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New Miserable Experience: Gild The Lily (Review)

Artist:

New Miserable Experience

New Miserable Experience: Gild The Lily
Album:

Gild The Lily

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Alternative Synth Rock

Label: Pelagic Records
Spieldauer: 43:24
Erschienen: 23.01.2026
Website: [Link]

Die Jungs aus Philadelphia versprühen mit ihrem Bandnamen nicht gerade den puren Optimismus, sondern setzen wohl mehr auf die miesen Seiten und Erfahrungen des Lebens. Schade, denn auch die Musik von NEW MISERABLE EXPERIENCE hämmert sich lieber durch die düster elektrorockenden Gefilde als die sonnenbeschienenen Glücksmomente zu vertonen. Doch damit werden sie sicher viele Anhänger in einer Zeit wie dieser finden, die mehr aus Schatten- als Sonnenseiten zu bestehen scheint.


Gild The Lily“ bietet dazu den dunklen wie mitunter aggressiven Soundtrack, der sich erst durch die Gehörgänge hämmert und dann dort doch tatsächlich auch hängenbleibt. Ob sich die NEW MISERABLE EXPERIENCE nach dem gleichnamigen, sehr erfolgreichen Album aus dem Jahr 1992 ihrer amerikanischen Landsleute GIN BLOSSOMS benannten, ist offen. Passend wäre es bei der durchaus ähnlichen Ausrichtung beider Bands durchaus.


Nehmen wir also die düsteren DEPECHE MODE-Zeiten sowie elektronischen RADIOHEAD-Momente und paaren diese mit ein paar wummernden EBM-Rhythmen und ätherischen Synthie-Klängen, die sich mitunter mutig in ein paar progressiv rockende Momente ergießen („Letters To Insomnia“), sowie bedrückenden Texten, dann kommen wir „Gild The Lila“ und dem NEW MISERABLE EXPERIENCE auf die oft finstere Spur, die man erst suchen muss, dann aber mit einer gewissen Begeisterung entdeckt, wozu auch der durchaus etwas an Dave Gahan erinnernde Gesang beiträgt.


Hinter dem NEW MISERABLE EXPERIENCE verbergen sich wahrhaft keine Unbekannten, denn die Band begann als File-Trading-Projekt zwischen David Grossman (ROSETTA) und Joshua Mahesh Kost (MODEL PRISONER) und wurde später um Bruce McMurtrie (ebenfalls ROSETTA) und Brett Bamberger (REVOCATION) sowie Brody Uttley (RIVERS OF NIHIL) erweitert. Nunmehr liegt also deren Debüt in dieser Besetzung vor, das trotz der vorrangig finsteren Stimmung und Texte eine ganze Menge Abwechslung zu bieten hat, gerade weil es mitunter eingängigen Melodien auch immer wieder progressive und härtere Klänge beimischt. Aber auch mit so grandiosen Balladen wie „Perfect Blue“ aufwartet.


Musik für's Herz und die Füße also, die immer aber auch auf den Geist ihrer Hörer setzt, um diesen mit Texten über Desillusionierungen, Gnadenlosigkeit in einer immer gnadenloseren Welt und echtem Herzschmerz füttert. Echter Gehirnsalat, den jeder für sich auf die für ihn günstigste Geschmacksstufe bringen sollte, was wirklich nur funktioniert, wenn man genauer hinhört und den Text hinter dem beeindruckenden – durchaus auch ins Falsett verfallenden – Gesang nicht als überflüssiges Beiwerk abtut, was leider heutzutage viel zu oft der Fall ist.


In diesem Falle würde man NEW MISERABLE EXPERIENCE absolut Unrecht tun, wenn man ihnen diese Aufmerksamkeit nicht zukommen lässt. Leider sind die Texte in dem dreiflügeligen CD-Digipak nicht abgedruckt und auch auf der bandcamp-Seite nicht zu finden, sodass man beim ersten Hördurchgang tatsächlich genauer hinhören und sich viel Zeit nehmen sollte, denn sonst könnte „Gild The Lily“ an einem vorbeifließen, was sich am Ende als großer Fehler herausstellt, denn dieses Album ist es wert, gehört und verstanden zu werden.


FAZIT: Mit NEW MISERABLE EXPERIENCE und „Gild The Lily“ erscheinen mehrere Jungs aus Pennsylvania als ein neuer, durchaus progressiv ausgerichteter Alternative-Synth-Rock-Act auf der Musik-Bildfläche, der hinter seinem etwas manischen Bandnamen mit Musikern von ROSETTA, MODEL PRISONER und REVOCATION sowie RIVERS OF NIHIL aufwartet. Nach „Absent Lovers“ (2024) ist „Gild The Lily“ bereits ihr zweites Album. Getreu dem Bandnamen gibt’s hier mehr elektronisch, aber auch härter oder balladesk geprägte Klangwelten zu genießen, die sich selbst von ihrer textlichen Seite her, mehr mit den Schattenseiten unserer Zeit beschäftigen, als die sonnigen Seiten biederer Schönfärberei zu besingen. Ein beeindruckendes zweites Album, das die abwesenden Liebhaber noch übertrifft!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 34x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Heartsick
  • Ordinary People
  • The Devil We Know
  • In The House Of Denial
  • Infinite Sadness
  • Payback From God
  • Yours To Bury
  • Perfect Things
  • Letters To Insomnia
  • Perfect Blue
  • Running The Fear Of It Dry
  • Ataraxia

Besetzung:

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