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Anneke van Giersbergen: Everything Is Changing (Review)

Artist:

Anneke van Giersbergen

Anneke van Giersbergen: Everything Is Changing
Album:

Everything Is Changing

Medium: CD
Stil:

Rock / Pop / Alternative

Label: PIAS Holland / Rough Trade
Spieldauer: 45:00
Erschienen: 30.03.2012
Website: [Link]

1993 verließ Bruce Dickinson IRON MAIDEN und startete eine Solokarriere. Die fand ihren Höhepunkt in den Alben "Accident Of Birth" und "The Chemical Wedding", die teilweise recht nah am Sound seiner Ex-Band waren. Kurz danach stieg er wieder bei IRON MAIDEN ein, die in der Zwischenzeit zwei Studioalben veröffentlicht hatten.

1992 verließ Rob Halford JUDAS PRIEST und startete eine Solokarriere. Die fand ihren Höhepunkt in den Alben "Resurrection" und "Crucible" (hüstel...), die teilweise recht nah am Sound seiner Ex-Band waren. Ein paar Jahre später stieg er wieder bei JUDAS PRIEST ein, die in der Zwischenzeit zwei Studioalben veröffentlicht hatten.

Es ist klar, was jetzt folgt, oder?

2007 verließ ANNEKE VAN GIERSBERGEN ihre Band THE GATHERING und startete eine Solokarriere, zunächst unter dem Namen AGUA DE ANNIQUE, inzwischen unter ihrem eigenen Namen. "Everything Is Changing" ist der sechste Output von Anneke und bislang auch ihr bester. Zusammen mit Produzent Daniel Cardoso, der auch für die Produktion des neuen ANATHEMA-Albums zuständig war, sowie den nicht weiter bekannten Instrumentalisten hat die charismatische Sängerin zwölf Songs aufgenommen, von denen so gut wie jeder entweder ein großer Hit, ein kleiner Hit oder zumindest ein Ohrwurm ist. Zudem - und das ist der interessante Punkt - ist das Album ihr bislang rockigstes, düsterstes und damit so nah am Sound ihrer Ex-Band wie keines ihrer Werke zuvor.

Den Anfang macht der Song mit dem Video, das die Fantasie so schön anregt: "Feel Alive". Eine positive, aber nicht fröhliche Nummer mit ganz ordentlichem Drive. Rockiger, gitarrenlastiger, aber immer noch dezent poppig und entsprechend eingängig ist "You Want To Be Free" mit seinen tollen Gesangslinien, die die einzigartige Klasse von Frau van Giersbergen aufzeigen. Streicher, Klavier und balladeske Atmosphäre machen den Titeltrack aus, "Take Me Home" wiederum ist eine zeitgemäße Pop/Rock-Nummer mit elektronischen Elementen und straffen Gitarren. Eine Nummer, die einer Sängerin wie MADONNA (deren kreativer Höhepunkt ja das "Ray Of Light"-Album ist) viel besser stehen würde, als der Dreck, den sie heutzutage macht, ist "I Wake Up", bei dem Anneke ungewohnt tief singt und das mit seiner eher melancholischen Stimmung einen Richtungswechsel auf dem Album andeutet.

Jetzt muss ein Absatz her. Denn der folgende Song muss hervor gehoben werden. "Circles" ist eine höchst emotionale Klavierballade, bei der Text und Musik eine unbeschreiblich intensive Wirkung haben, die einem glatt die Tränen in die Augen treiben kann. Was für ein wunderschönes Stück Musik, was für ein wunderbarer Song. Muss man erlebt haben. "My Boy" dürfte ihrem 2005 geborenen Sohn gewidmet sein, was jedoch eine reine Vermutung ist. Ein schöner, aber eher unauffälliger Song, der mit stimmungsvollen Keyboard-Arrangements aufwartet. Unerwartet hart und druckvoll legt "Stay" los und hier fängt man sich so langsam an zu fragen, warum Anneke THE GATHERING eigentlich verlassen hat. "Hope, Pray, Dance, Play" ist wieder poppiger und eingängiger und erinnert ein wenig an GARBAGE - was wiederum für einige der Songs auf "Everything Is Changing" gilt. "Slow Me Down" ist alles andere als langsam und für ihre Verhältnisse schon fast schrammelig-rotzig. "Too Late" ist dann wiederum eine der Nummern, die an die guten alten Zeiten erinnern, "1000 Miles Away From You" ist ein getragener, düsterer Abschluss dieses unerwartet tollen Albums.

THE GATHERING werden dieses Jahr ihr zweites Album mit Silje Wergeland veröffentlichen. Silje ist eine gute Sängerin, die prima zum Sound der Band passt. Doch trotzdem vermisst man Anneke. Und bevor man jetzt mit haltloser Spekulation und Kaffeesatzleserei anfängt, geht man besser über zum...

FAZIT: "Everything Is Changing" ist ein wunderbares Album, das alle musikalischen Facetten, die ANNEKE VAN GIERSBERGEN absolut glaubwürdig herüber bringt, in sich vereint. Ihre traumhafte Stimme ist eh über jeden Zweifel erhaben. Und den vielleicht schönsten Song des Jahres findet man auch nur hierauf.

Andreas Schulz (Info) (Review 4942x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Feel Alive
  • You Want To Be Free
  • Everything Is Changing
  • Take Me Home
  • I Wake Up
  • Circles
  • My Boy
  • Stay
  • Hope, Pray, Dance, Play
  • Slow Me Down
  • Too Late
  • 1000 Miles Away From You

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
hardy
gepostet am: 08.05.2012

WAS??? - Anneke macht unter ihrem eigenen Namen weiter? Das mit AGUA wusste ich, aber der erneute Wechsel ist völlig an mir vorbeigegangen. "SKANDAL!!!" - Und das passiert mir, als ANNEKE Fan. "UNERHÖRT!!!". DANKE! DANKE! DANKE! an AndreasSchulz, für diese "LEBENSNOTWENDIGE" Info.
Schade!
gepostet am: 19.05.2012

User-Wertung:
5 Punkte

Trotz Circles ist das Album nicht kaufenswert; solange das musikalische Niveau auf das des Drummers (Annekes Ehemann) bleibt, sind nach wie vor sowohl live als auch im Studio die Songs die besten, bei denen Anneke alleine singt. Denn ihre Stimme ist nach wie vor mit das Beste, was ich in den letzten 30 (!) Jahren gehört habe. Auf der Bühne (17.05.2012 in Oberhausen) wurde dies mehr als deutlich. Schlechte Musiker begleiten eine herausragende Anneke; unterm Strich zu wenig, um Anneke die Treue zu halten! Eben schade!
hardy
gepostet am: 18.07.2012

@ Schade! - Oh! Oh! Oh!, was muss ich da lesen. Das klingt ja gar nicht gut. Bin um's verrecken, noch nicht dazu gekommen, das Teil mir anzuhören. Vielleicht gibt's ja doch noch den einen "klitzekleinen" Hoffnungsschimmer, das "Annekchen" zu THE GATHERING zurückkehrt. Ich befürchte aber, das wird nur ein frommer Wunsch bleiben
hos
gepostet am: 05.09.2012

User-Wertung:
1 Punkte

bei solchen Reviews muss man wirklich sehr sehr standhaft bleiben um nicht beleidigend zu werden.

13 Punkte.. nunja. Wem's gefällt...

1 Punkt für das gelungen künstliche Lächeln auf dem Cover und für den Inhalt - der ist zwar weniger gelungen, dafür aber noch viel künstlicher. Es ist wirklich abenteuerlich, wie sie mit ihrem Talent einen solchen - aus allen Löchern triefenden - Schwachsinn auf den Markt schmeissen konnte.

Frau Anneke bringt Käse aus Holland.
Andy [musikreviews.de]
gepostet am: 05.09.2012

@ hos: Kannst Du den Begriff "Schwachsinn" im Zusammenhang mit dem Album mal ein bisschen konkretisieren?
hos
gepostet am: 05.09.2012

@Andy : hör dir die Musik an, geniesse die Lyrics. Und wenn Du dann immer noch nicht verstehst, warum ich dieses Album als schwachsinnig empfinde, ist es am Ende doch auch egal.

Falls Du dich am Worte "Schwachsinn" reiben solltest: ich meine es natürlich nicht im medizinischen/psychologischen Kontext sondern im umgangssprachlichen - als Gegenteil von Tiefsinn.

Mir(!) ist das - in allen Belangen - viel zu wenig.

Und nein, es muß nicht wie The Gathering sein (Wiederholungen / Kopien mag ich eh so gern wie ein versifftes Klo), sondern "ganz einfach" (scherz) packendes Songmaterial mit emotionalem(!) Vocalkino, zu dem Anneke definitiv in der Lage wäre, aufgrund der vom Produzenten verzapften Banal-Lala leider überhaupt nicht zur Entfaltung kommt. Annekes Stimme klang in meinen Ohren nie gelangweilter als hier.

Und um auch dies klarzustellen - ich habe keine generalle Pop-Antipathie - hohe Qualität ist für mich definitiv auch hier zu finden (Cardigans, Moloko und ganz besonders Zero 7).
Andy [musikreviews.de]
gepostet am: 05.09.2012

Ich habe das Review geschrieben, deshalb interessiert mich, warum Du das Album so scheiße findest.

Aber so unterscheiden sich halt Geschmäcker bzw. die Art und Weise, wie etwas am Ohr ankommt.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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