:

Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version

Medium: Do-LP/Remaster
Stil:

Thrash- und Heavy-Metal, Hardrock

Label: earMUSIC
Spieldauer: 56:32
Erschienen: 17.04.2026
Website: [Link]

„Mit diesen Neuauflagen rücken 'Criteria for a Black Widow' und 'Carnival Diablos' wieder ins Rampenlicht: wegweisende Alben, die aus Neuorientierung, Widerstandsfähigkeit und einem erneuerten Bekenntnis zu purer Metal-Intensität entstanden sind.“ (Statement von earMusic im Rahmen ihrer ANNIHILATOR-Veröffentlichungsoffensive alter Alben der Thrash-Metaller auf mit 45er-Geschwindigkeit abzuspielenden Doppel-Vinyl)


Das Ekel erregende Album-Cover des 2001er-ANNIHILATOR-Albums „Carnival Diablos“, welches der noch erotisch erscheinenden 'Schwarzen Witwe' zwei Jahre zuvor folgt, sagt mehr als tausend Töne und hinterlässt keine Gefangenen. Hier wird dieses Mal, bzw. mal wieder, rausgerotzt und rangeklotzt – ohne Erbarmen. Ein verwesender Zombie-Teufel, der sich dem Angriff eines Skeletts erwehrt und ihm dabei die nicht vorhandenen Augen aussticht.
Das ist wirklich harter Tobak!
Das ist echter Karneval der makabren Art – eben „Carnival Diablos“!


Ein karnevalistischer Tobak, den man in Kanada wohl bestens kennt, denn er wird ausgiebig in der gleichnamigen, in Kanada berühmten Zombie-Horror-Freak-Show voller Grusel genossen – in der man folgendermaßen begrüßt wird: „Gönnen Sie sich einen Abend viktorianischer Dekadenz im Diablo Manor, dem Zuhause von Scott McClelland. Er ist der Schöpfer der weltberühmten Zirkus-Sideshow 'Carnival Diablo', ein Sammler von Kuriositäten und Star der Paranormal Show. Zum ersten Mal öffnet Scott McClelland sein Haus für einen Abend voller viktorianischem Hedonismus und bizarrer Darbietungen aus der Welt des Übernatürlichen. Willkommen im Diablo-Anwesen – ein Abend voller Zauber und einzigartiger, phantasmagorischer Freuden erwartet Sie.“


Auch die Musik von ANNIHILATOR hinter dem gleichnamigen Album ist hart und unerbittlich und selbstverständlich mit jeder grausig-klangvoll klingenden Ader phantasmagorisch!
Gerade die Schreikultur und die kreischenden Gitarren sowie das stoisch treibende Drumming auf diesem Album bringen den einen mitreißenden Horror anhörlich zu Ohren: Hier kreuzen sich Thrash- mit Heavy-Metal und knackigem Hardrock sowie einer Grusel-Attitüde. So grausig muss das Skelett- und Schädelklappern des traktierten Gerippes wohl klingen.
Und erst recht der Sound auf dieser hochwertigen Neuauflage, die direkt gemeinsam mit „Criteria for a Black Widow“ (1999) – Remastered Vinyl Version“ an die beiden Vorgänger „King Of The Kill (1994) – Remastered Vinyl Version“ und „Refresh The Demon (1996) – Remastered Vinyl Version“ anknüpft, explodiert regelrecht im allerbesten Stereo-Klang und unglaublichen Effekten zwischen den Lautsprecherboxen, um uns einen nach dem anderen Schauer über den Rücken zu jagen, nachdem sich die teuflischen Knochenfinger auch in unsere Ohren gebohrt haben.
Selbst überraschende stilistische Stimmungswechsel bleiben nicht aus, die beispielsweise völlig zurecht und passend, doch gleichermaßen unverhofft, in der anfangs knüppelhart gezündeten 'Zeitbombe' („Time Bomb“) hochgeht, um dann im klassischen Hardrock-Stil vom Titeltrack verdrängt zu werden, der viel von BLACK SABBATH, RAINBOW und OVERKILL mitbringt.


Auch hierfür gibt es einen guten Grund: Erstmals steht auf ihrem achten Album der OVERKILL-Sänger Joe Comeau hinter dem Mikro und singt bzw. schreit sich einerseits ganz ähnlich wie ehemals der Band-Chef Jeff Waters die Seele aus den Stimmbändern, so als wollte er damit die Hörer erdrosseln. Andererseits aber setzt er auf spannenden Klargesang, der einen durchaus an RONNIE JAMES DIO erinnert.

Auf „Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version“ nehmen ANNIHILATOR anscheinend genau das wörtlich, was sie fünf Jahre zuvor mit dem Auffrischen des Demons ankündigten – dieses Mal als karnevalistischen Teufel, der gewaltig die Heavy-Metal-Keule schwingt, mit dazu passender Musik-Show.
Schon der gehörig metallisch durchstartende Kracher „Denied“ gibt die Richtung von „Carnival Diablos“ vor und zieht während der knappen Thrash-Metal-Stunde nur selten – dann aber immer wieder verblüffend und unerwartet – die Handbremse, weil der ANNIHILATOR-Headliner offensichtlich jede Menge Diablo-Blut geleckt hat. Zudem gibt es ganz besondere, etwas komplexere Momente wie im längsten Song „Insomniac“, in dem progressivere und textlich beängstigende Strukturen auftauchen: „Torture in the head, going round and round / Spinning in the brain as you hit the ground...“
Da schlagen wir gleich völlig schlaflos mit auf – zumindest bei solchem Song. Einer der besten im ANNIHILAOR-Katalog, was in gewisser Weise auch am neuen Sänger, der sich hier sogar im Sprechgesang erprobt, liegt.

Mit „Liquid Oval“ schleicht sich dann wiederum ein ruhiges, hymnisches Instrumental in die Horror-Show, die ANNIHILATOR fast eine Stunde lang auf „Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version“ entfachen, ein. Aber das kennt man ja längst von den Kanadiern. Und so oft sie auch die Bandbesetzungen wechseln: In dieser Beziehung bleiben sie sich jedenfalls treu, um eben zu zeigen, dass Bandkopf Waters durchaus auch eine weiche Seite zu präsentieren hat, die dann natürlich mit dem Album-Finale (wieder in grandioser Stereo-Qualität) weggeblasen wird.

Der Sargdeckel zum „Swallow Grave“ öffnet sich (Und irgendwie muss man bei dem Song tatsächlich an AC/DC denken...), um sich dann nach einem bestialischen E-Gitarren-Solo mit einem lauten Knall zu schließen: „The next step we're taking / We'll be headed for a shallow grave“.
Wer denkt, dass damit das Ende erreicht ist, der irrt sich, denn nach einer kurzen Pause gibt’s das extrem verrückte „Chicken And Corn“ (als Hiddentrack) zu entdecken – eine Kombination aus Punk und Rock'n'Roll samt lautstarkem Hühnergegacker.
Sind ANNIHILAOR verrückt geworden oder auf den Hund gekommen?
Keinesfalls.
Das wäre zu normal, darum kommen die fünf Jungs auf's Thrah-Metal-Hardrock-Huhn, das garantiert nicht auf der Stange sitzt, sondern höchstens verzweifelt vor dem Grillspieß musikalischer Belanglosigkeit flieht.


FAZIT: Mit ihrem 8. Studio-Album „Carnival Diablo“, das sich auf die in Kanada berühmte Zombie-Horror-Freak-Show gleichen Titels bezieht und jede Menge Schrecken der besonders beeindruckenden Art verbreitet. Auch auf dieser „Carnival Diablos (2001) – Remastered Vinyl Version“-Doppel-LP im Gatefoldcover findet man in deren Inneren wieder ausführliche Informationen von Alex Milas und zwei mit allen Texten bedruckte LP-Innenhüllen. Alles natürlich im ordentlichen Thrash-Schwarz/Grau gehalten, damit nicht zu optimistische oder gar hoffnungsvolle Gedanken aufkommen, die der neue Sänger allerdings mit seiner starken Stimme zwischen 'Flüstern und Schreien' zu verbreiten vermag. Zudem erfolgte wie schon bei den vorherigen Vinyl-Remaster eine neue Anordnung der Song-Reihenfolge, sodass sich die Wirkung des Albums völlig neu entfaltet und sich derjenige, der das Original bereits kennt und mag, sicher verblüfft die Augen und Ohren reiben wird. Das heißt: Alle Songs blieben erhalten, nur die Reihenfolge nicht – dafür aber darf das 2001er-Album jetzt in einer speziell für Vinyl remasterten 2026er-Version genossen werden, was man sich nur zu gerne gefallen lässt, wenn man sich auf einen schrecklichen Karneval mit dem Teufel begeben will.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 19x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Seite A (10:46):
  • Denied (5:24)
  • Battered (5:22)
  • Seite B (15:57):
  • Hunter Killer (6:00)
  • Time Bob (4:49)
  • Carnival Diablos (5:08)
  • Seite C (15:49):
  • The Perfect Virus (4:44)
  • The Rush (4:50)
  • Insomniac (6:15)
  • Seite D (14:00):
  • Epic Of War (5:47)
  • Liquid Oval (3:51)
  • Shallow Grave (4:22)

Besetzung:

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