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Squeeze: Trixies (Review)
| Artist: | Squeeze |
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| Album: | Trixies |
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| Medium: | CD/LP/Download/2CD+BluRay | |
| Stil: | Britpop, Glam-Rock, Art-Pop, Sophisticated-Pop, Seventies-Pop, New Wave, Postpunk |
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| Label: | BMG | |
| Spieldauer: | 41:46 | |
| Erschienen: | 06.03.2026 | |
| Website: | [Link] |
Fast schon eine eigene Pop-Kategorie: das "lost album". Eine zum Mythos oder Kult verklärte Platte eines wichtigen Künstlers, die in den Tiefen des Archivs oder in einem Label-Tresor (vielleicht auch in einem Giftschrank...) verschwand - und Fans dann bis in alle Ewigkeiten umtreibt. Einige dieser "lost albums" erblicken doch noch irgendwann das Licht der Welt beziehungsweise erreichen das Ohr des gespannten (und bisweilen hinterher ernüchterten) Hörers. Als Beispiele fallen diesem Reviewer spontan "The Black Album" von Prince (schließlich 1994 veröffentlicht), "Smile" von Brian Wilson/The Beach Boys (2011) und "You're The Man" von Marvin Gaye (2019) ein.
Zu den vorher auch bei eingeweihtesten Fans völlig unbekannten, daher besonders überraschenden "lost albums" gehörten die sieben Platten, die Bruce Springsteen voriges Jahr im sensationellen Boxset "Tracks II" rausbrachte. Und nun: "Trixies" von der englischen Wave-Pop-Band SQUEEZE (aktiv von 1974 bis 1982; von 1985 bis 1999; von 2007 bis heute) um das Songwriter-Duo Chris Difford und Glenn Tilbrook. Und dies ist nun tatsächlich mal eine ganz fantastische, lohnende Wiederentdeckung - mit einer besonderen Note.
Denn die 13 Lieder entstanden schon vor der eigentlichen Karriere von SQUEEZE, wohl 1974, als Difford 19 Jahre alt war und Tilbrook 16 - um jetzt, nach dem Fund einer alten Musikcassette auf dem Dachboden, in aller Opulenz mit modernen Produktionsmitteln als alt-neue Songs aufgenommen und veröffentlicht zu werden. Offiziell wurde die Band erst kurz nach "Trixies" gegründet, als Difford/Tilbrook sich den Pianisten Jools Holland und den Schlagzeuger Paul Gunn dazu geholt hatten und sich nach einem verworfenen Velvet-Underground-Album benannten, um 1978 ihr selbstbetiteltes Debüt rauszubringen.
Daher firmiert "Trixies" nun als erstes SQUEEZE-Album seit fast neun Jahren ("The Knowledge" erschien 2017) und zugleich als erstes, das die beiden Frontmänner jemals geschrieben haben. Die Platte zeigt exemplarisch, wie reif und souverän Difford/Tilbrook, später als Lennon/McCartney des New-Wave-Pop gepriesen, schon in ihren Teen-Jahren als Songwriter agierten. Jeder dieser insgesamt wie ein buntes Musical funktionierenden 13 Tracks ist per se ein kleines Juwel - und in der nun aktuellen, polierten Studioversion ein typischer SQUEEZE-Song vom Allerfeinsten.
Das sind Lieder, die auch heutzutage Verehrer von The Beatles, The Who, The Kinks, ELO und David Bowie ("The Place We Call Mars"!), von Madness, Joe Jackson oder den späten XTC ("Good Riddance", "It's Over") glücklich machen dürften. Die Substanz dieser Stücke ist über 50 Jahre alt, und natürlich hört man die Einflüsse jener Zeit (einer tollen Pop-Ära übrigens) - aber nie ist die Musik platt epigonal oder angestaubt, sondern stets originell und von hoher Raffinesse.
Dass Chris Difford und Glenn Tilbrook glänzende, an Ray Davies (The Kinks) oder John Lennon & Paul McCartney heranreichende Geschichtenerzähler sind, wollten und konnten sie mit "Trixies" ebenfalls bereits vor einem halben Jahrhundert zu Beginn ihrer Songwriting-Partnerschaft erahnen lassen - also noch vor Britpop-Hits und SQUEEZE-Klassikern wie "Up The Junction", "Tempted", "Cool For Cats", "Another Nail In My Heart" oder "Labelled With Love". "Trixies" wurde erdacht zu einer Zeit, als Konzeptalben und 'Rock-Opern' noch in Mode waren - von "Tommy" (The Who) bis "Arthur Or The Decline And Fall Of The British Empire" (The Kinks). Bei Difford/Tilbrook geht es um eine Sammlung von Geschichten, Räuberpistolen und Schnurren, die in einem fiktiven Nachtclub namens "Trixies" spielen.
„Das einzige Problem mit diesen Songs (...) war, dass 1974 die musikalische Vision der jungen Schöpfer ihre Virtuosität überstieg", schreibt das SQUEEZE-Label BMG augenzwinkernd. „Wir haben uns voll und ganz dem Songwriting verschrieben, aber das war drei oder vier Jahre, bevor wir überhaupt unsere erste Platte aufnehmen konnten. Kurz gesagt, es waren Songs, für deren Aufnahme wir einfach nicht genug musikalische Erfahrung hatten”, sagt Chris Difford.
„Die Songs, die wir damals geschrieben haben, verblüffen mich", ergänzt Glenn Tilbrook. „Ich bin jetzt stolz auf sie, und ich bin besonders stolz darauf, dass wir das als junge Leute geschafft haben. Es sind fast dieselben Lieder, die wir damals geschrieben haben. Der einzige Unterschied ist, dass ich die Songs jetzt den anderen Bandmitgliedern beibringen kann. Damals wusste ich nicht einmal, wie die Akkorde hießen!"
FAZIT: "Trixies", die neue Platte der vor rund 50 Jahren gegründeten Wave-Pop-Ikonen SQUEEZE, besteht aus uralten Liedern, eigentlich Jugendsünden des legendären Songwriter-Duos Chris Difford/Glenn Tilbrook. Die munter zwischen Sophisticated-Pop, Glam, Jazz, Piano-Pop und gitarrengetriebenem Rock'n'Roll hin und her springende 13-Track-Songsammlung entstand erst kürzlich, quasi als Neuerfindung eines "lost albums", unter der produktionstechnischen Leitung von SQUEEZE-Bassist Owen Biddle.
Damit nicht genug: Der Spaß an dieser Retro-Platte gab bei Difford/Tilbrook den Ausschlag für einen neuen Songwriting-Anlauf. „Auf den Fersen folgt ein Album mit brandneuen SQUEEZE-Songs, das gleichzeitig mit 'Trixies' aufgenommen wurde und in Kürze erscheinen soll", kündigt das Label BMG an. Nach BLUR (2023) und PULP (2025) hält also auch dieses Jahr ein großes Britpop-Comeback bereit.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- What More Can I Say
- You Get The Feeling
- The Place We Call Mars
- Hell On Earth
- The Dancer
- Good Riddance
- Don't Go Out In The Dark
- Why Don't You
- Anything But Me
- It's Over
- The Jaguars
- Trixies (Part One)
- Trixies (Part Two)
- Bass - Owen Biddle
- Gesang - Glenn Tilbrook, Chris Difford, Danica Dora, Steve Smith, Owen Biddle
- Gitarre - Glenn Tilbrook, John Harry Green, Melvin Duffy, Dan Miley
- Keys - Stephen Large, Glenn Tilbrook
- Schlagzeug - Simon Hanson, Steve Smith, Steve White
- Sonstige - Tiger Braun-White (Cello), Jeff Coffin (Saxophon)
- Trixies (2026) - 13/15 Punkten
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