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Interview mit MAUNAH (06.08.2026)

MAUNAH

Mit nichts weiter als einer Drei-Song-EP zum Gastspiel aufs Prophecy Fest eingeladen werden? Dieses einmalige Kunststück ist der dänischen Band MAUNAH mit "Heimaland" gelungen, wobei "Gastspiel" den Nagel vielleicht nicht ganz sauber auf den Kopf trifft, denn die Band hat einen Vertrag über mehrere Alben beim Label unterzeichnet, das dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. MAUNAH gehören nun also zur Prophecy-Familie und zelebrieren in der Balver Höhle die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Hjarta", das offiziell erst zwei Wochen später (am 19.09.2026) erscheint. Gitarrist Janus Holst Aaen und Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof staunen selbst immer noch, was sich in den letzten Jahren zugetragen hat.

Hallo und vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit nehmt, mit uns einen Blick hinter die Kulissen zu werfen! Für mich scheint MAUNAH ein Paradebeispiel für ein "perfect match" zu sein: Erfahrene Musiker kommen zusammen und gehen ans Werk, ohne sich groß die Köpfe über Stilrichtungen und dergleichen zu zerbrechen. Als mir Martin von Prophecy vor einigen Monaten die hervorragende "Heimaland"-EP schickte, vermutete ich zunächst, dass MAUNAH bereits einige Jahre auf dem Buckel hätte, doch die Band wurde erst 2025 gegründet, wenn ich richtig informiert bin? Und falls ja, inwiefern hilft Euch diese "jugendliche" Herangehensweise?

Janus: Nun, eigentlich geht die Band auf Anfang 2024 zurück, als Søren Sol in einem Online-Metal-Forum die Frage stellte, ob jemand Interesse daran hätte, Metal zu spielen. Ich kannte Søren bereits ein wenig und wusste, was für ein unglaublicher Sänger er ist. Also zögerte ich nicht, mich zu melden. Von da an wuchs die Band und fand ihre endgültige Besetzung, als Tim kurz vor Beginn der Aufnahmen zu "Hjarta" in diesem Frühjahr als Schlagzeuger dazukam. Doch um deine Frage zu beantworten: Wir sind alle erfahrene Musiker, die im Laufe der Jahre in vielen Formationen gespielt haben – einige von uns auch zusammen –, daher macht es irgendwie Sinn, dass wir so ausgereift klingen. Jakob am Bass und Tim am Schlagzeug spielen schon seit den Neunzigern zusammen, und Jakob und ich spielen ebenfalls schon seit damals zusammen. MAUNAH ist also neu, doch unsere musikalischen Verbindungen sind es nicht.

Vor einigen Tagen traf ich Stefan von Prophecy auf einem Festival, auf dem wir uns über nostalgische und aktuelle Themen unterhielten, und ich meinte zu ihm, dass MAUNAH in meiner Wahrnehmung wie eine typische Prophecy-Band der Neunziger (im Stile von Drawn, In The Woods oder Green Carnation) klingen, jedoch mit einem wirklich frischen Vibe, und dass Ihr zeigt, dass selbst Doom Metal niemals langweilig werden kann, solange er gefühlvoll – oder, wie ihr es ausdrückt, von Herzen – gespielt wird. Gibt es eine musikalische Tradition, der Ihr Euch verbunden fühlt, oder wie würdet Ihr Eure persönliche Herangehensweise bei MAUNAH beschreiben?

Janus: Für uns ist bei MAUNAH die emotionale Wirkung der Musik das Wichtigste, und nicht so sehr das Genre oder der Stil. Das gilt auch für unsere Einflüsse. Ich greife beim Komponieren vor allem auf die musikalischen Sprachen von Post Metal und Alternative Rock zurück, doch wenn meine Riffs auf die Band treffen, werden sie sofort von den Jungs transformiert, die Einflüsse aus dem Folk, traditionellem Heavy Metal, Shoegaze, Popmusik und – natürlich – Doom Metal einbringen. Wir verwenden gerne den Begriff "Nordic Doom" für unsere Musik. Es ist allerdings bloß ein Etikett, das wir nutzen, weil es den Leuten offenbar hilft, schnell zu verstehen, worum es bei unserer Musik geht – obwohl wir eigentlich nicht nur Finsternis und Trübsinn behandeln. Ja, bei MAUNAH geht es zwar auch um Kampf und Dunkelheit, doch wir hoffen, dass die Leute unsere Musik ebenfalls als hoffnungsvoll, herzlich und schön empfinden.

Bei der Bekanntgabe des Vertragsabschlusses kündigte Prophecy Productions außerdem an, dass MAUNAH beim jährlichen Festival in der Balver Höhle auftreten würden – was, wenn ich mich recht erinnere, eine beispiellose Entscheidung ist. Ihr werdet also bald die Bühne mit Bands wie The 3rd & the Mortal, Empyrium, Tiamat und Secrets of the Moon, um nur einige zu nennen, teilen. Wird da ein Traum wahr? Wart ihr schon einmal bei einem Konzert in einer Höhle?

Janus: Nein, das waren wir noch nicht! Und ich schätze, so etwas erleben nicht allzu viele Bands. Deshalb sind wir Prophecy unendlich dankbar – sowohl dafür, dass sie uns unter Vertrag genommen haben, als auch dafür, dass sie uns für dieses einzigartige und bereits legendäre Festival gebucht haben. Für MAUNAH haben sich die Dinge in den letzten Jahren rasant entwickelt, und unsere beiden Konzerte in der Höhle sind der Höhepunkt all der harten Arbeit und Kreativität. Ehrlich gesagt, von so etwas haben wir bereits seit unserer Kindheit geträumt!

Wenn Ihr einen Ort auswählen könntet, um "Hjarta" bestmöglich zu präsentieren – welcher Ort wäre das und warum?

Janus: Nun, das wäre in der Höhle! Auf dem Prophecy Fest werden wir unser Albums "Hjarta" exklusiv vorab veröffentlichen, sodass es neben dem Besuch unserer Konzerte möglich sein wird, das Album auf dem Festival zu erwerben. Ich glaube, "Hjarta" und die Balver Höhle sind wie füreinander geschaffen!

Wenn wir uns nicht auf eher enge Stilkategorien konzentrieren, sondern den Charakter Eurer Musik als freiheitsliebend und abenteuerlustig betrachten, dürfte MAUNAH zu den faszinierendsten Bands aus Dänemark seit den Glanzzeiten von Euzen und Sorten Muld zählen. Ein zentraler Aspekt Eurer künstlerischen Freiheit beruht darauf, dass Du, Søren, mit Deinem Gesang eine eigene Sprache erschaffst. Woher nimmst Du diese Idee und diesen Mut?

Søren: Vielen Dank, Thor, dass du uns in eine Reihe mit diesen beiden bemerkenswerten Bands stellst – ich schätze sie beide und kenne einige der Mitglieder. Ich experimentiere tatsächlich schon seit mehr als zehn Jahren mit dieser Art des freien Gesangs. Es handelt sich dabei nicht um eine eigentliche Textsprache, sondern eher um einen Ausdruck von Gefühlen und Stimmungen, der eine menschliche Sprache widerspiegelt. Ich möchte die Herzen und Gefühle der Menschen direkt ansprechen, und nicht zunächst über ihren Verstand gehen. Und wie in meinen Gemälden lade ich die Zuhörer bzw. Betrachter dazu ein, ihre eigenen Interpretationen bzw. Erfahrungen zu entwickeln und ihre eigenen Geschichten, Bilder und Bedeutungen zu erschaffen. Als ich damit begann, war ich stark von isländischen und altnordischen Einflüssen inspiriert, was mit meiner langjährigen Tätigkeit als Bassist bei Krauka zusammenhing. Doch irgendwann wollte ich ein Soloprojekt ins Leben rufen und gründete LOS, ein Dark-Folk-Projekt, bei dem eines meiner Grundprinzipien darin bestand, diese Freiheit im Gesang zu bewahren. Im Laufe der Jahre habe ich mit LOS zwei Alben veröffentlicht, "Solblót" und "Galdrablót". Doch ich verspürte zunehmend den Drang, diese Art des Gesangs in einem musikalischen Universum zu verwirklichen, das näher am Metal liegt, und da habe ich, wie Janus erzählte, den Kontakt geknüpft, und die Reise von MAUNAH begann…

Wie wir wissen, ist jedermanns Liebling auch jedermanns Narr, und auch wenn Tommy Mikkelsen von HeavyMetal.dk vielleicht nicht so bald zu Eurem größten Fan werden dürfte, enthält seine kritische Rezension Eurer EP zumindest bemerkenswerte Vergleiche: "Die Frage ist natürlich, ob die Musik wirklich einen Nerv trifft wie ein seltener Blick auf die Schönheit eines Lerchenfalken, oder ob sich das Ganze einfach so anfühlt, als würde man in nassen Wattstiefeln auf einer schleimigen Waldschnecke ausrutschen." Was habt Ihr gedacht, als Ihr diese Rezension gelesen habt?

Janus: Natürlich ist unsere Musik nicht jedermanns Sache, und Tommy hat ein Recht auf seine Meinung. Nachdem ich den anfänglichen Ärger über eine nicht so tolle Rezension hinter mir gelassen hatte, begann ich noch einmal über einige seiner Kommentare nachzudenken, um zu prüfen, ob da vielleicht nicht doch etwas Wahres dran ist. Die EP war der Auftakt unserer Reise und wir sind sehr stolz darauf – doch ich schätze, auch Tommy wird feststellen, dass das neue Album im Vergleich dazu ein ganz anderes Niveau erreicht.

Thor Joakimsson (Info)
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