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Hinüber: Happy Pictures (Review)

Artist:

Hinüber

Hinüber: Happy Pictures
Album:

Happy Pictures

Medium: CD/Download/LP
Stil:

Indie-Punk, Post-Punk

Label: Rockie Records
Spieldauer: 30:16
Erschienen: 11.09.2026
Website: [Link]

HINÜBER kommen aus dem Umfeld von Köln, Bielefeld und Mönchengladbach und spielen deutschsprachigen Punk mit deutlicher Post-Punk-Indie-Schlagseite. Hervorgegangen aus Mitgliedern von KOETER und COPILOT, ist das Quartett bereits eine Weile aktiv. „Zustands-Pop“ nennt die Band ihren Stil und legt mit „Happy Pictures“ nun ihr Longplayer-Debüt vor.


Und trotz des positive stimmenden Albumtitels wird hier nicht wirklich auf gute Laune gemacht. Schon der Opener „Sie wollen herrschen“ räumt nach knapp zwei Minuten das Feld und macht unmissverständlich klar, dass HINÜBER wenig von musikalischem Leerlauf halten. Keine der zwölf Nummern knackt die Drei-Minuten-Marke. Statt ausufernder Arrangements gibt es kurze, kantige Attacken, die ohne Umwege auf den Punkt kommen und dabei erfreulich wenig Interesse daran zeigen, dem Hörer einen musikalischen Wohlfühlteppich auszurollen.
Dabei speist sich die Musik aus Erschöpfung, Entfremdung, Wut, Überforderung und politischer Sprachlosigkeit. Die Gitarren sind drahtig und kantig, der Bass sorgt für stoischen Druck, während das Schlagzeug konsequent nach vorne treibt, Der Gesang bleibt ebenfalls angenehm nahbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.


Happy Pictures“ lebt von der Reibung zwischen Post-Punk, treibendem Punk und gelegentlichen Indie-Anleihen. „Hype Desperat“ setzt mit nervösen Gitarren und stoischem Vorwärtsdrang einen rauen Akzent, „Von deutschem Glück“ arbeitet mit druckvollen Rhythmen und prägnanten Gitarrenfiguren. „Zombie Count“ bringt etwas mehr Indie-Atmosphäre und Dynamik ins Spiel, während „Moment / Bewegung“ das Tempo leicht herausnimmt und im Refrain zweistimmig und melodischer daherkommt.
Und trotz der überschaubaren Spieldauer der einzelnen Stücke klingt das Album keineswegs eindimensional. Kleine rhythmische Verschiebungen, wechselnde Dynamik und ein Gespür für eingängige Gitarrenlinien sorgen für genügend Abwechslung und die offensichtlich gewünschte Reibung.


FAZIT: „Happy Pictures“ ist ungefähr so happy wie ein Blick auf die aktuelle Weltlage. HINÜBER verpacken Wut, Überdruss und Entfremdung in 13 kurze, trockene Punkattacken und legen dabei den Finger auf die Wunden der Gegenwart. Eine halbe Stunde reicht dafür völlig. Danach braucht es keine Zugabe, sondern erst einmal eine Verschnaufpause.

Marco Rauland (Info) (Review 56x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Sie wollen herrschen
  • Hype desparate
  • Von deutschem Glück
  • Zombie Count
  • Das Schwarz im
  • Die Stadt gehört den Schlechten
  • Gott bleibt kein
  • Perforiert
  • Moment / Bewegung
  • Easy to learn
  • Home is wo es hart ist
  • Koeterkathedralen
  • Jenseits aller Politik

Besetzung:

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