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Neetzach: True Servants of Satan (Review)
Artist: | Neetzach |
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Album: | True Servants of Satan |
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Medium: | CD | |
Stil: | Black Metal |
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Label: | Sublife/ANP/Twilight | |
Spieldauer: | 45:37 | |
Erschienen: | 2006 | |
Website: | [Link] |
Hat man gerade Secht verdaut, pinkeln Dirge Rep (unter Anderem bei Gorgoroth) und Vrangsinn ein weiteres Mal in die Ohren aller Kunstfreunde, und wie zuvor fragt man sich, wo der Drummer ist. Es ist witzig – bei modernen, gut produzierten Alben kann man Echtheit gar nicht mehr genau ausmachen, wohingegen Keller-„Produktionen“ wie diese einen Schlagzeugcomputer zweifellos ausschließen lassen. Jedoch: sicher ist man sich bei diesem Duo keiner Vermutung; lange gab es keine solch versprengte Musik mehr aus dem fast ausschließlich Auswege aus der Tradition suchenden norwegischen Black-Metal-Zirkel, und selbst die alte Schule a la Gorgoroth klingt im Vergleich nach Mainstream. Die Stilmittel sind bekannt, aber oft so unvorhersehbar kombiniert, dass man an Momentaufnahmen denkt. Das echte musikalische Unvermögen ist wohl auszuschließen, das noch die Pionierarbeiten des Genres auszeichnete.
Berechnend stumpf also - Davon zeugen punkige Riffs im Opener oder zu Beginn von „The Demon That Opened My Grave“ sowie die unorganisierte Stimme, welche wirkliche Urlaute ausstößt und nicht das stilisierte Keifen. Der dahingerotzte Sound hat sicherlich keine Nachbearbeitung erfahren - bestimmte Frequenzen schneiden unangenehm ins Trommelfell, während man auf bassarme Transistorgitarren mittlerweile genauso vorbereitet ist wie auf zerfressende Monotonie – hier vor allem im achtminütigen „Tartaros“ mit rituellem Stimm-Mantra und zähem Tempo bis kurz vor Schluss; dort wird ein Gang höhergeschaltet und Abwechslung im Riffbereich bemüht.
Während in „Reign of Terror“ Bombeneinschläge und Maschinengewehr-Knattern eingebaut sind, zieht das Ende des zweiten Tracks seine Militär-Note aus der Marschrhythmik soldatischer Stiefel – der totalitäre Anspruch des Black Metal. Kompromisslosigkeit auch bei „Belial“: extremes Geballer zur kaum modulierenden Gitarre, die umso brutaler sägt, da sie nur angezerrt bleibt. Einzelne hohe Töne wallen auf, der Schlagzeuger bricht ab und klopft seine Sticks endlos aneinander, doch nicht zur Ansage des nächsten Gewitters. Dieses bricht nämlich erst nach der Botschaft einer verzerrten Stimme unvermittelt herein.
Es überwiegen auf dem Album die langsamen Passagen, obgleich die angeführten Spinnereien für genügend Abwechslung sorgen. Variabilität ohne Hooks und Arrangements, könnte man sagen – es soll ja schließlich hässlich und primitiv sein. Ob es 2006 allerdings noch so provokant ist, wie die Macher es selbst klassifizieren, ist eher zu verneinen. Die Secht-Session war zumindest mit jungfräulichem Ohr spannend, „True Servants of Satan“ ist nicht einmal dies.
Fazit: Untergrund, True, Evil sind die Stichworte. Dass die Erzeugnisse aus diesem Sub-Sub-Subgenre in den letzten Jahren seltener geworden sind, macht sie nicht unbedingt besser. Für Spezialisten.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Reign of Terror
- The Glorious Days Are Over
- Tartaros (Sworn)
- Belial
- The Demon That Opened My Grave
- Quill of Cain
- True Servants of Satan
- Bass - Gidim Xul, Dirge Rep, Vrangsinn
- Gesang - Gidim Xul, Dirge Rep, Vrangsinn
- Gitarre - Dirge Rep, Vrangsinn
- True Servants of Satan (2006) - 5/15 Punkten
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