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Dr. John: Live At Rockpalast 1999 (Review)

Artist:

Dr. John

Dr. John: Live At Rockpalast 1999
Album:

Live At Rockpalast 1999

Medium: CD+DVD
Stil:

Singer/Songwriter, Folk, Indie, Rock

Label: MIG music
Spieldauer: DVD und CD jeweils 74:04
Erschienen: 27.03.2026
Website: [Link]

Er ist neben den 1971 gegründeten britischen Wohlfühl-Doktoren aus Canvey Island (Essex) der wohl bekannteste Musik-Doktor, den die Musik-Geschichte aufzuweisen hat – und noch dazu als sechsfacher Grammy-Gewinner sowie Mitglied der Rock'n'Roll-Hall-of-Fame einer der meist- und höchstprämierten Musiker in Vergangenheit und bis zu seinem Tod im Jahre 2019 der Gegenwart: DR. JOHN!

Der Mann braucht – egal für welches Outfit (vom Voodoo-Beschwörer bis zum Anzugträger) er sich entscheidet – nur die Bühne zu betreten, sich ans Piano zu setzen und mit dem Singen beginnen, schon nimmt seine Aura jeden Zuhörer gefangen.


Ganz ähnlich erging es einem bei dem 2022 verstorbenen PROCOL HARUM-Mastermind GARY BROOKER.

Wenn man zudem noch so eine groovende Begleitband wie beim knackevollen 1999er-Rockpalast-Konzert im Open-Air-Theater auf der Loreley hat, dann werden sogar erst einmal die singenden Meerjungfrauen verstummen, um diesem Mann, der übrigens sogar Pate für die am Piano sitzende und singende Muppet-Figur 'Dr. Teeth' stand, mit der rauen Stimme und den flinken Fingern zuzuhören.


Jazz-rockig und auf die Blues- sowie Mardi-Gras-Karte setzend legen der damals 58-jährige DR. JOHN und seine drei musikalischen Begleiter aus New Orleans an Bass, Schlagzeug und E-Gitarre mit dem 'Hit' „Iko Iko“ los und sorgen sofort für Begeisterung.

Seine Voodoo-Affinität hat DR. JOHN natürlich längst abgelegt, genauso wie den Totenschädel, der sich in früh(er)en Zeiten immer auf seinem Klavier befand – und sitzt am schwarzen Piano der Marke Steinway & Sons im weißen Anzug mit weißem Hut. Und er klingt auch so – wie ein ehrenvoll gealterter Gentleman, der manchmal sogar immer noch ein paar seltsame Tanzeinlagen auf der Bühne bietet und der seine Vergangenheit in die Gegenwart holt, wobei die Musik im Vordergrund steht und nicht irgendwelche spinnerten, geisterbeschwörenden Aktionen.
Irgendwo zwischen VAN MORRISON und den BLUES BROTHERS richtet sich der weis(s)e Mann mit dem Hut und der unverkennbaren Stimme sowie seinem beeindruckenden Begleit-Trio ein.


Dabei zaubert er seine bekanntesten Songs aus der Überraschungskiste (auch wenn die Walt-Disney-Filmmelodien fehlen), lässt den „Soulful Warrior“ genauso wiederauferstehen wie „Mama Roux“ und verweist mit „Sweet Home New Orleans“ auf die Schönheiten seiner Heimat oder mit „I'm Gonna Go Fishin'“ auf seine Angler-Leidenschaft.

DR. JOHN wirft so gesehen seine Musik-Angel weit aus und fängt dabei das deutsche Loreley-Publikum ähnlich wie die Nixen komplett ein. Zum Begeisterungshighlight wird hierbei das wild angejazzte Piano-Solo auf „Such A Night“, das bei diesen Tageslicht-Aufnahmen regelrecht seltsam wirkt, weswegen DR. JOHN gerade hier seine ganze Pianoman-Wildheit hineinzulegen versucht.

Für das Zustandekommen dieses DVD-CD-Doppeldeckers samt 12-seitigem Booklet im dreiflügeligen Digipak leisteten MIG music zudem Außergewöhnliches. Sie erhielten speziell für diese Aufnahmen aus dem Nachlass von DR. JOHN die Genehmigung einer Veröffentlichung, wenn diese in bester Bild- und Ton-Qualität erfolgt. Daher erwartet den Hörer wie Seher von „Live At Rockpalast 1999“ tatsächlich ein absolut anspruchsvolles Erlebnis für die Ohren und Augen, wobei die sehr abwechslungsreiche Kameraführung, die oft auf die Großeinstellungen seines Pianospiels oder seines Gesichts setzt, für eine ähnliche Spannung wie die Musik selber sorgt. Immer wieder wird außerdem das 'Total-aus-dem-Häuschen-Publikum' eingeblendet, welches besonders gut zu sehen ist, da das Konzert tagsüber bei herrlichem Sonnenschein aufgenommen wurde.


FAZIT: Drei Sätze aus dem Hause MIG music zu DR. JOHN bringen dieses Rockpalast-Konzert „Live At Rockpalast 1999“ (auf DVD und CD im dreiflügeligen Digipak + 12-seitigem Booklet) bestens auf den Punkt: „DR. JOHN starb 2019 in seiner Heimatstadt New Orleans. Doch sein Groove lebt weiter. Unverkennbar, einzigartig und in jeder einzelnen Note dieses Konzerts spürbar.“

PS: Seltsamerweise fehlt auf der DVD das Interview (wahrscheinlich wegen der schwachen Tonqualität und den sehr lauten Konzertgeräuschen im Hintergrund), welches es zu diesem Konzert gibt. Darum hier als kleine Review-Beigabe das Gespräch zwischen DR. JOHN und Alan Bangs.


Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 27x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • DVD/CD (je 74:04):
  • Iko Iko
  • Qualified
  • I Walk On Guilded Splinters
  • Soulful Warrior
  • I'm Gonna Go Fishin'
  • Sweet Home New Orleans
  • Right Place, Wrong Time
  • Such A Night
  • Mama Roux
  • Goin' Back To New Orleans
  • Big Chief

Besetzung:

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Interviews:
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